Goebbels Teppich soll ins Museum

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Zur Zeit befindet sich der Teppich bei Costa Cordalis.

Rottweil/Berlin - Der Teppich von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels soll ins Deutsche Historische Museum nach Berlin kommen. Zur Zeit besitzt ihn Schlagersänger Costa Cordalis.

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Das für Historiker interessante Fundstück hat eine recht dubiose Geschichte hinter sich und liegt derzeit in einer Asservatenkammer bei der Staatsanwaltschaft Rottweil. Die Justizbehörden in Rottweil haben jetzt entschieden: Der Teppich, der im Auftrag des NS- Propagandaministeriums hergestellt wurde, war einst Reichseigentum und gehört deshalb heute dem Bundesamt für offene Vermögensfragen.

Die Polizei in Niedersachsen hatte den Teppich vor Jahren bei einem baden-württembergischen Geschäftsmann sichergestellt. Dann ging das Gezerre los: Neben dem Bundesamt für offene Vermögensfragen hatten nach Behördenangaben vier Privatpersonen Anspruch auf den Teppich gestellt. Das Deutsche Historische Museum hat bereits Interesse an dem Stück bekundet.

Der 1943 von Goebbels in Auftrag gegebene Wandschmuck zeigt eine Szene aus der Nibelungensage. Hergestellt wurde er in einer Gobelin- Manufaktur in Wien, die ihn im Frühjahr 1945 an das Reichsministerium für Propaganda lieferte. Nach Kriegsende gehörte er zunächst den Alliierten. Später ging das Stück an die DDR über und landete schließlich bei einem Antiquitätenhändler aus Dresden. Ende der 70er oder Anfang der 80er Jahre soll der Teppich nach Westdeutschland geschmuggelt worden sein - Medienberichten zufolge von Schlagersänger Costa Cordalis.

Seitdem befand sich der Wandschmuck im Besitz des Geschäftsmanns aus dem Südwesten. Eine Wahrsagerin habe ihm 2007 den Verkauf in Norddeutschland empfohlen und einen Verkaufspreis von rund 300 000 Euro vorausgesagt, berichtete der Geschäftsmann der Polizei. Die Beamten erfuhren davon und stellten den Teppich bei einer Razzia sicher.

Fachleute halten den Teppich für künstlerisch nicht übermäßig bedeutend. Lediglich seine Herkunft macht ihn für Historiker interessant. “Wir werden dafür sorgen, dass er möglichst nicht in unserem Depot liegen bleibt“, sagte die Sprecherin des Bundesamts für offene Vermögensfragen. Wann und in welchem Rahmen der Teppich öffentlich gezeigt wird, ist aber noch offen.

dpa

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