Das Programm: Gymnasiasten machen Theater

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Wasserburg - Nun kann also aufgespielt werden. Am Sonntag beginnen in Wasserburg die 55. Schultheatertage und die Auswahl der Produktionen klingt vielversprechend:

220 Theater spielende Schüler, neun ausgewählte Stücke, 11 Aufführungen auf drei Bühnen und das alles in vier Tagen - von 24. Juli bis 27. Juli wird das Luitpold-Gymnasium Wasserburg zu einer großen Spielarena für Bayerns beste Schultheatergruppen.

Das Programm

Theresien-Gymnasium Ansbach
Leitung: Doreen Sölter und Katharina Forster
„Squeakers - die jungen Vögel". Ein Theaterprojekt nach Aristophanes Das Mittelstufenprojekt geht mit dem bekannten Klassiker recht frei um, indem es eine Textvorlage von F. Wendler auch selbst bearbeitet. Dabei gelingt es den jungen Akteuren ansprechend, verschiedene Ereignisse und Begebenheiten der Vorlage auf ihre eigene aktuelle Lebenssituation zu beziehen. In dieser diskussionswürdigen Modernisierung fallen darüber hinaus die chorischen Elemente besonders positiv auf.

Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg
Leitung: Elke Sandler
„Herzblut". Eigenproduktion
Die Mädchen und Jungen aus der 8. bis 10. Klasse des Gymnasiums bei St. Stephan in Augsburg nennen ihr Stück „Herzblut“ und setzen sich darin sowohl ausgesprochen witzig, aber auch berührend mit ihren eigenen Biografien auseinander. Ohne Blacks und Vorhang spielen sie auf offener Bühne in der Gruppe und als Solisten mit beeindruckender Präsenz in der Sprache und im Spiel einzelne Szenen aus ihrem Leben und aus dem ihrer Familien, von der Geburt bis zum heutigen Tag.

Dientzenhofer-Gymnasium Bamberg
Leitung: Dominik Stoecker und Ludwig Bieger
Friedrich Hebbel: "Maria Magdalena"
Die Produktion lässt von Anfang an erkennen, dass sie in ihrer Umsetzung von einem beispielhaft strengen Formwillen durchdrungen ist. Man bedient sich konsequent klassischer theatraler Mittel, um der intendierten Aussage Gewicht zu verleihen. Hierfür sind eine ausführliche Grundschulung der Akteure und eine gehörige Portion Leidenschaft für die im Grunde spröde Hebbelsche Thematik vonnöten, die in dieser Inszenierung jederzeit zu spüren sind.

Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld
Leitung: Gerhard Eber
"Der Kaufmann von Venedig" frei nach William Shakespeare
Eine junge und experimentierfreudige Gruppe wagt sich hier an einen großen Klassiker. Eine insgesamt sinnvoll reduzierte Bühne bietet den Rahmen für eine größere Anzahl von Miniaturen, die sich inhaltlich an den im Drama angesprochenen Themen orientieren und einen eigenen spielerischen Rhythmus finden. Einen weiteren interessanten Umsetzungsaspekt sollte der Live-Soundtrack bieten.

Reuchlin-Gymnasium Ingolstadt
Leitung: Christian Albert
"Bachmann.Celan..." Ein biographisches Theaterprojekt. Eigenproduktion
Den literarisch anspruchsvolle Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan hat die Theatergruppe zwar nicht in biografisches Theater, aber in eine überzeugend theatrale, körperbetonte, choreografisch geformte Inszenierung umgesetzt. Ein kleiner rechteckiger Bühnenraum, Stühle als vielseitig genutzte Requisiten und ein die Atmosphäre geschickt verdichtender Sound bilden den wirkungsvollen Hintergrund für ein konzentriertes Spiel in den solistischen wie chorischen Passagen.

Bertolt-Brecht-Gymnasium Nürnberg
Leitung: Matthias Wachsmann
"Schrilles Herz" frei nach Lilly Axsters "Zwischenraum 13:27"
Mit diesem letzten Treffen einer Klasse vor dem Abitur wird eine allseits präsente Thematik der Schüler aufgegriffen. Das nach der Vorlage von Lily Asters „Zwischenraum 13:27“ erarbeitete Stück wird in einer stimmigen Gesamtinszenierung dargeboten, in der sich eine gefällige Komposition von Bühnenbild, Requisiten, Lichttechnik sowie Ton- bzw. Geräuscheffekten anbietet.

Dürer-Gymnasium Nürnberg
Leitung: Maximilian Weig
„Der Menschenfeind“ frei nach Molière
Diese Textadaption bietet einen interessanten Ansatz für die Auseinandersetzung mit klassischen Textvorlagen und die Diskussion um deren Umsetzbarkeit. Grundkonzept dieser Gruppe ist eine starke Kontrastierung und formale Gegenüberstellung von Originaltext und persönlicher Auseinandersetzung mit dem Text. Über zwei Leinwände und die bespiegelte Bühne werden in origineller Weise Anknüpfungspunkte aus der Vorlage in choreografierte und ganz individuelle Bewegungsformen übertragen.

Willstätter-Gymnasium Nürnberg
Leitung: Thorsten Peschel und Barbara Schlatterbeck
Alfred Jarry: "Ubu"
Ganz in der Tradition des absurden Theaters überzeugt das grotesk übersteigerte Spiel der Gruppe, das aufgrund seiner bewussten Körperlichkeit die handwerklich solide Vorbereitung der Spieler/innen offenbart. Die Livemusik der schulischen Bigband unterstützt die gelungene Umsetzung der Textvorlage von Alfred Jarry.

Gymnasium Penzberg
Leitung: Rupprecht Losert
"Parzival 2.0" frei nach Wolfram v. Eschenbach
Die Oberstufenschüler haben sich dem Text Wolfram von Eschenbachs und dabei vor allem dem Werdegang Parsifals von der Geburt bis zu seinem Erscheinen in der Tafelrunde gestellt. Dabei schufen sie eine teils lebendige, teils konzentriert ruhige Inszenierung auf einer kreuzförmigen Bühne inmitten der Zuschauer. Sie dient dem Spiel, indem sie Raum schafft für originelle Requisiten, überlegte Lichtführung und abwechslungsreiches Spiel für Ritter und Ritterfräuleins, Könige und Sekretärinnen mit ihren Laptops, die das Geschehen kommentieren. 2.0 lässt in einigen Ansätzen grüßen.

Informationen zu den Theatertickets:

Alle Aufführungen sind für die Öffentlichkeit zugänglich
Der Eintritt zu den Einzelaufführungen kostet 3 Euro; alle zehn Aufführungen zusammen belaufen sich auf 15 Euro
Tickets können direkt an der Abendkasse am Luitpold-Gymnasium erworben werden (Große Aula, Pausenverkauf) (auch wenn im Belacqua gespielt wird!)
Auf Grund der sehr begrenzten Besucherplätze bietet sich eine Voranmeldung unter theater@gymnasium.wasserburg.de an.

Pressemitteilung Luitpold-Gymnasium

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Kultur

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser