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Alles über den Glücksbringer Wandern

Wirkt gegen Kummer, Depression und Antriebslosigkeit: Aus diesem Grund macht Wandern glücklich

Der Berg ruft! Wandern ist nicht nur gut für den Körper, sondern macht auch glücklich. Wie ein Antidepressivum wirkt Wandern gegen Kummer, Depression und Antriebslosigkeit, haben Forscher herausgefunden. Also hoch vom Sofa und raus in die Natur! 

von Isabella Fiala

Kampenwand, Sudelfeld, Heuberg, Geigelstein: Unsere Region hat viele reizvolle Berge. Wer seine Bergschuhe schnürt und zu einer Wanderung aufbricht, wird reichlich belohnt. Die frische Luft, die Natur, der Blick vom Gipfel aufs Tal. Nicht nur die körperliche Kondition profitiert von einer Bergtour, sondern auch unser Geist. Der dänische Philosoph Søren Kierkegaard erkannte schon vor 200 Jahren: „Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer, den man nicht weggehen kann.“ Das Gehen und Wandern regt das Denken an, das wussten bereits die antiken Philosophen. So war die Denkschule des Aristoteles, der Peripatos, nach dem „Umherwandeln“ benannt, denn die Schüler pflegten im Gehen zu philosophieren. Dabei fördert Wandern nicht nur das Denken, sondern macht auch glücklich. Das ist jetzt wissenschaftlich bewiesen.  

Es geht bergauf

Was passionierte Wanderer schon längst wissen, haben Forscher des Salzburger Uniklinikums in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck und dem Österreichischen Alpenverein belegt: Wandern macht glücklich. Eine Bergtour kann psychische Störungen und Depressionen mindern und das psychische Wohlbefinden maßgeblich steigern, so das Ergebnis der groß angelegten Studie “Übern Berg”. Die Idee entstand einst bei gemeinsamen Film-Dreharbeiten von Dozent Dr. Reinhold Fartacek und Bergsteigerlegende Reinhold Messner auf dem Rauriser Sonnblick. Für die Studie wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen geteilt. Die Wandergruppe wanderte neun Wochen lang, danach wurde gewechselt. Mittels einem eigens angelegten Online-Fragebogen wurde täglich über ein halbes Jahr hinweg die persönliche Befindlichkeit beurteilt. Das Ergebnis: Hoffnungslosigkeit, Depressivität und Ausdauerleistung waren signifikant besser als vor der Studie, teilt das Uniklinikum Salzburg mit. Die Studienteilnehmer berichteten demnach, dass sie eine neue Tagesstruktur, neue Routen kennengelernt, mehr Appetit und mehr Selbstvertrauen hatten. Außerdem empfanden sie weniger Stress. 

Wandern fördert Konzentration

Noch etwas haben Wissenschaftler herausgefunden: Wandern hebt nicht nur die Stimmung, sondern ist auch gut für unser Gehirn. Wer regelmäßig zu einer Bergtour aufbricht, kann damit sein Risiko von altersbedingtem Gedächtnisverlust um bis zu 50 Prozent reduzieren und seine Konzentrationsfähigkeit erhöhen – so das Ergebnis einer Studie der Universität Pittsburgh. Bei einem Konzentrationstest schnitten Personen nach einer Wanderung deutlich besser ab als andere, die nur durch die Stadt gebummelt waren oder sich auf dem Sofa ausgeruht hatten. Alles gute Gründe, seine Bergschuhe aus dem Keller zu holen und hoch hinauf zu wandern!

Interview mit Dr. Albert Kitzler: „Wandern ist Meditation“

Dr. Albert Kitzler: „Beim Wandern können wir mit uns ins Reine kommen.“

Philosoph und Buchautor Dr. Albert Kitzler aus Gräfelfing über das Glück des Wanderns.

Herr Kitzler, warum genau macht Wandern glücklich?

Beim Wandern können wir mit uns ins Reine kommen. Wir treten aus dem Hamsterrad heraus. Die Stille, Ruhe und Unberührtheit der Natur führen uns zurück zu uns selbst und in unsere Mitte. Wandern ist eine Meditation. Wir werden innerlich ruhig und ausgeglichen und spüren die Geborgenheit im eigenen Innern. 

Ist es dabei wichtig, wie sehr man sich anstrengt?

Ja, denn durch die Anstrengung werden im Körper Glücksbotenstoffe ausgestoßen, die auch die geistig-mentalen Kräfte anregen. Wir kommen auf neue Ideen, ändern die Perspektive und schauen aus der Distanz auf unser Leben. 

Ihr Tipp für das ultimative Glückserlebnis auf dem Berg?

Allein wandern und dann an einer einsamen und ruhigen Stelle mit herrlichem Panorama, abseits vom Weg, in müßiger Stille mit einem Schluck gutem Wein vespern und sich darüber freuen, dass man so etwas erleben darf. Das ist meine heilige Messe.

Buchtipp

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Über die Philosophie des Wanderns

Der Philosoph Dr. Albert Kitzler verbindet in seinem Buch „Vom Glück des Wanderns: Eine philosophische Wegbegleitung“ die Sehnsucht nach Natur mit der Suche nach dem Sinn des Lebens. Er lädt ein zum Nachdenken über das Wandern und das Leben und erschließt dabei die stille Kraft, die beidem innewohnt. Dabei kommen Philosophen aus allen Epochen zu Wort.

Vom Glück des Wanderns: Eine philosophische Wegbegleitung

Albert Kitzler

Droemer/Knaur Verlag

ISBN 978-3-4262-7760-7, 16,99 €

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Rubriklistenbild: © Unsplash.com/Valentin B. Kremer

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