Dirigent Gordon Hamilton in München

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München - Der australische Chorleiter Gordon Hamilton, kehrt im Dezember als Leiter des Chores „The Australian Voices“ zurück nach Deutschland.

Münchener Konzertbesucher werden am 16. Dezember im Großen Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater die Gelegenheit haben, den international renommierten jungen australischen Chorleiter live auf der Bühne zu erleben. Donnerstag 16. Dezember, 19 Uhr Großer Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater München (2. Hälfte in der Nördlichen Lichthof) mit dem Madrigalchor der Musikhochschule München (Dir. Martin Steidler) Eintritt:  7,00 EUR Freitag 17. Dezember, 19 Uhr Erlöserkirche, Landshut mit dem Chor Scola Musica Ahrenensis Schützenstraße 57 84028 Landshut

Dass Hamilton kein gewöhnlicher Dirigent ist, zeigt sein neuestes Chorwerk, welches im Juli 2010 im Opera House in Sydney uraufgeführt wurde. Der Text des Stückes mit dem Titel „Toy Story 3 = Awesome“ hat Gordon Hamilton ausschließlich aus sogenannten “facebook status-updates“ übernommen.

„Ich bin schon sehr gespannt, wieder nach Deutschland zu kommen, in das Land, in dem ich so viel über innovative Musik gelernt habe. Die deutsche Moderne hat mich immer begeistert. Sie inspiriert mich in meiner heutigen Arbeit und fließt direkt in meine Musik“, sagt Hamilton. Im Alter von 21 Jahren packte Gordon Hamilton seinen Koffer, um seine Heimat in der Nähe von Sydney zu verlassen.

Er landete in Guatemala, wo er sich in die kubanische Jazz-Pianistin Marialy Pacheco verliebte. Nachdem sie ihn mit nach Havana nahm, nutzten sie die Chance, vor der kommunistischen Diktatur zu fliehen und nach Bremen zu reisen. Hier waren beide sehr aktiv in der deutschen Musikszene. Ohne ein Wort deutsch zu sprechen, versuchte Hamilton, in seinem neuen „Adoptiv“-Land ein neues Leben zu beginnen. In der Sehnsucht nach seiner Heimat füllte er sein Leben in Deutschland mit australischen Klängen, die er so sehr liebte.

So gründete er mit „Northern Spirit“ einen Chor, der es ihm möglich machte, die Musik seines Heimatlandes mit seinem neuen Kulturkreis zu teilen. Der zunächst aus zwei Mitgliedern bestehende Chor wuchs rasch zu einem Ensemble 25 herausragender SängerInnen heran.

Gordon Hamilton will – fern von allen überlieferten Klischees – die Trennung zwischen Publikum und Künstler auflösen, sodass Publikum und Künstler (bzw. auch die Chormitglieder selbst) sich ermutigt fühlen, den singenden und dirigierenden Künstler in sich zu entdecken.

Zuletzt reiste er von Ululu (auch bekannt als Ayers Rock, der rote Felsen in der Wüste) nach Brisbane, um für seine Sänger, die mit dem Fahrrad durch die Wüste radelten, zu komponieren. Hamilton beschreibt das Ensemble nicht als eine Gruppe von Sängerinnen und Sängern, sondern als ein Instrument.

„Ich verlange vom Chor, dass er mir folgt“, so Gordon. „In den Proben ist nichts geplant! Wir arbeiten sehr spontan, und das ist nur möglich, weil die Sänger und Sängerinnen mich ganz genau lesen können.“ Anfang 2009 wurde Hamilton zum künstlerischen Direktor der „Australian Voices“ berufen. Der australische Opernsänger Jonathan Welch beschrieb „The Australian Voices“ als „den besten Chor, den das Land je hervorgebracht hat.“

Pressemitteilung The Australian Voices

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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