Scharf geschossen - Django Asül in Rosenheim

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Django Asül deckt auf.

Rosenheim (OVB) - Was oder wen Django Asül auch ins Visier nimmt, der Kabarettist schießt messerscharf und treffsicher. Die Durschlagskraft seiner Argumente hat die Qualität schärfster Munition.

Das Tempo seines geistreichen Redeflusses gleicht einer Schnellfeuerwaffe. In seinem aktuellen Programm „Fragil“, thematisierte er jetzt auch im Ballhaus in Rosenheim vor 500 Zuhörern die Zerbrechlichkeit unserer Gesellschaft hemmungslos, scharfzüngig und mit der gehörigen Portion Bissigkeit.

Asül, der Türke aus Niederbayern, deckt auf, was verschleiert wird und kennt keinerlei Berührungsängste. Gestenreich unterstreicht er seine Seitenhiebe, ob nun zur neuen Regierung mit alter Politik, zur Bundeskanzlerin, dem Mädchen aus dem Osten, von der nie ein Sprachtest verlangt wurde, oder der Abwrackprämie, die retten sollte, was nicht zu retten ist. Ja, auch in der Politik ersetzt eben guter Wille noch lange nicht den Hauch von Ahnung. Was hat also einer wie Freiherr von und zu Guttenberg, der Hochdeutsch spricht, Englisch kann und Argumente hat , in der CSU verloren? Schäuble wiederum weiß: Integration kann erst klappen, wenn der Terrorist vorher Deutsch lernt und dann Bomben wirft. Mischt man Neid und Schadenfreude, kommt SPD heraus! Django Asül grinst im nachhinein noch, wenn er an unsere Kanzlerin bei ihrer Rede vor dem amerikanischen Kongress denkt. Da haben sie dort alle gedacht: "Wenn die wüsste, was sie morgen noch mitkriegt!", wo dann die Bombe "Magna- Opel" platzte. Nicht Landes- oder Bundesbank sei der passende Name, sondern Bankrott, schlägt der Kabarettist vor.

Staat und Kirche werden schlagfertig abgewatscht. Globalisierung, Migration, Identitätskrise, allein erziehende Mütter und ihre geschädigten Söhne, Django Asül gleitet mühelos von einem Thema zum nächsten. Zwischendurch freut er sich über sein Publikum, Zuschauer auf Augenhöhe, und nutzt den Kontakt spontan zu köstlichem Geplänkel mit einem Bundespolizisten aus der ersten Reihe. Wer, wenn nicht er, kann so authentisch die Aussagen eines "einheimischen" Türken zu Wellness, seelischem Gleichgewicht und sanierter Darmflora parodieren?

Django Asül wird sich weiterhin gut überlegen, ob er Deutscher werden soll. Hauptsache ist, er bleibt uns als hochkarätiger Kabarettist auf unseren Bühnen erhalten!

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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