Ein anrührendes Schauspiel zum Paulusjahr

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Szene aus "Apostel Paulus" mit Gamaliel (Gerhard Kristen), Christlicher Lehrer Ananias (Josef Dickl) und Paulus (Konrad Schlaipfer).

Bad Endorf - Seit 200 Jahren wird in Bad Endorf Theater gespielt, und seit Ende des zweiten Weltkriegs gibt es in jedem Jahr ein religiöses Schauspiel über das Leben von Seligen und Heiligen.

Nachdem Papst Benedikt XVI. im vorigen Jahr ein Paulusjahr ausgerufen hatte, um an den 2000. Geburtstag des Apostels zu erinnern, war es für die Bad Endorfer Theatergesellschaft klar: Im Jahr 2009 kommt das Stück "Apostel Paulus" zur Aufführung.

Traditionsgemäß fand am Pfingstmontag die Premiere unter der Spielleitung von Herbert Ramoser statt. Rund 600 Zuschauer sahen im sanierten Bad Endorfer Theatersaal dieses aufwühlende Stück von Alinda Jacoby, das 1923 erstmals aufgeführt wurde. 1982 kam es in Bad Endorf mit Gerhard Kristen in der Hauptrolle zur Aufführung. Nun hat es Konrad Hamberger neu überarbeitet und die Sprache der heutigen Zeit angeglichen.

Dramatischer vierter Akt

In acht Akten mit wunderbaren Bühnenbildern und Kostümen schildert es das Leben des grausamen Christenverfolgers Saulus und seine Bekehrung zum Paulus. Diese kommt nur im letzten Akt vor, während die Christenverfolgung durch die Juden, vor allem Saulus, den größten Teil des Schauspiels ausmacht. Die einzelnen Stationen der Missionsarbeit des Paulus und seinen Märtyrertod in Rom erzählt Hans Plank am Ende des Stücks in einem Epilog.

Im ersten Akt findet die Hochzeit von Ismael (Josef Kößlinger) und Ruth (Barbara Zachmeier) im Jahr 34 n. Chr. in einem öffentlichen Festsaal in Tarsus, der Geburtsstadt von Saulus, statt. Die beiden weiteren Akte schildern die Christenverfolgung, aber auch, wie Ismael vom Aussatz befallen wird. Dramatisch geht es im vierten Akt auf einem Platz in Tarsus zu, wo ein Aufstand der Christen stattfindet.

Saulus, soeben aus Jerusalem zurück gekehrt, schlägt den Aufstand grausam nieder. Die Tatsache, dass Ismaels Heilung selbst seine Verwandten und Freunde zum Christentum bewogen hatte, macht Saulus noch wütender Die ergreifendst Szene soeitl im fünften Akt. Im Zimmer seiner Mutter Bethsabe (Paula Aiblinger) stellt Saulus fest, dass sogar Esther, die Pflegetochter Bethasabes (Elisabeth Ramoser), die ihm wie eine Schwester ans Herz gewachsen war, Christin geworden ist.

Großartiges Schlussbild

Erbarmungslos wirft Saulus auch sie in den Kerker, wo Merkuria (Annemarie Ramoser), die gegeißelt wurde, im Sterben liegt. In einem Traum sieht sie, dass Saulus sich zum christlichen Glauben bekehren lässt. Im Kerker bittet ihn seine Mutter, die auch Christin geworden ist, Tarsus zu verlassen. Saulus willigt ein, möchte aber seine Christenverfolgung in Damaskus fortsetzen. Auf dem Weg dahin treffen ihn Donner und Blitz. Von dem grellen Licht erblindet, hört Saulus die Stimme Jesu (Herbert Ramoser): "Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Geh' in die Stadt und es wird dir gesagt werden, was du tun sollst!"

Saulus geht sofort nach Damaskus und wird zum Paulus. In einem farbenfrohen letzten Akt kommt eine Schar von Christen, darunter seine Mutter Bethasabe und ihre Pflegetocher Esther. Paulus gelobt feierlich, auf Missionsreisen das Evangelium zu verkünden, selbst wenn er als Märtyrer sterben müsse.

In einem großartigen Schlussbild kommen noch einmal alle 60 Darsteller auf die Bühne. Bei der Premiere erhielten sie jubelnden Applaus, laute Bravorufe und Beifall im Stehen. Am meisten gefeiert wurde Konrad Schlaipfer als Saulus/Paulus. Aber auch Elisabeth Schauer, die sich als Esther in die Herzen der Zuschauer spielte, bekam viel Lob; vor allem von der Päsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm. Stellvertretend für die große Zahl von Besuchern aus Kirche und Politik sagte sie: "Elisabeth Schauer hat sich mit ihrer Rolle als Esther völlig identifiziert." Barbara Stamm würdigte die gesamte Endorfer Theatergemeinschaft. Neben der langen Tradition fand sie es "erstaunlich, dass so viele junge Leute bei einem religiösen Stück mitspielen".

Weitere Aufführungen gibt es bis 5. Juli jeweils freitags um 20 Uhr und sonntags um 14 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es unter der Telefonnummer 08053/3743.

Quelle: rosenheim24.de

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