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Sechs mutmaßliche IS-Mitglieder in mehreren Bundesländern festgenommen

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Vor dem Kinostart: "Die U-Bahn Pelham 123"

Denzel Washington: "Ich mag keinen U-Bahn-Geruch"

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In der Neuverfilmung des Krimiklassikers "Die U-Bahn Pelham 123" spielt Denzel Washington den Fahrdienstleiter der U-Bahn.

Seit "Malcolm X", "Die Akte" und "Man On Fire" zählt Denzel Washington zu den beliebtesten Hollywoodstars. Im Interview spricht er über seine Wohlstandswampe, böse Buben und US-Präsident Obama.

Am kommenden Donnerstag (24.09.2009) kommt der 54-Jährige mit der Neuverfilmung eines Krimiklassikers in unsere Kinos: In "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123"spielt er einen Fahrdienstleiter, der von einem hitzköpfigen Geiselnehmer (John Travolta) in ein fieses Katz-und-Maus-Spiel verwickelt wird.

Sie sind in New York aufgewachsen. Wann haben Sie zum letzten Mal die U-Bahn benutzt?

Das ist bestimmt fünfzehn bis zwanzig Jahre her. Ich lebe ja seit etlichen Jahren in Los Angeles, dort ist die U-Bahn viel zu unpraktisch. Alle sind mit dem Auto unterwegs.

Kommen Sie nicht ab und zu nach New York?

Ja, aber dann habe ich in der Regel einen Chauffeur. Und ich gestehe Ihnen gern, dass ich das U-Bahn-Gefühl nicht vermisse. Ich mochte den Geruch nie, und ich habe dort unten so viele üble Gestalten gesehen, dass ich mir geschworen habe: Wenn ich es mir leisten kann, benutze ich nie wieder die U-Bahn!

Haben Sie sich im Vorfeld noch einmal den Klassiker "Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123" angesehen?

Nein, denn sonst hätte ich beim Drehen womöglich immer wieder gedacht: "Das darfst du jetzt nicht tun, weil es Walter Matthau im Originalfilm schon so gemacht hat." Ich wollte frei sein in meiner Interpretation der Rolle. Und wenn zufällig dasselbe herauskam wie damals, konnte ich ehrlich sagen: "Das habe ich nicht gewusst."

Sie haben im Film eine ziemliche Wohlstandswampe. Haben Sie sich die extra angefuttert?

Nein, die hatte ich im Prinzip schon. Ich musste mich einer Operation am Knie unterziehen und durfte eine Zeit lang keinen Sport treiben. Das fiel mir nicht leicht, weil ich normalerweise mehrmals pro Woche trainiere. Für meine Rolle waren die zusätzlichen zwanzig Kilo ideal: Die meisten Fahrdienstleiter haben Übergewicht, weil sie den ganzen Tag sitzen müssen - und ich wollte sowieso, dass meine Figur ein bisschen schwerfällig und überfordert wirkt.

Wie sind Sie die zwanzig Kilo losgeworden?

Auf klassische Weise: wenig essen, viel trainieren. In meinem Alter ist das gar nicht so einfach. Die Ärzte haben mir gesagt, ich sollte das Ganze langsam angehen und maximal vier Kilo pro Monat verlieren, weil das sonst gesundheitsschädlich wäre. Also habe ich mir fünf Monate Zeit genommen, bis ich wieder bei meinem Idealgewicht von 90 Kilo war.

Im Film liefern Sie sich mit John Travolta ein Fernduell. Abgesehen vom Schluss agieren Sie in keiner Szene gemeinsam. War es schwierig, gegen solch ein Phantom zu spielen?

Schwierig sind ganz andere Dinge. Nach Bagdad in den Krieg zu ziehen zum Beispiel. Die Schauspielerei ist nie schwierig. Und dass wir beide in diesem Fall unsere Spielpartner nicht sahen, war durchaus von Vorteil: Wir konnten uns mehr auf unsere Vorstellungskraft verlassen. Und wir haben über die Distanz hinweg versucht, eine Beziehung aufzubauen. In den Drehpausen haben wir ständig per Mikrofon oder Lautsprecher miteinander gesprochen. Manchmal haben wir uns sogar Witze erzählt - oder gemeinsam unsere Lieblingslieder gesungen.

Hätten Sie sich vorstellen können, die Rollen mit ihm zu tauschen?

Ich hatte die freie Wahl und fand die Rolle des Guten interessanter. Aber während der Dreharbeiten war ich, ehrlich gesagt, manchmal neidisch auf John Travolta, weil er es in seiner Rolle richtig krachen lassen konnte. Böse Buben haben immer mehr Spaß!

Was war der schönste Moment Ihrer dreißigjährigen Karriere?

Ich schaue nie zurück. Das ist ein Ratschlag, den man mir in meiner Schulzeit gegeben hat und den ich verinnerlicht habe. Selbst wenn ich im Fernsehen mal einen alten Film von mir entdecke, sehe ich mir höchstens noch ein paar Szenen an. Was hinter mir liegt, interessiert mich nicht!

Wie hat sich Amerika seit Barack Obamas Amtsantritt verändert?

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der ich bestimmte Läden nicht betreten und gewisse Brunnen nicht benutzen durfte. Darum bedeutet es mir viel, dass wir jetzt einen afroamerikanischen Präsidenten haben. Barack hat das Amerika-Bild auf der ganzen Welt verbessert: Er geht kompromissbereit auf andere Nationen zu, anstatt stur auf seiner Weltsicht zu beharren wie sein lächerlicher Amtsvorgänger. Natürlich ist auch Barack kein Zauberer. Er weiß selbst sehr genau, dass er nicht in kürzester Zeit hundert Dinge verändern kann. Aber er versucht es. Und so gelingt es ihm vielleicht, wenigstens fünfzig Dinge zu verändern!

Das Gespräch führte Marco Schmidt.

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