Metamorphose eines Engels

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Schnaitsee - "Angel is born" heißt die neueste Arbeit von Georg Mayerhanser. Bald geht es für die Skulptur nach Sydney in die Ausstellung "Sculpture by the sea". Davor zeigt Mayerhanser sie aber noch in Schnaitsee.

"Sie hat mir einiges abverlangt", meint Georg Mayerhanser über seine Skulptur "Angel is born". Fast acht Wochen lang hat er an seinem Kunstwerk gearbeitet - von der Planung bis zum fertigen "Engel".

Die Großplastik besteht aus drei Teilen, Mayerhanser hat sie mit der von ihm selbst etablierten "Cut Out"-Technik (siehe unten) aus Stahl, Eichenholz und hochglanzpoliertem Edelstahl gefertig. "Das Polieren war sehr anstrengend und aufwendig", erklärt der Künstler.

Wie der Name schon sagt, stellt "Angel is born" die Geburt eines Engels dar. Der erste Teil zeigt das "Ovum", also das Ei, der mittlere "Chrysalis", was der Verpuppung entspricht, und schließlich "Imago": die vollendete Schönheit. "Ich vergleiche die Geburt des Engels mit der Metamorphose eines Schmetterlings", erklärt Mayerhanser.

Die Idee für seine Plastik hatte der Künstler in Sydney, als er dort mit einer Auftragsarbeit beschäftigt war. "Ich sah die Skulptur am Himmel, es war eine Wolkenformation, die ich sofort auf Papier festgehalten habe." Einige Papier-, Holz- und Metallmodelle später war dann "Angel is born" fertig.

Bald wird die Skulptur an den Ort zurückkehren, wo sie in der Phantasie des Künstlers entstanden ist, denn Mayerhanser nimmt an der australischen Ausstellung "Sculpture by the sea" teil. "Der Abschied von meinem Kunstwerk wird mir schwerfallen", meint er wehmütig.

Bis es soweit ist, können sich Interessierte aber noch selbst von der Schönheit des Engels überzeugen: Am Samstag, 30. Juli, und am Sonntag, 31. Juli, zeigt Mayerhanser jeweils von 13 bis 18 Uhr seine Skulptur in der Mühldorfer Straße 44 in Schnaitsee.

Anette Mrugala

Der „Cut Out“:

Der "Cut Out" ist das Schneiden und Reißen in amorphe Formen aus unterschiedlichen Werkstoffen (meist in Stahl), das Ausklappen und ein Deformieren im Kalt- oder Warmzustand. Ein Prozess der bis zur Materialermüdung oder Reißgrenze führt. Beim Klappen und neu positionieren der Flächen werden Querschnitte verändert, die Walzfaser verformt aber nicht getrennt. Diese Nabelschnur zur ursprünglichen Form ist bleibend und grundsätzlich. Nur so kann der Prozess verstanden werden. Die Entwicklung einer „Cut Out Skulptur“ muss nachvollziehbar sein. Eine gedachte Rekonstruktion muss möglich bleiben. Die Innenwelten und Unterseiten der Körper und Flächen werden, wenn erforderlich, durch Farbbehandlung aktiviert. Der Innen- und Außenraum ist gleichbedeutend. Manchmal werden aus Stahlplatten Sonderkörper verschweißt und in der „Cut Out Technik“ neu geöffnet. Erste Arbeiten dieser Art entstanden 1992 von Georg Mayerhansen, danach ständige Weiterentwicklung von Form und Technik. Wichtig ist das Verschnitt freie arbeiten ohne Hinzugabe von ergänzenden Materialien. Schweißgut dient der Statik, spielt aber in der Gestaltung eine untergeordnete Rolle.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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