"Nur die Zeit hilft dir!"

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Bob Geldof gibt demnächst ein Konzert im Rosenheimer Ballhaus.

Rosenheim - Bob Geldof ist ein Weltstar, der von der Queen sogar schon zum Ritter geschlagen wurde und jetzt nach Rosenheim kommt. Das OVB traf den Ausnahmekünstler zum Interview.

Der Rockmusiker Bob Geldof wurde am 5. Oktober 1951 in der Nähe von Dublin geboren. Er jobbte als Lastwagenfahrer und Journalist, bevor er mit den Boomtown Rats und Hits wie „I Don't Like Mondays“ 1979 den Durchbruch schaffte. Wegen seines Engagements für die Hungerhilfe in Afrika wurde Geldof von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen. Aus der geschiedenen Ehe mit der TV-Moderatorin Paula Yates, die im Jahr 2000 an einer Überdosis Heroin starb, hat Geldof drei Töchter. Er lebt nun mit der französischen Schauspielerin Jeanne Marine in London. Am Freitag, 26. Oktober, gibt Bob Geldof im Rahmen seiner Europa-Tournee mit seiner Band ein Konzert im Rosenheimer Ballhaus.

OVB: Sir Bob Geldof, im Video zu ihrem Song „Silly Pretty Thing“ springen Sie auf einem Trampolin. Es scheint, als seien Sie wieder richtig glücklich im Leben.

Bob Geldof: Ich glaube nicht, dass ein Trampolin für Glück steht. Ich bin auf dem Trampolin gesprungen, weil ich den Videodreh so schnell wie möglich hinter mich bringen wollte. Ich mag es nicht, für solche Clips vor der Kamera zu stehen - sie sind langweilig und meist dumm. Das Springen war einfach umzusetzen. Und es war billig, was auch nicht zu unterschätzen ist.

OVB: Wie haben Sie es geschafft, über all die schrecklichen Dinge in ihrem Leben hinwegzukommen, die Sie auf Ihrem vorigen Album „Sex, Age & Death“ verarbeitet haben?

Geldof: Die Zeit hilft dir. Die Zeit und die Liebe.

OVB: Angeblich setzen Sie sich mit ihren Kindern und Freunden oft in Ihren Toyota, wenn Sie gemeinsam neue Musik hören wollen. Welches ist der richtige Ort, um Ihr neues Album „How To Compose Popular Songs That Will Sell“ zu hören?

Geldof: Am liebsten sitze ich in meinem Auto allein und drehe die Musik richtig laut auf. „How To Compose Popular Songs That Will Sell“ hören Sie am besten mit Ihren Ohren - wo ist egal. Ich habe versucht, die neuen Songs mit meiner Nase zu hören, aber es hat nicht so gut geklappt.

OVB: Sie werden im Herbst 61. Ist es einfacher oder wird es schwieriger, Songs zu schreiben, wenn man älter wird?

Geldof: Es ist eigentlich genauso wie früher, aber du schreibst über andere Dinge. Wenn du jung bist, beobachtest du die Welt, als würdest du sie zum ersten Mal sehen – mit all ihren Fehlern. Wenn du älter bist, ist die Welt so, wie du sie gestaltet hast in deinem Leben mit allen guten und schlechten Dingen. Deine Beobachtungen sind dann mehr nach innen gerichtet. Du hast so viel erlebt, so dass es mehr persönliche Dinge gibt, über die man reden möchte. Ich liebe die Lieder von unserem ersten Album mit den Boomtown Rats, aber ich weiß nicht, ob ich sie jetzt noch einmal schreiben würde. Umgekehrt hätte der 21-jährige Bob Geldof nicht die Songs meines aktuellen Albums schreiben können.

OVB: Stilistisch klingen die Lieder ihres aktuellen Albums zwischen Folk und Noise-Rock sehr unterschiedlich. Was ist auf dem iPod, was in Ihrem Kopf, wenn Sie Songs schreiben?

Geldof: Unterschiedliche Gefühle erfordern unterschiedliche Kompositionen. Aber egal welchen Stil ich verwende, die Lieder vermitteln immer genau das, was ich sagen will. Es klingt immer sehr nach Bob Geldof. Das liegt auch an meiner großartigen Band, die alles spielen kann, was ich will. Ich habe drei iPods, aber ich benutze sie nie. Manchmal nehme ich mir meine Gitarre und habe gar nichts im Kopf. Manchmal aber kommt plötzlich eine Idee, und wenn du glücklich bist, ist es meist eine gute. Solche Momente sind sehr aufregend und befriedigend.

OVB: Viele Menschen sehen Sie als politische Figur. Sollte jeder Musiker eine Botschaft haben?

Geldof: Die einzige Aufgabe eines Künstlers ist es, ein guter Künstler zu sein. Scheitern kann er nur, wenn er schlechte Kunst schafft. Alles anderes muss jeder für sich entscheiden.

OVB: Sie spielen am 26.Oktober im Ballhaus Rosenheim. Haben Sie einen Bezug zu Rosenheim oder zu Deutschland?

Geldof: Die Tournee 2012 führt mich durch ganz Europa. Von Sizilien bis nach Nordschweden. Rosenheim hat sich so ergeben, da mein Tourplanner Horst Gallenmüller eben aus dieser Stadt kommt. Er schwärmt immer von der Gegend. Daher hat er mich neugierig gemacht. Wir kommen auch einen Tag früher, um ein wenig „Sightseeing“ in Rosenheim und Umgebung zu machen.

Interview: Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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