Filmstart"2012": Lohnt sich der Weltuntergang?

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Washington - Das Ende ist nah! Im Jahr 2012 wird sich die Erde auftun und halbe Kontinente verschlingen. Heute läuft der neue Roland-Emmerich-Film bei uns an. Lohnt sich ein Besuch?

Moderne Archen sollen wenigstens einen kleinen, ausgewählten Teil der Menschheit retten. So zumindest sieht Hollywood-Actionspezialist Roland Emmerich in "2012" unsere nahe Zukunft.

Szene aus 2012: Großstädte stürzen ins Meer

In dem seine bisherigen Special-Effects-Werke wie "Independence Day" oder "The Day After Tomorrow" noch übertreffenden Film beruft sich der Regisseur auf eine angebliche Weltuntergangs-Prophezeiung der alten Maya - auch wenn die Wissenschaft überzeugt ist, dass es am 21. Dezember 2012 weder einen apokalyptischen Einschlag eines Himmelskörpers geben wird und sich auch nicht die magnetischen Pole der Erde umkehren werden.

Am meisten ärgert den US-Präsidentenberater (herrlich fies gespielt von Oliver Platt), dass "all die Spinner" am Ende recht behalten - die orakelnden Menschen, die mit ihren "Kehre um!"-Plakaten an den Straßenecken rumstanden.

Das Weiße Haus in Washington ist einer der Schauplätze, an denen Emmerich zeigt, wie in 158 Minuten die Welt untergeht - und am Ende doch die Sonne wieder scheint. Regierungsspezialisten mit dem Geologen Adrian (Chiwetel Ejiofor) an der Spitze versuchen, das Unheil aufzuhalten. Dabei geraten sie sich über die Frage in die Haare, ob es richtig war, die milliardenteuren Tickets für die rettenden Archen ausschließlich an die Reichen, Berühmten und Erfolgreichen zu verteilen.

Immer noch regiert ein schwarzer Präsident (Danny Glover) die USA. Deutschland wird von einer Kanzlerin Merkel vertreten, die im Jahr 2012 mit einer neuen Frisur überrascht. Der italienische Ministerpräsident wird es übrigens ebenso wie der US-Präsident am Ende vorziehen, bei seinem Volk auf der heimgesuchten Erde zu bleiben statt in eine der Archen zu steigen.

Oha, kommt da der Weltuntergang: John Cusack spielt in „2011“ Jackson

Währenddessen verbringt in Kalifornien der gescheiterte Schriftsteller und getrenntlebende Ehemann Jackson (John Cusack) ein problematisches "Papa-Wochenende" mit seinen zwei Kindern. Dabei kommen sie unversehens dem Ort zu nahe, an dem die Katastrophe ihren Anfang nimmt. Im Wald eines Nationalparks treffen sie aber auch einen der "Spinner" (Woody Harrelson), die mehr wissen als der Rest der Welt. Der gibt ihnen den entscheidenden Hinweis, wie sie sich vielleicht doch noch retten können.

Weite Landstriche sind schon im Meer versunken, Züge und Autos fallen vom Himmel und Elefanten und Giraffen werden Richtung Arche ausgeflogen. Doch Jackson gelingt es nicht nur, ein Flugzeug zu kapern. Im Weltuntergangs-Chaos schafft er es sogar, seine eigentlich wieder neu liierte Ehefrau (Amanda Peet) zurückzuerobern.

Der Vater von „2012“: Roland Emmerich

Emmerich - der Schwabe, der als "Spielbergle aus Sindelfingen" seit Jahren in Hollywood lebt und arbeitet - bleibt sich auch in "2012" treu. Aufsehenerregende Actionszenen lassen dem Zuschauer den Atem stocken.

Fast penetrant betont Emmerich dieses Mal aber die amerikanischen Werte einer heilen, glücklichen Familie. Zu pathetischer Musik scheinen sich Väter, Mütter und Kinder, Ehefrauen und Geliebte ein ständiges "I love you" zuzuraunen.

Am Ende beginnt ein neuer, heller Tag. Die Hoffnung schlägt wilde Funken. Und die Zukunft liegt nach Emmerichs Prognose in Afrika.

dpa

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Quelle: rosenheim24.de

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