Gitarrenzauber am Geburtstag

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Christian Gall (links) und Pedro Tagliani.

Bad Aibling (OVB) - Das "Duo Dois" gab jetzt ein Konzert im Rahmen des internationalen Gitarrenfestivals "Saitensprünge" in Bad Aibling.

Abermals ein Heimspiel bei dem Gitarrenfestival "Saitensprünge" im Aiblinger Kurhaus für den aus Bad Aibling stammenden Pianisten Christian Gall: Diesmal mit der besonderen Bewandtnis, dass sein Partner Pedro Tagliani Geburtstag hatte. Eins vorweg: Es war ein sehr schönes, gleichermaßen warmherziges wie kreatives Geburtstagskonzert der beiden, die nun zum dritten Mal dabei waren. Auf dem Programm standen sowohl Kompositionen von Gall und Tagliani als auch einige Stücke anderer brasilianischer Musiker.

Mit einem swingigen "Choro Alegre" und einigen für Brasil-Jazz typischen Tonfolgen stieg das Duo ein, gefolgt von dem famosen "Black Orpheus" mit seinem prägnanten Grundthema. Piano und Gitarre harmonierten ideal bei den beiden, die stets den Blick für den anderen und Gefühl für das Timing bewiesen. Tagliani baute immer wieder kleine Spezialitäten in sein feines Gitarrenspiel ein: Ein kurzes Solo in "Black Orpheus", dann die Gitarrensaiten mit der flachen Hand als Perkussionsinstrument bedienend ("Novinha") deutete schon sein hohes Kreativpotenzial an. Schlitzohrig spielte Tagliani eine Samba, während der er übergangslos auf gespeicherte Gitarrenmusik improvisierte. Im Zusammenspiel gelangen Gall und Tagliani immer wieder fließende, längere Passagen, die beispielsweise an den Sound Keith Jarretts auf der "Changeless"-Aufnahme erinnerten und die sich auch gut beim ECM-Label machen würden. Galls Qualitäten als Komponist verdeutlichte das Stück "Ushuia", das erst wehmütig und einsam klang, dann langsam in Fahrt kam. Tagliani als Protagonist an der Gitarre kam es zu, den zweiten Set mit einem feinen Solo zu eröffnen. Er improvisierte frei über einer brasilianischen Komposition und entführte die Hörer mit steten und überraschenden Wechseln aus lyrischen Passagen und aufbrandenden Rhythmen in seine Klangwelt. Die Choreografie des Konzerts wurde nun zunehmend populärer und "geburtstagsgemäß" gut gelaunt. Auf den umarrangierten Bebop "Joyspring" folgte mit "Primavera" ein weiteres Frühlingsstück mit warmherzig-wohligen Klängen. Brasil-jazzig ging es schließlich in Richtung Finale und nachdrücklich geforderte Zugaben.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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