Religiöse Kunst im Städtischen Museum

Rosenheim - Mit einer neuen Ausstellung widmet sich das Städtische Museum Rosenheim einer speziellen Sparte der Kunst. Alle Exponate haben einen religiösen Bezug.

Wahre Schätze schlummern in den Depoträumen des Städtischen Museums Rosenheim. Für die Ausstellung „Sakradi!“ holt die Kuratorin Dr. Evelyn Frick nun 24 ausgewählte Objekte aus dem Bereich der religiösen Kunst ans Licht. Die Kunsthistorikerin hatte von Museumsleiter Walter Leicht im vergangenen Jahr den Auftrag erhalten, Großobjekte der Sakralkunst wie Figuren, Altaraufsätze, Tabernakel oder Stifterbilder wissenschaftlich zu bearbeiten. Schnell wurde klar, dass viele dieser Kunstwerke so wertvoll sind und so viele kunst- und stadtgeschichtliche Aspekte in sich bergen, dass sich eine Ausstellung geradezu anbietet.

Seit der Eröffnung des Städtischen Museums Rosenheim am 1. Juni 1895 haben sich gut 20000 Objekte angesammelt. Etwa ein Viertel davon, also 5000 Stücke, können in der Dauerausstellung präsentiert werden. Sie geben einen lebendigen Einblick in die lokale Geschichte, von der Römerzeit bis in die 1950er-Jahre.

Wie viele Dinge tatsächlich im Besitz des Museums sind, lässt sich derzeit noch nicht genau sagen. Unterschiedliche Inventarisierungssysteme, ungenaue Angaben in den Eingangsbüchern oder völlig fehlende Eintragungen erschweren die Inventarisierung genauso wie die Doppelvergabe von Nummern. Durch diesen Wirrwarr kämpft sich seit Jahren Lydia Zellner, die als Historikerin mit der Inventarisierung beauftragt ist. Dabei fördert sie in den Tiefen der Regale und Pappschachteln immer wieder interessante Entdeckungen zu Tage, beispielsweise den Corpus eines Kruzifixes aus der Zeit um 1600, der nun als Gesicht der Ausstellung Plakat und Begleitbuch ziert.

Die religiösen Schätze der Ausstellung decken einen Zeitrahmen vom 15. bis ins 19. Jahrhundert ab, also mehr als vierhundert Jahre, und zeigen, wie vielfältig das Thema ist.

Lassen sich zu manchen Kunstwerken genaue Angaben zu Künstler und Herkunft machen, so ist bei anderen nicht einmal bekannt, wann sie ins Museum kamen. Hier sind die Besucher aufgerufen zur Mitarbeit.

In vier kleinen Folgen stellen wir bis zum Beginn der Ausstellung einige der Schätze aus dem Depot vor. Sie sollen Appetit machen auf die Ausstellung im Städtischen Museum Rosenheim vom 23. Mai bis 4. November. Vielleicht sagt dann so mancher: ",Sakradi!', das habe ich nicht erwartet."

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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