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Nicht hinauszögern

Rückenschmerzen auch in der Corona-Krise behandeln lassen

Viele Rückenpatienten verzichten in der Coronavirus-Krise auf einen Arztbesuch. Doch unbehandelte Leiden können im schlimmsten Fall zu einer Berufsunfähigkeit führen. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa
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Viele Rückenpatienten verzichten in der Coronavirus-Krise auf einen Arztbesuch. Doch unbehandelte Leiden können im schlimmsten Fall zu einer Berufsunfähigkeit führen. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Garching (dpa) - Viele Bürger schieben in der Corona-Krise nach einer neuen Umfrage Arztbesuche auf. Eine Folge ist möglicherweise das vermehrte Auftreten von Rückenschmerzen, wie das Umfrageinstitut Yougov im Auftrag der Versicherung Swiss Life ermittelt hat.

Demnach haben 37 Prozent der bundesweit befragten 2158 Menschen aus Angst vor einer Infektion Arztbesuche verschoben, beziehungsweise Rückenleiden nicht behandeln lassen.

Eine offizielle Statistik zum coronabedingten Patientenschwund in Arztpraxen und Krankenhäusern gibt es nicht, doch deckt sich das Ergebnis der Umfrage mit den Aussagen von Ärzten und Krankenhäusern, dass insbesondere zu Beginn der Epidemie viele Patienten wegblieben oder Termine verschoben. Yougov stellte die Fragen im August, die Ergebnisse sind laut Swiss Life auch für die Bundesländer repräsentativ.

Gut 80 Prozent der Teilnehmer sagten, dass sie in den vergangenen Monaten unter Rückenschmerzen litten - und von diesen sagte wiederum jeder zehnte, dass die Schmerzen seit Beginn der Corona-Epidemie häufiger auftreten.

Dabei waren viele Teilnehmer durchaus selbstkritisch und nannten mangelnde Bewegung als mutmaßliche Hauptursache ihrer Beschwerden. Immerhin 35 Prozent machten aber auch ihre Matratze oder den Lattenrost ihres Betts verantwortlich.

Die Umfrage förderte auch regionale Unterschiede zutage, deren Ursachen jedoch nicht abgefragt wurden und somit ungeklärt sind. Demnach berichteten in Sachsen-Anhalt 37 Prozent der Befragten, dass sie häufig Rückenschmerzen haben, also mehr als jeder Dritte. In Mecklenburg-Vorpommern leidet dagegen weniger als ein Viertel (23 Prozent) an häufigen Rückenbeschwerden.

Die auftraggebende Swiss Life mahnte, Besuche beim Arzt nicht auf die lange Bank zu schieben: «Erkrankungen am Bewegungsapparat sind mittlerweile der zweithäufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit», sagte Stefan Holzer, Mitglied der Geschäftsführung bei der in Garching bei München ansässigen deutschen Tochter des Schweizer Unternehmens.

© dpa-infocom, dpa:201008-99-869329/3

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