Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Besucher zeigen leichte Symptome

Trotz „2G“-Regel bei Party in Münster: 83 Infizierte - Zahl der Betroffenen steigt immer weiter

  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
    schließen

Münster - Bei einer Partynacht mit „2G“-Zugangsbeschränkung in einem Club in Münster (NRW) haben sich mindestens 83 Menschen zwischen Anfang und Mitte 20 mit Corona infiziert. Dabei handele es sich laut Angaben der Stadt Münster um Impfdurchbrüche und Ansteckungen von bereits Genesenen.

Update, 16. September - 83 Infizierte nach 2G-Party - Bisher keine Verstöße bei Impfnachweis

Nach einer Clubparty nur für Geimpfte und Genesene in Münster ist die Zahl der mit Corona infizierten Besucher auf 83 gestiegen. Bis Donnerstag seien 59 Impfnachweise eingereicht und überprüft worden, teilte die Stadt mit. „Bisher ist kein Verstoß bei den Impfnachweisen festgestellt worden.“

Insgesamt hatten am 3. September rund 380 Menschen an der Partynacht teilgenommen. Für den Zutritt galt die sogenannte 2G-Regel, das heißt, nur Geimpfte oder Genesene wurden reingelassen.

Die Betroffenen zeigten weiterhin nur milde oder gar keine Symptome, teilte die Stadt weiter mit. Bereits am Dienstag hieß es, dass die meisten infizierten Gäste aus Münster kommen, die übrigen Personen in der erweiterten Region wohnen. Auch ein Mitarbeiter des Clubs sei infiziert.

Erstmeldung:

Das war so nicht geplant: Trotz einer verschärften 2G-Regelung haben sich bei einer Party in einem Club knapp 40 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt - zu Beginn ging man von 26 Infizierten aus. Laut den Behörden wohnen 22 Infizierte in Münster. Ein Mitarbeiter des Clubs sei ebenfalls positiv getestet worden. Die Personen hatten sich am 3. September bei der Partynacht mit rund 380 Gästen angesteckt.

Die Stadt rechnet damit, dass noch weitere Infektionen bekannt werden. Die Nachverfolgung durch das Gesundheitsamt laufe auf Hochtouren. Diese gastalte sich jedoch schwierig, da die aktuelle Corona-Schutzverordnung keine Rückverfolgbarkeit von Gästen vorsehe. Zahlreiche ermittelte Kontakte müssten nun einen PCR-Test vorlegen. „Die genaue Anzahl der engen Kontaktpersonen ist noch unklar“, hieß es.

„Alle Gäste waren nach Eigenangabe geimpft oder genesen“

Der Eintritt zu der Party am 3. September sei in verschärfter 2G-Regelung erfolgt: „Alle Gäste waren nach Eigenangabe geimpft oder genesen“, so die Stadt. Wie strikt kontrolliert wurde oder ob alle Angaben der Gäste korrekt waren, ist derzeit noch unklar. Die Stadt lobte unterdessen allerdings die Clubbetreiber. Das vom Club bereits Mitte August eingebrachte Hygienekonzept werde von der Verwaltung als vorbildlich bewertet. Die Betreiber hätten die vorgeschriebene 3G-Zugangsvoraussetzung selbstständig auf 2G verschärft, womit ausschließlich Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten sollten. Trotz des Lobs forderte das Gesundheitsamt die Impfnachweise der betroffenen Gäste an.

Auf die Infektion aufmerksam geworden seien die Betroffenen aufgrund milder Symptome oder durch eine Meldung ihrer Corona-WarnApp auf dem Smartphone.

Impfdurchbrüche nicht komplett auszuschließen

Die Ansteckungsserie mache deutlich, dass man insbesondere bei engen Kontakten in geschlossenen Räumen nicht sorglos sein sollte, so der Leiter des Corona-Krisenstabes in Münster, Wolfgang Heuer. Oft reicht bereits eine Person mit einer sehr hohen Viruslast aus.

Zu dieser Meldung wissenswert:

In Bayern gab es am 25. August bei Ungeimpften eine 7-Tage-Inzidenz von knapp 110,55. Bei Geimpften lag der Wert bei etwa 9,218

Die Impfung schütze zwar vor einer schweren Erkrankung, eine Ansteckung und weitere Übertragungen seien hingegen nicht auszuschließen, betonte Heuer und erläuterte weiter: „Die vorliegende Ansteckungsserie bestätigt noch einmal die enorme Bedeutung der Schutzimpfung.“

Impfdurchbrüche sind für die Wissenschaft kein überraschendes Phänomen. „Wir wussten von Anfang an, dass die Impfung nicht zu 100 Prozent wirksam ist“, erklärt Carsten Watzl, Immunologe am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung der Technischen Universität Dortmund, der dpa. 

So gut schützt die Impfung wirklich

Dennoch belegen neue Zahlen und Daten des RKI die Effektivität und den Nutzen der Impfungen. Über einen Zeitraum von etwa vier Wochen (Kalenderwochen 32 bis 35) waren zum Beispiel knapp 90 Prozent (89,63 Prozent) der Corona-Patienten in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen in Deutschland nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Impf-Effektivität mit Blick auf eine Klinikeinweisung gibt das RKI auch mit rund 95 Prozent für Menschen ab 18 Jahren an.

Die 7-Tage-Inzidenz in Münster liegt derzeit übrigens bei vergleichsweise niedrigen 65,7.

mz/dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Archiv

Kommentare