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Würzburger Häftlinge auf Strick-Trip

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Eine Insassin der JVA Würzburg strickt an dem Riesenschal.

Würzburg - Im Gefängnis in Würzburg ist ein ungewöhnliches Hobby ausgebrochen. Die Häftlinge stricken, was das Zeug hält. Die Aktion dient allerdings nicht nur dem Zeitvertreib.

Zwölf Frauen sitzen um einen großen Holztisch. Es wird gewitzelt, laut gekichert und vor allem fleißig gestrickt. In einer kleinen Küche, umfunktioniert zur Strickwerkstatt, tüfteln sie an einem kuriosen Projekt: Sie wollen einen superlangen Schal für Bedürftige herstellen. Das 1,6 Kilometer lange Stück soll am 1. Advent (27. November) einmal um die Mauern des Gefängnisses in Würzburg gewickelt werden. Und dort, hinter den Mauern, entsteht der Schal auch: Verurteilte Frauen stricken die etwa 1000 Einzelteile des mollig warmen Riesenschals, die später an Obdachlose und Asylbewerberheime gespendet werden sollen.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

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In Neuseeland kam ein 21-jähriger Mann beim Versuch, einen Tresor zu knacken, ins Schwitzen. Als er deshalb seine Maske abnahm, filmte ihn eine versteckte Kamera. Die Polizei veröffentlichte die Fotos auf Facebook, der Räuber wurde am nächsten Tag gefasst. © dpa
Eine Diebin, die in einem Designer-Shop in Florida sechs Geldbörsen mit insgesamt 1.200 Dollar gestohlen hatte, stolperte auf der Flucht vor dem Kaufhausdetektiv vor dem heranrollenden Wagen ihres Komplizen, geriet unter die Räder, kam wieder auf die Beine, sprang auf die Kühlerhaube, rutschte ab und wurde abermals überrollt. Beim dritten Versuch schaffte sie es ins Auto und entkam. © dpa
Weil sie gepiercte Katzen zum Verkauf angeboten hatte, wurde Holly Crawford aus Pennsylvania von Tierschützern angezeigt. Sie hatte den Katzen Piercings an Ohren, Hals und Schweif verpasst und sie im Internet für hunderte Dollars als „Gothic Kitten“ angepriesen. © dpa
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Eine US-Airline lieferte einer Tierhandlung in Philadelphia einen Sarg samt Leiche. Das Geschäft hatte ein Aquarium mit tropischen Fischen bestellt. Die Witwe des Verstorbenen nahm es mit Humor: Ihr Mann sei immer schon ein Spaßvogel gewesen. © dpa
Forscher lösten das Geheimnis um mysteriöse Kreise in tasmanischen Kornfeldern: Kängurus hatten Mohnsamen gefressen und waren im Drogenrausch im Kreis gehüpft. Die Mohnbauern Tasmaniens liefern etwa die Hälfte des weltweiten Bedarfs für medizinisches Opium. © dpa
Ein 54-jähriger Japaner gab sich bei einer Pharmazie-Prüfung als sein 20-jähriger Sohn aus. Der Medikamenten-Großhändler fürchtete, sein Sohn würde den Test nicht bestehen. Der Schwindel flog auf, weil der Japaner im Prüfungsstress sein eigenes Geburtsdatum angab. © dpa
In England löste ein Pony mit ungewöhnlich kurzen Beinen mehrmals falschen Alarm aus. Autofahrer, die das Tier grasen sahen, glaubten, es stecke im Morast fest und riefen Rettung und Feuerwehr. In nur einer Woche fielen so Kosten in Höhe von 8.000 Pfund an. © dpa
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An der Universität Leeds warfen Putzfrauen wertvolles wissenschaftliches Material in den Müll. Es handelte sich um Exkremente einer seltenen Eidechsenart. Der Wissenschaftler verklagte den Putzdienst. Das Missgeschick kostete ihn sieben Jahre Forschungsarbeit. © dpa
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In Australien belästigte der siebenjährige Emu Edward, ein riesiger Laufvogel, seine Besitzerin sexuell. Wenn sie die Hühner fütterte, wollte er sie in sein Nest drängen. Sie musste sich mit Palmwedeln wehren. Über einen Radiosender suchte sie deshalb ein Emu-Weibchen. © dpa
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“Der letzte Winter war kalt und ungemütlich. Da kamen wir auf den Gedanken, für Menschen zu stricken, denen es noch schlechter geht als uns“, erzählt Insassin Petra, die seit Januar bei der Aktion mitmacht. 30 Schals hat die 43-Jährige schon gestrickt, manchmal schafft sie 5 pro Woche. “Das Gefängnis ist sicher keine heile Welt“, sagt sie, “aber wir haben es zumindest warm und trocken hier. Für manche Menschen ist das keine Selbstverständlichkeit.“

Die gelernte Erzieherin Ingrid Pollak kommt regelmäßig in die JVA, wo sie das Projekt ehrenamtlich betreut. “Mit der Aktion soll ein Zeichen gesetzt werden. Nicht nur für Bedürftige in Not, sondern auch für Gefangene, die eine soziale Seite haben.“ Oft würden die Insassen nur als Täter, selten als Menschen gesehen, sagt die 61-Jährige. Die ungewöhnliche Strickaktion hat mittlerweile auch außerhalb der Gefängnismauern Wellen geschlagen: “Vom Allgäu bis Hamburg bekommen wir Schals geschickt“, erzählt Pollak.

Noch ist der 27. November weit weg, aber die Häftlinge müssen sich ranhalten. “Wir müssen noch einmal Gas geben, wenn wir die 1,6 Kilometer bis zum Advent zusammen haben wollen“, sagt Insassin Petra. 600 Meter sind bereits fertig, 1000 weitere stehen noch aus. “Ich stricke jetzt sogar auf der Zelle, einfach weil es Spaß macht.“ Ein Ziel vor Augen zu haben, sei sehr motivierend. Petra muss in der JVA noch etwa ein Jahr Haftstrafe verbüßen. Sie sitzt ein, weil sie mehrmals gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat - “zu viel Schwarzfahren“, sagt sie.

Gefängnisleiter Robert Hutter war anfangs etwas verwundert über die kuriose Idee, findet das Engagement der emsigen Gefangenen aber klasse. “Viele Insassen hier haben mit Drogenproblemen zu kämpfen. Projekte wie diese geben den Gefangenen Kraft, sie fördern Konzentration und Zielstrebigkeit“, erklärt Hutter. Um die Strickerinnen anzuspornen, hat er eine Wette laufen: Wenn sie tatsächlich bis zum 1. Advent fertig werden, muss er ihnen einen Kuchen backen. Den Frauen reicht das nicht - sie haben eine ganz andere Idee. “Eine gemischte Feier mit den Männern, das wäre doch toll“, scherzt eine Insassin.

dpa

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