Hubert von Goisern rockte in Maxlrain

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Hubert von Goisern (rechts) mit seinem Gitarristen Severin Trogbacher (links).

Maxlrain - Der König des Alpenrock rief, und sie kamen in hellen Scharen. Fast zweitausend Fans von Hubert von Goisern waren in Maxlrain beim Open-Air-Konzert.

Kurzfristig war man wegen der durchnässten Schlosswiese auf einen Nachbarplatz ausgewichen. So erreichten die Besucher trockenen Fußes ihre Sitzplätze. Auch vom Himmel fiel keinerlei Nass an diesem Abend. Ein roter Drache glänzte vor schwarzer Leinwand beim kraftvollen Auftakt mit Hubert von Goisern am Akkordeon und seinen drei jungen Mitmusikern Alex Pohn am Schlagzeug, Helmut Schartlmüller am Bass und Severin Trogbacher an der Gitarre.

Als Über-Oberösterreicher bezeichnet er sich und die drei in seiner Band. "I glaab, mir brennt da Huad, grias eich", stimmte Hubert Achleitner, der seinen Bühnennamen von Goisern von seinem Heimatort übernommen hat, seine Zuhörer auf Kommendes ein. Auf weibliche Begleitung, wie ganz früher die Alpinkatzen, später Instrumentalistinnen und zuletzt Backgroundsängerinnen, hatte das Quartett verzichtet.

"Ois Indianer konnst di unsichtbar machen" verriet Goisern und erzählte, wie er in Wien in seinen Anfängen sieben Jahre "schwarz" im Bus gefahren war und über Indianer ging es musikalisch weiter mit dominantem Schlagzeug, in rhythmischem Rockgroove der Gitarren und mit dem Meister an der Mundharmonika. Den heftigen Beat spürte man körperlich. Schade, dass der Heavy-Rock manchmal übersteuert wurde. Das erstickte leider die hörenswerten Liedtexte. "Georgia on my mind", das Ray Charles so unvergesslich sang, hat der Musiker aus dem Salzkammergut in "Goisern, i steh auf di" umgewandelt, und Altbekanntes mischte er mit viel Neuem aus dem noch unveröffentlichten zwölften Studioalbum, das im Herbst herauskommen wird. Maultrommel, Glocken, Klarinette, Gitarre, Mund- und Ziehharmonika, der alpine Weltmusiker ist ein Professioneller auf allen Instrumenten. Bluesig sang er über den Gaatsch (Matsch) im Schnee und das Slalomfahren und leidenschaftlich bei seinem mitreißenden Lied "I wui leben". Seinem Publikum empfahl er: "Lassts eich foin". Feiner Landler, gejauchzte Jodler, Soul, afrikanische Melodien, Jazz und Samba vermischten sich bei diesem Konzert mit Goiserns traditioneller heimatlicher Musik auf ganz unverwechselbare Art und Weise. Den berühmten Janis Joplin Song "Oh Lord, want you buy me a Mercedes Benz" übersetzte der 58-jährige Goisern in ein "Geh Hergott, i bitt di ums ewige Lebn". Er brachte auch die Hungersnot der Menschen in Afrika und die westliche Ignoranz dazu zur Sprache. Mit seiner Ziach tanzte er völlig eingetaucht in den Rhythmus über die Bühne. Seine Haare hingen ins schweißnasse Gesicht. Künstliches Nebelgewölk leuchtete auf in den wechselnden Farben von Violett, Purpur, grellem Grün und tiefem Blau bis zum glitzernden Weiß der Lichtshow. Nach dem allbekannten "Hirtamadl" hatten die Besucher noch längst nicht genug vom Alpenrock, auch wenn dann das "Wie die Zeit vergeht" den stimmigen Schlusspunkt gesetzt hätte. Ja, sie sind eben süchtig nach dem Goisern und seiner Musik.

Margrit Jacobi (Mangfall-Bote)

Quelle: rosenheim24.de

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