Schnupfen oder Pollenallergie?

Fiese Frühblüher: Diese Pollenallergie schlägt jetzt zu

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Heuschnupfen: Die Zeit der Pollenallergien startet jetzt.

So schön Frühling und Sommer auch sein mögen: Für Pollenallergiker bedeuten sie auch juckende Augen und triefende Nasen. Diese Frühblüher sind besonders aggressiv.

Pollenallergiker spüren es sofort: Trägt der Wind den Blütenstaub von Gräsern, Bäumen und Getreidesorten durch die Luft, läuft die Nase und die Augen jucken höllisch. Wo sie im Dezember und Januar meist noch keine Beschwerden haben, geht es im Februar - wenn die Temperaturen steigen - so richtig los. Wärme bringt Pflanzen zum Aufblühen und gegen den austretenden Blütenstaub reagiert Schätzungen zufolge jeder vierte bis fünfte Erwachsene allergisch - Tendenz steigend.

Dabei werden die Pollen vom Körper als gefährliche Fremdkörper wahrgenommen, die bekämpft werden müssen: Eine Überreaktion des Immunsystems, die zu den typischen Symptomen wie Schnupfen, juckenden Augen oder im schlimmsten Fall sogar Asthma führt.

Frühblüher: Wann beginnt die Pollensaison 2019?

Die Hauptblühzeit von Pflanzen ist Frühling und Sommer, wobei Hasel, Erle und Birke zu den typischen früh blühenden Bäumen gehören. 2019 war es bis Anfang Februar ruhig um Frühblüher, deren Hauptsaison von Dezember bis März geht. Doch dann begann das Leiden der Pollenallergiker.

Grund dafür: "Ab Temperaturen von fünf Grad lassen sie (Anmerkung der Redaktion: Hasel und Erle) sich vereinzelt messen", sagte Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin, dem Ärzteblatt. Dezember 2018 sei allerdings pollenfrei gewesen und auch im Januar 2019 gab es Entwarnung für Pollenallergiker. 

Heuschnupfen durch Erle und Hasel den gesamten März hindurch

Am 13. Februar 2019 berichtete das Ärzteblatt, dass die für Februar hohen Temperaturen Pflanzen und Bäume aufblühen hat lassen - und somit für triefende Nasen sorgte. Dümmel sagte dem Blatt, dass seit Anfang Februar die Pollen der Frühblüher Erle und Hasel bereits gestiegen seien.

Auch der Pollenflugkalender, den das Institut für Meteorologie an der Freien Universität Berlin herausgibt, bestätigt das. Er verzeichnet für die Hasel eine starke Pollenbelastung in den ersten beiden Februarwochen 2019 und eine sehr starke Belastung in den letzten beiden Februarwochen. Den ganzen März hindurch werden Haselsträucher voraussichtlich weiterhin für starke Beschwerden bei Allergikern sorgen, bevor der Pollenflug im April abebbt. Für die Erle sieht der Pollenkalender 2019 eine starke Belastung bis Ende März vor, bis auch hier der Pollenflug im April nachlässt.

Heuschnupfen durch Frühblüher immer früher im Jahr?

Auch Norbert Mülleneisen, Facharzt für Lungenheilkunde in Leverkusen, kann das bestätigen: "Zurzeit sind die Pollen von Hasel, Erle und Eibe unterwegs. Haselpollen haben sich schon seit Dezember bemerkbar gemacht, allerdings nur ganz schwach. Seit einer Woche fliegen die Haselpollen allerdings verstärkt und ebenso die Erle und schwach die Eibe", sagte er am 19. Februar 2019 dem Portal Mein-Allergie-Portal.

Die Pollensaison würde dem Experten zufolge immer früher beginnen und auch länger anhalten. Den Grund sieht Mülleneisen in der Klimaerwärmung: Je wärmer es ist, desto früher und häufiger blühen Pflanzen.

Schnupfen oder Heuschnupfen? Mit diesen fünf Anzeichen unterscheiden Sie Heuschnupfen von einer Erkältung.

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Späte Frühblüher: Pollenflug der Birke ab Ende März

Die Birke wird Ende März richtig loslegen: Hier sagen die Meteorologen der Freien Universität Berlin eine starke Pollenflug-Belastung ab Anfang April voraus. Der Pollenflug der Birke dauert zwar nur rund drei bis vier Wochen, Allergiker leiden hier aber besonders, wie das Ärzteblatt berichtet. Der Grund: Birken setzen in dieser Zeit mehr Pollen frei als Hasel und Erle in den Wochen davor zusammen.

Mehr zum Thema: Heuschnupfen - das müssen Sie jetzt über die Pollenallergie wissen.

Symptome von Heuschnupfen: Wie merke ich, dass ich eine Pollenallergie habe?

Je nach Ausprägung einer Allergie können schon kleinste Mengen an Pollen ausreichen, um typische Allergie-Beschwerden wie geschwollene Augen auszulösen. Das Immunsystem reagiert auf die Pollen (auch Allergene genannt), indem es eine Entzündungsreaktion einleitet und dabei Histamin freisetzt, wie das Portal Lungenärzte im Netz berichtete.

Die an sich harmlosen Pollen werden vom Körper fälschlicherweise als gefährliche Stoffe eingestuft, die bekämpft werden müssen. Deshalb leitet das Immunsystem eine Abwehrreaktion ein - vornehmlich dort, wo die Pollen zuerst ankommen:

  • Die Bindehaut der Augen reagiert gereizt und schwillt an.
  • Der Tränenfluss wird angeregt.
  • Es kommt zu Niesattacken.
  • Die Nase läuft.

Wird eine Pollenallergie nicht behandelt, kann sie sogar zum allergischen Asthma werden. Bei etwa 30 Prozent der Patienten würde sich dem Portal "Lungenärzte im Netz" zufolge ein Asthma bronchiale entwickeln. Daher ist es besonders wichtig, eine Pollenallergie vom Arzt abklären zu lassen. Dieser wird entscheiden, ob Antihistaminika, abschwellende Nasensprays und Nasenspülungen, Kortison oder andere Medikamente geeignet sind.

Leiden Sie an akuter Atemnot? Dann schnell ab zum Arzt.

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jg

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