Karibische Klänge in Bad Reichenhall

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Bad Reichenhall - Das Salonquartett Reich an Hall sorgte am vergangenen Montag für karibische Klänge in der Konzertrotunde. Rund 160 Zuschauer ließen sich von ihnen begeistern:

Rund 160 Gäste kamen zur Karibischen Nacht im Philharmonischen Sommer am Montag, den 28. Juli. Es spielte das Salonquartett Reich an Hall, Veranstalter war das Bayerische Staatsbad Bad Reichenhall.

Leider fand das Konzert nicht im Freien statt, was bei dem schönen Wetter am Abend einigen Gästen Kopfschütteln bereitete. Dabei war alles so schön geplant. Open air mit Kerzenschalen, Fackeln, unter Palmen an der großen Seitentreppe des Königlichen Kurhauses. Jedoch sahen die Wetterprognosen nicht so gut aus, und die Entscheidung, wo das Konzert stattfindet, musste weit im Voraus getroffen werden, damit die Zeit für Absprachen und Vorbereitung blieb. Fred Ullrich erklärt: „Allein der Aufbau unseres Equipments braucht eine Stunde Zeit, das änderst man nicht zehn Minuten vor Konzertbeginn. Außerdem, wenn die Prognosen mit Regen wahr geworden wären, wir Open air gespielt hätten, wäre das Konzert nach einer halben Stunde ganz abgebrochen worden, unsere Requisite, vor allem unsere Instrumente hätten unwiederbringlich Schaden genommen. Das ist die Sache dann doch nicht wert.“

Verständnis bei dem Publikum, das sich den Konzertgenuss nicht hat nehmen lassen und das Salonquartett Reich an Hall frisch aufgelegt und engagiert musizierend erlebte. Überhaupt hatte man sich zusammen mit der Kurgärtnerei karibisches Flair in der Konzertrotunde einfallen lassen. Palmen standen seitlich auf der Bühne, vor den Notenpulten lagen Kokosnüsse und Ananasfrüchte und stimmten auf den Abend ein. Schon vor dem Konzert kamen die vier Musiker Fred Ullrich, Yoo-Seon Nam, Thorsten Köpke und Julia Ammerer nacheinander auf die Bühne, um sich mit Badetüchern wie deutsche Touristen ihre Plätze zu reservieren. Kurz darauf eröffnete das Salonquartett das Konzert mit dem Foxtrott und kubanischen Tanz aus „Die Maske in Blau“ von Fred Raymond. Mit dicker kubanischer Zigarre im Mund begrüßte Fred Ullrich die gut aufgelegten Gäste, führte mal wissenswert, mal scherzend durchs Programm.

Bei dem berühmten Reggae „No woman no cry“ (Bob Marley) setzten sich die Herren des Quartetts Rasta-Locken und typische jamaikanische Mützen auf, was für große Heiterkeit sorgte. Das schwungvolle Liedermedley aus Amor, Quando quando, Besame mucho und Brazil sorgte für Bewegung in den Reihen, manches Bein zuckte im Rhythmus, zum Tanzen bereit. Mit viel Herz dargeboten wurde die schöne Melodie „Amazing grace“, um danach die Hawaii-Inseln kurzerhand in die Südsee zu verlegen. Denn vor der Pause spielte das Salonquartett Reich an Hall Melodien aus „Die Blume von Hawaii“ von Paul Abraham. Diese Operette ist durch die Einflüsse vom amerikanischen Jazz Anfang der 1930er Jahre berühmt geworden.

Das Salonquartett Reich an Hall hat für diesen Abend viele der gespielten Werke selbst eingerichtet. Es balanciert dabei klanglich oft an der Grenze des möglich machbaren, sind doch viele Stücke im Original für Gitarre, Blechblasinstrumente und viel Schlagwerk komponiert. Das Quartett hielt sich aber in seinen Einrichtungen streng an Melodien, Harmonik und Rhythmus, gab den Stücken damit einen ganz eigenen, besonderen Streicherklang. Nach der Pause hatten die Musiker nicht mehr Abendkleid und Smoking an, sie kleideten sich wie im Strandurlaub, leichte Klamotten bis hin zu Flipflops, die Damen mit einer Blume im Haar. Besonderer Lacher waren wohl die breiten Sombreros, die Ullrich und Köpke aufhatten, denn der zweite Teil begann mit mexikanischen Weisen. Das Stück Bermuda-Dreieck entfiel, es sei „verschollen“, so war in der Moderation zu vernehmen.

Den Abschluss nach heißen Tango-, Rhumba-, Sambarhythmen machte ein Medley aus „Der Fluch der Karibik“ von Klaus Badelt. Mit langanhaltendem Applaus wurde das Salonquartett Reich an Hall bedacht und spielte die gewünschte Zugabe. Zuvor gab es ein Dankeschön für alle Beteiligten, die zu dieser gelungenen Veranstaltung beigetragen haben, vor allem der Kur GmbH Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain für die gute Zusammenarbeit. Schmunzelnd verriet Fred Ullrich nach dem Konzert: „Wir wollen unbedingt an der Treppe einmal Open air spielen, wenn es sein muss, auch im Winter, da ist das Wetter stabiler.“ Ein zufriedenes Publikum hörte als Zugabe „Samba Brazil“ mit Grüßen an die Fußball-Weltmeisterschaft und damit klang das zweistündige Konzert aus.

Pressemeldung Salonquartett REICH AN HALL

Quelle: rosenheim24.de

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