"Kottan" kommt

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Lukas Resitarits

Rosenheim - „Kottan“ kommt nach Rosenheim. Der östereichische „Kottan“-Darsteller und Kabarettist Lukas Resetarits ist in diesem Jahr zu Gast bei den 26. Rosenheimer Kleinkunsttagen.

Auch die ehemaligen Mitglieder der Münchener Lach- und Schießgesellschaft, Jochen Busse und Hening Venske garantieren bestes Kabarett. Die Kleinkunsttage bieten von Freitag, 15. Oktober, bis Sonntag, 31. Oktober, Theater, Musik, Kabarett und Comedy.

"Lukas Resitarits hat uns gerade noch gefehlt", freut sich Sepp Hirle vom Förderverien Jugendarbeit Rosenheim, der die Kleinkunsttage heuer in der 26. Auflage organisiert. "Aber es war schwer, ihn für unser Programm zu gewinnen. Das überzeugenste Argument war für Resetarits, dass Rosenheim im Bermuda-Dreieck zwischen Tirol und dem Salzburger Land liegt und somit auch wir Inntal-Bayern seinen Humor und Dialekt verstehen."

So sind wie in den letzten Jahren auch bei den diesjährigen 26. Rosenheimer Kleinkunsttagen große Namen vertreten wie das Kabarett-Duo mit Henning Venske und Jochen Busse, das "Alte Kino Ensemble" und Max Uthoff. "Allerdings liegt es dem Förderverein Jugendarbeit am Herzen, noch unbekannte, junge und einheimische Nachwuchskünstler zu fördern", sagt Sepp Hirle weiter "doch das reduziert nicht den kulturellen Wert der Veranstaltungen."

Die 15 Veranstaltungen der Kleinkunsttage finden dieses Jahr wieder im gewohnten Rahmen statt. Veranstaltungsorte sind das Ballhaus, die Blackbox und die Bühne im Lokschuppen. Das Auers Kulturzelt wie im Jubiläumsjahr 2009 gibt es nicht mehr. Dafür bleiben die Rabattsysteme mit Festivalpass, "Pass7" und "Treue-Pass" erhalten.

Die Kleinkunsttage eröffnen am Freitag, 15. Oktober, traditionsgemäß wieder mit "Querbeet", also dem Auftritt einheimischer Künstler aus Musik, Kabarett und Zauberrei. Auf der Bühne des Lokschuppens umrahmt das Saitenquintett "Seewind-Mussi" aus Bad Aibling die Auftritte von Kabarettist Thomas Fischer aus Frasdorf und von Zauberer Marco Stehböck. Thomas Fischer ist seit seiner Premiere bei den Frasdorfer Kulturtagen im Jahr 2000 in der regionalen Kabarettszene ein Begriff. Er überzeugt neben lokalen und gesellschaftlichen Anspielungen auch mit leidenschaftlichen Nachahmungen berühmter Politiker-Persönlichkeiten. Unter anderem mit unglaublichen Tricks und Mentalmagie "verzaubert" der Rosenheimer Marco Stehböck, Absolvent der Münchner Zauberschule, die Zuschauer.

Mit "Mörd - Keine Gnade für Hans Gummerer" lebt am Samstag, 16. Oktober, das kabarettistische Werk der "Valtorta" wieder auf. In Anlehnung an die legendäre Kabarettgruppe und unter der Regie von Mathias Kiefersauer, Träger des Deutschen Kleinkunstpreises, spielt das "Altes Kino Ensemble" das "Valtorta"-Stück. Dieses verrückt-komische Kabarettdrama legen die vier jungen Schauspieler Katharina Schwägerl, Ferdinand Schmidt-Modrow, Stefan Murr und Sebastian Winkler neu auf. Auch durch die Regiemitarbeit der ehemaligen "Valtorta"-Mitglieder Alexander Liegl und Markus Bachmeier steht es nach Kritikerstimmen dem Original in nichts nach.

In der ultimativen Schuhshow rund um das heißeste Objekt weiblicher Begierde schlüpft kabarettistin Andrea Bongers in 13 Paar Schuhe und 13 Charaktere mit musikalischer Unterstützung von Pianistin Katie Freudenschuss. Auf der Bühne im Lokschuppen heißt es also im "Schuhmädchen-Report" am Sonntag, 17. Oktober: "Oh Sohle Mio!"

Die ehemaligen Mitglieder der Münchner "Lach- und Schießgesellschaft" henning Venske und Jochen Busse bieten am Montag, 18. Oktober, im Ballhaus Rosenheim eine irrwitzige "Inventur". Die Kabarettisten erforschen die abwegigsten Zukunftsszenarien. Frank Grischek am Akkordeon begleitet die Ehrenpreisträger des diesjährigen Deutschen Kleinkunstpreises.

Chris Böttcher macht seinem Stück "Paparazzo" alle Ehre: Er schmettert schonungslos und indiskret Promis und Poliziker am Mittwoch, 20. Oktober, auf der Bühne des Lokschuppens nieder. Mit Parodien, Musik und "Stand-up-comedy" bringt der Mann, der mit "10 Meter geh" den Wiesn-Hit des Jahres 2009 geschaffen hat, das Publikum zum Lachen.

Die "Couplet-AG" mit Jürgen Kirner, Bernhard Gruber, hans Dettendorfer und ihrer neuen weibliche Mitstreiterin Bianca Bachmann versucht am Donnerstag, 21. Oktober, mit ihrer Politsatire "Ab morgen wieder Hirn" der Verdummung, institutionalisiert im Bundesamt für registrierte blödheit, entgegenzuwirken.

