Ohne dröhnende Pauken

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Landkreis - Das Musikfest „Nachtstücke“ im Landkreis Mühldorf geht in seine achte Spielzeit – und wartet auch heuer mit einem interessanten Programm auf.

Ein Klavierabend steht am Beginn: Am Samstag, 28. April, wird der Pianist Michael Frohnmeyer die Konzertreihe mit Schuberts letzten drei Klaviersonaten in c-moll, A-Dur und B-Dur im Zangberger Ahnensaal eröffnen. "Dieses Programm gehört zu den wohl ergreifendsten der Klavierliteratur und steht auch heute noch in unvergleichlicher Weise für die unerschöpflicher Tiefe, Weite und Höhe der Erfahrungen, die wir in der Musik erleben können", erklärt Frohnmeyer, der zugleich Gründervater und künstlerischer Leiter der "Nachtstücke" ist.

In den vergangenen Jahren hat er dem Musikfest seinen Stempel aufgedrückt: mit hoher musikalischer Qualität, überregional bedeutenden Künstlern, aber auch mit einem unkonventionellen Prgramm, das stets viel Raum für zeitgenössische Musik gelassen hat. Daran soll sich auch weiterhin nichts ändern: "Wir bleiben so offen wie bisher ", sagt Frohnmeyer. "Nach allen Seiten".

Der Schwindegger Pianist macht keinen großen Hehl daraus, was er vom klassischen Konzertbetrieb hält: "Ein Konzertabend muss in meinen Augen mehr bieten als nur schöne Musik und Häppchen. Ich verstehe Musik nicht nur als Konsumartikel. Es geht dabei auch immer um etwas Existenzielles. Und das darf nicht unter den Tisch fallen."

Deshalb sei es ein "ungeheueres Glück", dass - wie schon im vergangenen Jahr - erneut Valery Afanassiev einen Nachtstücke-Konzertabend bestreitet. Am 5. Mai gibt er ein Solokonzert im Ahnensaal des Klosters Zangberg. Als "einen Ausnahmekünstler" beschreibt ihn Frohnmeyer. Einer, den "noch zu Lebzeiten eine mythische Aura umgibt".

In Afanassievs als Hommage an Franz Liszt gedachten Programm erklingen vor allem späte, kontemplative Werke des visionären Komponisten, ergänzt durch die "Reflexionen" anderer Werke von Beethoven, Wagner und Debussy.

Im vergangenen Jahr trat Afanassiev im Schloss Schwindegg auf, im Wohnzimmer Frohnmeyers sozusagen. Dort findet heuer kein Konzertabend statt, dafür ziehen die "Nachtstücke" ein Haus weiter. Im renovierten Bürgerhaus, das Anfang Mai seiner Bestimmung übergeben wird, macht das Musikfest am 12. Mai Station. Im Mittelpunkt steht dabei der französische Komponist Olivier Messiaen und dessen Quartett für Klavier, Violine, Klarinette und Cello kompositorisch angestrebt worden. Eduard Brunner, Ulrich Isfort, Friedrich Gauwerky und Michael Frohnmeyer werden es aufführen. Zu diesem laut Frohnmeyer "außerordentlich bedeutenden Werk des 20. Jahrhunderts" sowie zu der Sonate für Cello und Violine der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina wird es eine eingehende Einführung vor dem Konzert geben.

Den Abschluss des Musikfestes bildet das "Percussion Art Quartett", das am Sonntag, 20. Mai, im Haus der Kultur in Waldkraiburg auftritt. "In Kompositionen von Westlake, Cage, Rosauro sowie in eigenen Kompositionen des Quartettes werden den Zuhörern phantastische Welten entschlüsselt", kündigt Frohnmeyer an. "Jenseits von dröhnenden Pauken und scheppernden Cinellen."

Karten für alle Konzerte gibt es bei Inn-Salzach-Ticket sowie unter der Telefon-Hotline 01805 / 723636. Reservierungen sind unter Telefon 0 80 82 / 9 43 80 möglich. Weitere Informationen gibt es im Internet unter nachtstuecke-musikfest.de.

ha/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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