Video: Stimmen zum Tod Otfried Preußlers

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Prien/Stephanskirchen – Der Tod des beliebten Kinder- und Jugendbuchautors Otfried Preußler bestürzt die Region. *NEU: Video mit Stimmen aus seiner Heimat Stephanskirchen*

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Diese bedeutende Rolle wird ihm zuteil, da er zum einen ein sehr bedeutender Kinder- und Jugendschriftsteller war: „Krabat“, „Die kleine Hexe“ und „Der Räuber Hotzenplotz“ - nur wenige der Werke, die Otfried Preußler berühmt gemacht haben. Doch nicht nur das. Preußler war außerdem von 1953 bis 1970 als Volksschullehrer tätig, u.a. auch an der zu Lebzeiten nach ihm benannten Schule. Mitunter hatte er 52 Kinder zu beschäftigen. Hier kam sein erzählerisches und zeichnerisches Talent den Kindern zugute; nicht selten erzählte er seinen unruhigen Schülern Geschichten, die er später aufschrieb und veröffentlichte.

Der Konrektor seiner ehemaligen Wirkungsstätte erlebte Preußler als „sehr, sehr warmherzigen, aufgeschlossenen und interessierten Menschen“. Auch wenn Hans-Peter Hofmeister ihn nur zweimal kurz erleben durfte. Otfried Preußler wurde nach seinem Herzinfarkt im Jahr 1970 vom Dienst der Schule zwar freigestellt, dennoch kam er gerne auf Einladungen an die Schule und las den Schülern etwas vor oder erzählte aus der Zeit, als er im gleichen Alter war.

Otfried Preußler verstarb am Montag, 18. Februar, im Alter von 89 Jahren im Kreise seiner Familie in Prien. Wie es aus dem Umfeld heißt, sei er friedlich eingeschlafen. Bis zuletzt wohnte er in Stephanskirchen. Seine Geschäfte führte und führt seine Tochter Dr. Susanne Preußler-Bitsch. Bis zuletzt hatte er große Freude an der Arbeit mit Texten, wie seine letzte Veröffentlichung „Der kleine Wassermann – Sommerfest im Mühlenweiher“ (Februar 2013) zeigt.

Otfried Preußler hätte am 20. Oktober 2013 seinen 90. Geburtstag begangen.

Den Kindern ihre Kindheit lassen

Otfried Preußler plädierte stets dafür, Kindern ihre Kindheit zu lassen und sie nicht schon früh mit den Problemen der Erwachsenen zu belasten: „Nein, ich verfolge mit meinen Geschichten für Kinder kein unmittelbar politisch gemeintes Konzept. Ich versuche damit nichts weiter, als den Lesern Spaß zu machen, sie in der Kunst des Lachens zu üben, ihrer Phantasie Nahrung zu geben, sie in ihrem natürlichen Lebensmut zu bestärken – und dies alles in der Hoffnung, ihnen auf solche Weise ein bisschen zusätzlicher Reserve an Kraft und Vertrauen mitgeben zu können auf den Weg in die Zukunft. Eines Tages werden die Kinder von heute es sein, denen die Verantwortung der Erwachsenen aufgebürdet ist. Dann werden sie Kraft und Lebensmut brauchen können. Und die Fähigkeit zu lachen. Und Phantasie, Phantasie vor allem, ohne deren Hilfe sich keine Probleme lösen lassen, die kleinen nicht und die großen erst recht nicht.“

Großes soziales Engagement

Seine Liebe zu Kindern begründete auch Otfried Preußlers soziales Engagement. Seit den 1970er Jahren unterstützte er die Orthopädische Kinderklinik Aschau. Seit 1993 war er Erster Vorsitzender der von ihm mitbegründeten gemeinnützigen Vereinigung Hilfswerk für die Orthopädische Kinderklinik Aschau, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die kleinen Patienten und deren Familien in Notfällen zu unterstützen. 

UPDATE 15 Uhr: Erklärung von MP Seehofer zum Tod Preußlers

Otfried Preußler und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, der ihm 2010 den Bayerischen Maximiliansorden verliehen hat

Ministerpräsident Horst Seehofer zeigte sich bewegt vom Tod des weltberühmten Kinder- und Jugendbuchautoren Otfried Preußler: „Der Schöpfer von 'Räuber Hotzenplotz' und 'Krabat' hat Millionen von jungen und jung gebliebenen Lesern in aller Welt mit seinen Büchern begeistert. Er konnte packend erzählen und hat der Fantasie reiche Nahrung gegeben. In seinen spannenden Geschichten blieb er immer auch verantwortungsbewusster Pädagoge, der er von seinen beruflichen Wurzeln her war.Er konnte auf liebenswürdige Weise belehren: nicht mit dem Zeigefinger, sondern durch ein offenes und mitfühlendes Herz. Er ließ seine Figuren Abenteuer bestehen und half so seinen Lesern, Ängste zu überwinden und schließlich das Gute im Menschen zu finden. Otfried Preußler war einer der bekanntesten, beliebtesten und erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchschriftsteller, und das über alle Generationengrenze hinweg. Wir sind traurig, dass wir diesen großartigen Schriftsteller verloren haben, sein Werk aber wird weiter bestehen, es ist längst zum Klassiker geworden.“

Stellungnahme von Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer

Für Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer ist Preußler ebenso wie seine Werke unvergesslich: "Mit tiefem Bedauern habe ich vom Tod Otfried Preußlers erfahren. Otfried Preußler war jahrzehntelang ein bedeutender kultureller Botschafter der Stadt Rosenheim und der ganzen Region. Sein herausragendes schriftstellerisches Schaffen hat die Stadt im Jahr 1971 mit der Verleihung des Kulturpreises gewürdigt. Es ist keine gewagte Prognose, dass Otfried Preußlers Bücher weit über seinen Tod hinaus noch für Generationen zum festen Bestandteil der Kinder- und Jugendliteratur zählen werden. Seine Stücke „Krabat“, „Die kleine Hexe“ oder „Räuber Hotzenplotz“ werden auch in vielen Jahren noch zum festen Repertoire unzähliger Theaterbühnen gehören. Wir werden ihn nie vergessen." 

Otfried Preußler - Bilder des großen Autors

Bilder aus Stephanskirchen:

Bilder aus Otfried Preußlers Heimat

kmr/Pressemitteilung Thienemann-Verlag/Bayerische Staatskanzlei

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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