Polizeiorchester begeistert in Grabenstätt

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Das Polizeiorchester Bayern hinterließ bei den Besuchern des Benefizkonzerts in Grabenstätt einen bleibenden Eindruck und die neue Sport- und Mehrzweckhalle bestand seine klangliche Feuertaufe.

Grabenstätt - Ein hochklassiges Konzert genossen die zahlreichen Besucher am Samstagabend in der Anfang Mai eingeweihten Sport- und Mehrzweckhalle Grabenstätt.

Unter der Leitung des renommierten Chefdirigenten Professor Johann Mösenbichler zeigte das Polizeiorchester Bayern die ganze Bandbreite seines musikalischen Repertoires und spannte dabei einen Bogen von der Klassik bis zum Bigband-Sound.

Der Erlös kommt nun dem veranstaltenden Förderverein „Eine Halle für Grabenstätt e. V.“ und dem Altenheim Marienstift in Marwang zugute. Nachdem zum Auftakt der Konzertmarsch „In Honorem Eius – Zu Ehren Seiner“ von Orchestermitglied M. Hechenblaickner erklungen war, lobte Moderator und Musikant Thomas Schechinger die Grabenstätter Bürger für ihren „unglaublichen Zusammenhalt“ und freute sich darüber, dass „auch wir einen Beitrag für diese Halle leisten können“. Der Konzertmarsch werde man auch bei der Verabschiedung des bayerischen Landespolizeipräsidenten Waldemar Kindler spielen.

Weiter ging es mit der Ouvertüre „Die Sizilianische Vesper“, in der Guiseppe Verdi den Aufstand der Sizilianer und die Vertreibung der Franzosen aus Sizilien klanggewaltig verarbeitete. Bei der anschließenden Welturaufführung von „Arctica aeterna, Expedition ins Eis“ von Florian Linckus wähnten sich die Gäste auf einer spannenden Reise zum Nordpol, die Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführt worden war. Abenteuerlust und Forscherdrang wechselten sich ab mit Ängsten und Zweifeln, doch die abschließenden leichten, beschwingten Takte verrieten das glückliche Ende. Ein weiterer Höhepunkt war das Stück „Bugler´s Holiday“ inklusive Solo für drei Trompeten des US-amerikanischen Star-Komponisten Leroy Anderson. Anderson, dessen Eltern aus Schweden stammten, sei durch seine kurzen, originellen Konzertstücke und zeitlosen Melodien für Werbespots und TV-Serien bekannt geworden, erzählte Schechinger. Bevor es in die 20-minütige Pause ging, sorgten die „Armenischen Tänze“ von Alfred Reed mit ihren vielen Rhythmus- und Tempowechseln für Begeisterung.

Polizeiorchester in Grabenstätt

Nach dem Konzertmarsch-Klassiker „Concordia“ von Eugen Fülling folgte das beeindruckende „Konzert für Klarinette und Blasorchester“ von Artie Shaw. Auch der 2004 verstorbene Komponist wäre vom glanzvollen Solo-Auftritt des Klarinettisten Peter Seufert schwer begeistert gewesen. Die Besucher klatschten bereits während des Stücks und immer wieder waren „Bravo-Rufe“ zu vernehmen. Beim „Sandpaper Ballet“ kam das Faible Leroy Andersons für ausgefallene Instrumente zum Tragen. Zwei Musikanten banden sich kurzerhand eine Schürze um und bestachen als „Schleifpapier-Virtuosen“. Den Schlusspunkt setzte ein Streifzug durch das Musical „Les Misérables“, der wahrlich keine Wünsche offen ließ. „Wir haben die Botschaft verstanden“, reagierte Dirigent Mösenbichler auf die stehenden Ovationen des Grabenstätter Publikums und bezeichnete es schelmisch als „bestes Publikum des heutiges Abends“. Bei der Jazz-Zugabe „Misty“ spielte sich Peter Seufert mit dem Saxophon in die Herzen der Gäste. Bei aller Euphorie ging es fast ein wenig unter, dass der Dirigent der Musikkapelle Grabenstätt, Christian Bergmann, nach sechs Jahren sein Comeback im Polizeiorchester gab.

Der großartige Dirigent und Taktgeber Mösenbichler, dem Bürgermeister Georg Schützinger und der Zweite Vorsitzende des Fördervereins „Eine Halle für Grabenstätt“, Siegfried Gärtner, am Ende des Gastspiels einen Blumenstrauß überreichten, ist Universitätslehrer an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. Seine Studien in den Fächern Klarinette, Saxophon und Dirigieren absolvierte er am dortigen Bruckner-Konservatorium und an der Hochschule für Musik in Wien. Unzählige Konzertauftritte, sein langjähriges Wirken als Gastdirigent und seine umfassende Vortrags-, Lehr- und Jurorentätigkeiten führten ihn durch ganz Europa, nach Asien und in die USA. Für seine Leistungen erhielt Mösenbichler zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Seit 2006 dirigiert er das Polizeiorchester Bayern, das 1951 gegründet worden ist und seinen Sitz in München hat. Es versteht sich als musikalischer Botschafter für die Bayerische Polizei und das Staatsministerium des Innern. Das Orchester, dessen 45 Mitglieder aus aller Herren Länder kommen, tritt jährlich bei über 60 Benefizkonzerten in Bayern, anderen Bundesländern und dem benachbarten Ausland auf. Mit dem jeweiligen Erlös werden karikative, soziale und präventive Projekte gefördert.

mmü

Quelle: rosenheim24.de

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