Einen hörens- und sehenswerten Abend versprechen "Die Herren Wunderlich" ihren Gästen am Freitag, 22. Oktober. die Schlager des letzten Jahrhunderts interpretieren Herbert Oberhofer, Georg Anker und Josef hacklinger im einzigartigen Arrangement aus drei Stimmen und einem Piano - dem Namen nach, auf wunderliche Art und Weise. Gespickt mit feinem Humor und kabarettistischem Witz werden die musikalischen Einlagen mit Comedy vereint.

Der Jurist und Kabarettist Max Uthoff zählt als Entdeckung und Geheimtipp der jüngsten Zeit. Im Lokschuppen begibt er sich am Samstag, 23. Oktober, mit "Sie befinden sich hier" in die alte Grundschule einer typischen Kleinstadt am Wahlsonntag und entführt das Publikum dabei zu einem wilden, satirischen Ritt durchs Leben und die deutsche Parteienlandschaft. Der Künstler wurde zuletzt mit der "St.-Ingberter-Pfanne" 2009 und heuer mit dem "Thurn- und Taxis-Kabarettpreis" ausgezeichnet.

Mit Spannung kann dem Sonntag, 24. Oktober, entgegengeblickt werden: Denn an diesem Abend spielt die Solokünstlerin Raphaela Hinterberger in der Blackbox des Lokschppens das 90-minütige Stück "Das kunstseidene Mädchen". Die Schauspielerin, Ensemblemitglied der Iberl-Bühne und Sängerin aus Feldkirchen-Westerham verkörpert die 18-jährige Doris. Mit dem Wunsch, berühmt zu werden und aus dem Alltag zu entfliehen, verschlägt es diese nach Berlin undberuflich von Büroangestellter über Kindermädchen bis Gelegenheitsprostituierte.

Bei Mistcapala wird gelacht, geweint, gereimt, gesungen, gedrückt, geblasen, gequetscht, gezupft: Auf 96 Tasten, 45 Lächern und 288 Saiten und mit sämtlichen Emotionen spielen Armin Federl, Vitus Fichtl, Tom Hake und Tobias Klug am Dienstag, 26. Oktober, im Lokschuppen. Nach der vierköpfigen Besetzung aus mehrstimmigen Gesang, Klarinett, Kontrabass, harfe, Brummtopf, Akkordeon, Mandoline und weiteren, teilweise absurden Rhytmusinstrumenten benennt sich die Gruppe: "Ein Herrenquartett".

Bereits am nächsten Tag, Mittwoch, 27. Oktober, wartet ein weiterer Programmhöhepunkt auf Kleinkunstkenner: Im Rosenheimer Ballhaus tritt der Kabarettist Lukas Resetarits aus Österreich ausnahmsweise in Deutschland auf. Mit "Osterreich ein Warietee" analysiert der ehemalige Hauptdarsteller von "Kottan ermittelt" die Abgründe der österreichischen Politik und Mentalität.

Alles andere als gewöhnlich sind die musikalischen Arrangements des Duos "Unsere Lieblinge", die am Donnerstag, 28, Oktober, auf der Bühne des Lokschuppens mit dem Programm "Nacht" zu sehen sind. Denn Virtuosität sind bei Alex Haas und Stefan Noelle nicht Zweck, sondern Vorraussetzung. "Unsere Lieblinge" sind also Rockband, Orchester, A-capella-Gruppe - und das mit Gesang und der Besetzung von Kontrabass und minimalem Schlagzeug.

Auch die Gruppe "Esbrassivo" bieten den Hörern am Freitag, 29. Oktober, musikalische Attraktionen - sowohl sanfte Brassklänge als auch wilde Blechscäden erklingen an diesem Abend. Das Blech-Quintett aus Josef Lang, Korbinian Weber, Marinus Brückmann, Markus Bauer und Thomas Stadlerschafft es durch ihre humoristische Art und durch immer wieder überraschende Showeinlagen ihre Zuhörer auf extravagante Weise zu unterhalten.

"Die lange Nach des Kabaretts" findet bei den Kleinkunsttagen am Samstag, 30. Oktober, im Lokschppen statt. Sieben östereichische Solokabarettisten als "Nationalmannschaft 2010" kombinieren in ihren Wortwechseln Pointen und Auszüge aus den jeweiligen Programmen. Gespielt wird solange, wie das Publikum wünscht, beim Auftritt der Combo vor drei Jahren begeisterte das Kabarett bis 1.30 Uhr. Die Mitglieder Clemens maria Schreiner, Robert Blöchl, Roland Penzinger, Martin Buchgraber, Joachim Brandl, Ulrike Haidacher und Antonia Stabinger präsentieren auf jeweils eigene Art und Sichtweise Clowneskes, Absurdes und Satirisches.

Den Abschluss der Rosenheimer Kleinkunsttage gestaltet am Sonntag, 31. Oktober, das "Ensemble Herbstflimmern" mit der Premiere des Theaterstücks "King Kongs Töchter" von Theresia Walser im Lokschuppen. Schauspieler von verschiedenen Rosenheimer und Wasserburger Bühnen haben unter der Regie von Gerti Aicher auf grotesk überzogener Weise das heikle Thema Altern und Sterben aufgegriffen. So finden King Kongs Töchter, die Altenpflegerinnen, eine spezielle Lösung, um ihrer Arbeit göttliche Bedeutung zu geben. Das Ensemble aus Sissi Behamer, Nico Geissler, Helge Leuchs, Claudia Loy, Johanna Rambeck, Karin Sacher, Brigitte Schirmer, Carsten Schmidt, Sigi Thäle und Elmar Weber gibt weitere Vorstellungen am 5.,7.,12., 13., 14., 17. und 18, November auf der Bühne im Lokschuppen.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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