Heuer nur Kindertheater am Edlinger Stoa

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Riskant ist Open-Air-Theater immer: Gestern Nachmittag waren die Sitze vor der Bühne von "The Black Rider" noch nass.

Wasserburg/Edling - Die Open-Air-Theatersaison ist eröffnet: Das Theater Belacqua hatte am Donnerstag Premiere des Stücks "The Black Rider", diesmal wieder hinter der Frauenkirche.

Schon am Mittwoch gab es das "Amtsgericht" im Biergarten.

"Wir spielen" wurde am Vormittag im Belacqua entschieden: Die Wetterprognose versprach einen trockenen Abend in der Altstadt, auch wenn es zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ausschaute. Das Wetterrisiko gehört eben dazu bei Open-Air-Produktionen.

Trotzdem gehören die Sommer-Vorstellungen im Freien für die Wasserburger Theater zu den wichtigsten Terminen. "Wenn das läuft, ist das Jahr praktisch in trockenen Tüchern", so ein Theatermann. Und so gab es vor einigen Jahren fast ein Gerangel um die Termine am Stoa in Edling, der Open-Air-Bühne im Raum Wasserburg schlechthin. Das Theater Belacqua feierte dort große Erfolge. Als es dann zwei Wasserburger Theaterbühnen gab, wurde ein jährlicher Wechsel vereinbart: einmal Belacqua, einmal Narrenschiff.

Mit Schnee ist hoffentlich nicht zu rechnen, aber ein Schneemann spielt mit am Stoa bei "Die kleine Hexe".

Heuer wäre das Belacqua dran, "aber leider hat sich Herr Bertram anders entschieden", so Maria Hiebl vom "Aktionskreis Edling Kultur und Heimat", der den Stoa quasi bewirtschaftet. Das Belacqua habe den Stoa nicht mit anderen Theatern teilen wollen, "und das geht einfach nicht", bedauert Maria Hiebl.

So wird es heuer dort nur ein Kindertheater geben: Die Volksschule Pfaffing spielt am 8., 9. und 12. Juli (Beginn 18.30 Uhr) "Die kleine Hexe". Ein weiteres Theaterengagement war zwar vom Arbeitskreis geplant, wurde dann aber wieder abgesagt: Die "Opernbayern" hätten eine Freischütz-Adaption gespielt. Genau eine solche ist auch "The Black Rider", und "diese direkte Konkurrenz wollten wir wirklich nicht", so Maria Hiebl.

Uwe Bertram vom Theater Belacqua wollte sich gestern zur Frage der Open-Air-Theater nicht äußern. Aus dem Umfeld war aber zu hören, dass man am Stoa nicht mehr spielen werde. Mücken bei schönem Wetter, eine ungeschützte Lage bei schlechtem, dazu diverse Abstimmungsprobleme hätten zu dieser Entscheidung geführt. "Es liegt nicht am Stoa, wenn das Wetter schlecht ist", meint dazu Maria Hiebl, und verweist auf die Anstrengungen des Vereins, die Infrastruktur vor Ort theatertauglich zu machen. Ein sicheres Gebäude für die Technik und zuletzt sogar ein Kanalanschluss hätten einiges an Finanzmitteln verschlungen.

So könne man derzeit auch kein finanzielles Risiko eingehen und setze auf Sicherheit: Vier Wochen wird es diesmal Open-Air-Kino geben, dazu eine Klüpfel/Kobr-Lesung, einen Vortrag und Volksmusik, "ein tolles Programm, wenn auch leider ohne großes Theater", so Hiebl.

Das könnte nächstes Jahr dann wieder vom Narrenschiff kommen. Jörg Herwegh jedenfalls bestätigt, dass er "2012 gerne wieder rausgehen will." Zwar sei der Stoa wegen des Wetters "wahnsinnig riskant", aber andererseits "immer auch ein Highlight".

Möglicherweise wird es dann zwei Openair-Theater geben, denn auch beim Belacqua denkt man dem Vernehmen nach über einen neuen Spielort im Freien nach. Ideal wäre am Theater selbst: Bei schönem Wetter draußen, bei schlechtem drinnen.

Für die Stadt ist grundsätzlich auch "immer wieder mal" ein Theater hinter der Frauenkirche denkbar. "Bisher hat es keine Probleme mit den Anliegern gegeben", so Bürgermeister Michael Kölbl. Das sei aber immer eine Einzelfall-Entscheidung: Einen Grundsatzbeschluss pro oder contra Openair-Bühne in der Altstadt habe und wolle man nicht.

Karl Königbauer (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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