Wie geht es weiter mit dem Raiffeisen Kultursommer?

"Kultursommer aus Tüßling nicht wegzudenken"

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Oliver Forster, Veranstalter des Raiffeisen Kultursommers (hier bei der Präsentation des Unheilig-Konzerts in Mühldorf), steht zum Standort Tüßling
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Tüßling - Heuer gibt es in Tüßling kein Kultursommer-Konzert. Welche Zukunft hat der Standort im Wettbewerb mit Städten wie Salzburg oder gar München?

Die Bombe platzte vor zwei Tagen: Am Montag meldete das Concertbüro Oliver Forster, Veranstalter des Raiffeisen Kultursommers, dass 2015 in Tüßling kein Konzert stattfinden wird. Das geringe Angebot an internationalen Top-Stars und Probleme bei der Terminfindung waren heuer offenbar unüberwindbare Hindernisse.

2015 gibt es zwei Kultursommer-Konzerte:  Unheilig kommen am 18. Juli nach Mühldorf, Max Raabe tritt am 26. Juni in Altötting auf.

Die Region muss sich bei der Veranstaltung von Konzerten zwangsläufig mit großen Städten messen. In der Musikbranche gibt es einen Gebietsschutz, das heißt, dass Künstler nicht in relativ kurzer Zeit an nahegelegenen Standorten auftreten dürfen. Nach Angaben von Oliver Forster wären beispielsweise die Scorpions gerne in Tüßling aufgetreten, der Gebietsschutz für ein Konzert im März 2016 in München machte dies aber unmöglich. Forster glaubt aber, dass sich Standorte wie Tüßling, Mühldorf und Altötting nicht vor Großstädten verstecken müssen.

"In München locken höhere Gagen"

"Der große Vorteil an Städten wie Altötting oder Mühldorf ist, dass hier die Städte zu hundert Prozent dahinter stehen und uns als Veranstalter in allen Belangen unterstützen, wo es geht", sagt Forster. Dadurch könnten große Konzerte kostengünstiger produziert werden als in den Großstädten. "Trotzdem muss man ganz klar sagen, dass keines der Konzerte ohne die Unterstützung unseres Hauptsponsors, der VR meine Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf eG, je finanzierbar gewesen wäre."

Ob man überhaupt Künstler für seine Veranstaltung bekommt, hängt letztlich aber am Gebietsschutz, also indirekt am Konzertprogramm in Städten wie München oder Salzburg. "Und zum anderen können natürlich die Veranstalter in München auch mit höheren Gagen locken, da in der Landeshauptstadt einfach auch mehr Geld eingespielt werden kann", erklärt Forster.

Unheilig-Konzert wäre in Tüßling gar nicht möglich

In Tüßling kommt hinzu, dass aus organisatorischen Gründen gleich zwei Konzerte binnen maximal einer Woche stattfinden müssen, da die Kosten sonst zu hoch wären. "Die Rennbahn in Mühldorf bietet natürlich viel mehr Platz als der Schlosspark in Tüßling", so Forster. Das Unheilig-Konzert etwa wäre in Tüßling gar nicht möglich gewesen. "Da wir im Falle von Unheilig die nötigen Einnahmen in Tüßling gar nicht hätten einspielen können, fiel die Wahl auf Mühldorf, eben weil es ein Einzelkonzert ist."

Forster bricht dennoch eine Lanze für den Standort Tüßling, wo 2016 wieder Kultursommer-Konzerte stattfinden sollen. "Natürlich ist der Raiffeisen Kultursommer aus Tüßling gar nicht mehr wegzudenken. Frau von Pfuel, Herr Altmüller und ich sind ein eingeschworenes Team und werden alles daran setzen, dass wir im nächsten Jahr wieder ein tolles Programm zusammenstellen." Der Raiffeisen Kultursommer habe sich in den letzten vier Jahren deutschlandweit und international einen Namen gemacht. "Viele Künstler und Agenten schätzen besonders die intime und familiäre Atmosphäre, aber auch die gute Organisation auf Schloss Tüßling."

Archiv: Der Raiffeisen Kultursommer 2014

Sunrise Avenue beim Raiffeisen Kultursommer

Tim Bendzko beim Kultursommer - 1

Tim Bendzko beim Kultursommer - 2

Quelle: rosenheim24.de

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