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Medikamente digital verschreiben

Das E-Rezept kommt: so funktioniert es

Auf einem Smartphone die App "Das E-Rezept" neben einem Apothekensymbol
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Die App für digitale Rezepte ist für alle gesetzlichen Krankenkassen gleich und heißt „Das E-Rezept“.

Rezepte aus Papier gehören bald der Vergangenheit an. Die Testphase zur digitalen Medikamentenverschreibung per App läuft. Ab 2023 erfolgt endgültig die Umstellung auf das E-Rezept. Für Ärzte, Apotheken und vor allem für Patienten soll es vieles einfacher machen.

Damit die Behandlung mit Arzneimitteln sicherer wird, Abläufe in Arztpraxen und Apotheken vereinfacht werden und die Zettelwirtschaft im Gesundheitswesen aufhört, führt das Bundesministerium für Gesundheit das E-Rezept ein.

Gemäß dem am 9. Juni 2021 in Kraft getretenen „Digitale-Versorgung-und Pflege-Modernisierungs-Gesetz” (DVPMG) werden ab dem 1. Januar 2023 Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vollständig elektronisch verordnet.

Das sind die Vorteile des elektronischen Rezepts

Das E-Rezept bringt vor allem den Vorteil der Zeitersparnis beim Abholen der Medikamente mit sich. Die erforderlichen Informationen lassen sich nämlich direkt vom Smartphone über die zugehörige App an die Apotheke der Wahl übermitteln. Auf diesem Weg kann man anfragen, ob ein Medikament vorrätig ist und falls nicht, wann es vorrätig sein wird, bevor man sich auf den Weg zur Apotheke macht.

E-Rezepte sind darüber hinaus auch online einlösbar, man kann also die verordneten Medikamente auch über den Lieferdienst der Apotheke vor Ort direkt nach Hause bringen lassen.

Durch ein E-Rezept kann man sich unter Umständen den Weg zum Hausarzt sparen. Wenn Ihr Euch künftig etwa per Video-Sprechstunde ärztlich beraten lasst, ist die Ausstellung elektronischer Rezepte sogar unverzichtbar. „Wir machen den Weg dafür frei, dass Sie für die Abholung Ihres Rezepts anschließend nicht in die Arztpraxis kommen müssen. Aber auch bei Arztbesuchen vor Ort erhalten Sie künftig ein E-Rezept”, heißt es von Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit.

Ein weiterer positiver Aspekt des E-Rezeptes ist die Verbesserung der Behandlungssicherheit. Auf dem digitalen Weg wird fehlerfrei übermittelt, welche Medikamente in welcher Dosierung die Betroffenen benötigen. 

Das E-Rezept ermöglicht weitere neue digitale Anwendungen: von Erinnerungen an die Medikamenteneinnahme bis hin zu digitalen Medikationsplänen mit eingebautem Wechselwirkungscheck. „So kann einfach überprüft werden, ob alle Arzneimittel untereinander verträglich sind”, heißt es auf den Seiten des Ministeriums.

Da E-Rezepte kein Papier verbrauchen, haben sie außerdem einen positiven Effekt für die Umwelt. Dazu kommt, dass sich der QR-Code aus dem Rezept ganz einfach versenden lässt, beispielsweise per Mail oder per Messenger. So kann er an Angehörige übermittelt werden, die es auf diese Art einfacher haben, Rezepte für eine andere Person abzuholen, die dazu nicht in der Lage ist. 

Das Risiko, dass ein E-Rezept verloren geht, ist ebenfalls geringer als beim gedruckten Papierrezept. Selbst wenn das Handy verloren gehen sollte, sind die Rezepte in einer sicheren Infrastruktur so lange gespeichert, wie sie gültig sind. Das bedeutet, wenn man sich ein neues Handy kauft, ist es möglich, die App zu installieren und darüber die Rezepte erneut abzurufen.

Aktuell: die Testphase

Das E-Rezept wird seit dem 1. Dezember 2021 bundesweit getestet. Während dieser Testphase sollen Praxen, Apotheken, Krankenkassen und Softwareanbieter Erfahrungen mit dem E-Rezept sammeln, um das System sicher umstellen zu können. Die nötige Software muss installiert und das Personal geschult werden.

Für die Übermittlung der E-Rezepte wird die Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen verwendet. Die TI ist ein sicheres und schnelles Informations- und Kommunikationsnetz, das Praxen, Krankenhäuser, Apotheken und weitere Leistungserbringer-Einrichtungen im Gesundheitswesen miteinander verbindet.

Und so funktioniert‘s

  • Entweder verwalten Patienten ihre E-Rezepte per Smartphone über eine spezielle App und senden sie digital an die gewünschte Apotheke oder sie lassen sich die für die Einlösung ihres E-Rezepts erforderlichen Zugangsdaten als Papierausdruck in der Arztpraxis aushändigen.
  • Das Rezept wird eingelöst, indem in der Apotheke der QR-Code eingescannt wird. Diesen Code kann man eben entweder auf seinem Smartphone vorzeigen oder vom Arzt in gedruckter Form erhalten.
  • Um alle Vorteile, die das E-Rezept gegenüber der Papierversion hat, nutzen zu können, ist eine entsprechende App notwendig. Diese ist für alle gesetzlichen Krankenkassen gleich und wurde nach gesetzlichen Vorgaben für Datenschutz und Sicherheit entwickelt. Sie trägt den Namen „Das E-Rezept“. 
  • Niemand muss also erst nach der richtigen App für seine Krankenkasse suchen. Man kann davon ausgehen, dass die hochsensiblen Daten sicher übermittelt und gespeichert werden und dass alles miteinander kompatibel sind. Darüber hinaus ist die App für das E-Rezept natürlich kostenlos.
  • Darüber hinaus muss der Nutzer keine lästige Werbung befürchten, die die neue App überschwemmt. Im Patientendatenschutzgesetz (PDSG) ist geregelt, dass beeinflussende Werbung ausgeschlossen wird.

Zunächst sind von der Umstellung die gesetzlich Versicherten betroffen. Hier wird das E-Rezept bei verschreibungspflichtigen Medikamenten zum Jahresbeginn 2023 obligatorisch. Auch alle weiteren veranlassten Leistungen wie etwa Heilmittel, Hilfsmittel oder häusliche Krankenpflege sollen aber schrittweise elektronisch verordnet werden. Genauso wie privat Versicherte ihre Rezepte irgendwann in digitaler Form erhalten werden.

as

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