Shakespeare haucht Stadtpark Leben ein

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Orlando (Mathis Manz, links) muss sich in einem aussichtslos erscheinenden Ringkampf mit dem Meisterringer Charles (Kasimir DallArmi, rechts) beweisen.

Bad Aibling -"Wie es euch gefällt" - mit diesem Shakespeare-Lustspiel wollte Aiblings Kurdirektor Thomas Jahn dem im vergangenen Jahr eröffneten Stadtpark Leben einhauchen.

Wenn es denn gefällt - dann soll daraus eine Open- Air-Sprechtheater-Serie werden. Um es gleich vorwegzunehmen: Der Auftakt übertraf die Erwartungen deutlich und die gut 350 Besucher, die teilweise auf mitgebrachten Decken oder Matten sowie mit fester und flüssiger Picknick-Ausstattung oder auch auf den bereitgestellten Sitzgelegenheiten das dreistündige Stück verfolgten, waren begeistert. Gespielt wurde der Klassiker vom Münchner Sommertheater, dessen Regisseurin Ulrike Dissmann das Stück sprachlich und szenisch entschlackt, erfrischend inszeniert und mit sechs selbst getexteten und komponierten Liedern angereichert hat.

Im Mittelpunkt des Bühnengeschehens steht Orlando, der von seinem älteren Bruder unterdrückt und in einen aussichtslosen erscheinenden Ringkampf gedrängt wird. Wider Erwarten besiegt er den "Profi-Ringer" Charles und beeindruckt dadurch auch die Herzogtochter Rosalinde, deren Vater von seinem Bruder Frederick entmachtet und in die Verbannung in den Ardenner Wald gedrängt wurde. Dorthin flieht auch Orlando vor der Rachsucht seines Bruders Oliver und trifft dort auf die von ihm geliebte Rosalinde, die sich ihm in ihrer Männerkleidung jedoch - trotz ebenfalls vorhandener starker Zuneigung - nicht zu erkennen gibt. Begleitet von ihrer Cousine Celia (Isabelle Scheiber glaubhaft als stets verlässliche Freundin) und dem Narren Prüfstein (Ramon Bessel - der Publikumsliebling schlechthin) führt sie den sehnsüchtigen Orlando (sympathisch dahinschmelzend: Mathis Manz) vergnüglich an der Nase herum, bevor die beiden letztlich ein Paar werden. In ihrem Epilog rät dann Rosalinde (überzeugend und facettenreich dargestellt von Carolin Schubert) den Frauen im Publikum: "Spielt mit den Männern, solange wie es Euch gefällt"!

Am Ende wird die Bühne von einer "Happyend"-Welle förmlich überrollt, denn nach einigen Verwicklungen und Intrigen finden neben den beiden Protagonisten noch drei weitere Paare zusammen und der nach einem Gespräch mit einem Eremiten geläuterte Usurpator Frederick gibt seinem verbannten Bruder schließlich sogar den Thron zurück.

Das zehnköpfige Ensemble, das im Übrigen ohne Bühnenbild agierte und bühnentechnisch lediglich von fünf Scheinwerfern unterstützt wurde, zeigte eine beeindruckende Leistung. Fünf Bühnenakteure schlüpften dabei in bis zu drei weitere Rollen und zeigten dabei hohe Wandlungsfähigkeit, insbesondere Sebastian Korp als Diener Adam, Edelmann Jacques und Schäfer Corin. Christoph Hirschauer, der sowohl den verbannten Herzog als auch dessen machtgierigen Bruder Frederick verkörperte, hätte man in der Usurpator-Rolle noch etwas mehr Kälte gewünscht. Hervorzuheben ist auch die musikalische Vielseitigkeit des Ensembles bei den vokal und instrumental gestalteten musikalischen Einlagen.

Das gut gelaunte Publikum spendete häufigen Szenenapplaus und am Ende der gelungenen Stadtpark-Premiere einen langanhaltend-kräftigen Schlussbeifall.

bjn/ Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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