Polizei-Skandal in Stuttgart

Polizist will Azubi Hundeleine anlegen: Ermittlungen eingestellt

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In Stuttgart soll ein Beamter eine Auszubildende genötigt haben, ein Hundehalsband anzuziehen. (Symbolfoto)

Auf dem Betriebsausflug einer Stuttgarter Polizeistelle versuchte ein betrunkener Polizist einer Auszubildenden eine Hundeleine anzulegen. Die Ermittlungen wurden nun eingestellt:

Update vom 13. Mai: Nach monatelangen Ermittlungen in dem Polizei-Skandal beschloss die Staatsanwaltschaft Stuttgart, den Fall nicht mehr weiter strafrechtlich zu verfolgen. Laut einem Sprecher wurden die Ermittlungen wegen versuchter Nötigung und Beleidigung gegen den Beamten eingestellt. Das liege daran, dass die vorgeworfene Tat, einer Auszubildenden eine Hundeleine gegen ihren Willen anzulegen, im "Versuchsstadium" geblieben waren. Zudem habe die Anwärterin kein Interesse an strafrechtlicher Verfolgung gehabt. Ohne Strafe ging der Beschuldigte allerdings nicht aus. Wie die Stuttgarter Nachrichten gemeldet hatten, musste er 500 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Außerdem sei noch unklar, ob dem Beamten disziplinarische Konsequenzen drohen werden! Die Ermittlungen hatten zudem ergeben, dass die beiden anderen beschuldigten Polizisten von den Vorwürfen gegen sie entlastet worden seien. Ihnen wurde zu Beginn vorgeworfen, dass sie den Kollegen verbal und körperlich unterstützt hätten.

Meldung vom 5. Mai: Ein "lustiges" Spiel könnte für drei Polizisten bald zu einem juristischen Nachspiel führen. Es geht um drei Polizisten, die an einem feucht-fröhlichen Abend zu weit gegangen sein sollen. Darüber berichtet HEIDELBERG24.de*

Polizei-Skandal in Stuttgart: Beamter will Azubi Halsband anlegen

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigt auf Anfrage den skandalösen Vorfall, der sich bereits um Juli 2018 ereignete. Bei einem Betriebsausflug eines Stuttgarter Polizeireviers sollen die drei Männer und eine Auszubildende in der Küche eines Ferienhauses gewesen sein. Dabei sei auch viel Alkohol geflossen.

Sie sollen darauf ein Spiel gespielt haben, bei dem die Beteiligten Süßigkeiten mit dem Mund fangen sollten. Einer der betrunkenen Beamten solle dann auf die Idee gekommen sein, der Anwärterin eine Hundeleine anzulegen!

Polizei-Skandal in Stuttgart: Azubi beißt zu

Die junge Frau soll die Leine abgelehnt haben, was den Polizist aber nicht davon abgehalten haben soll, es weiter zu versuchen. Um sich dagegen zu wehren, soll die Anwärterin dann zugebissen haben – und zwar in die Hand des drängenden Kollegen

Bei dem Vorfall sollen noch zwei andere Kollegen im Raum gewesen sein. Nach dem Ausflug wurde ein Ermittlungsverfahren gegen die drei Männer eingeleitet. Außerdem wurden alle auf andere Reviere versetzt. Das Dezernat für Amtsdelikte ermittelt seitdem. 

Wurde beim Polizei-Skandal in Stuttgart eine Straftat begangen?

Es soll geklärt werden, ob es sich hier um eine Straftat handelt. Dann würden die Staatsanwaltschaft wegen versuchter Nötigung Anklage gegen den Beamten mit der Hundeleine erheben. Bis dahin könnten aber noch Monate vergehen. Erst müssten Zeugen befragt und Informationen eingeholt werden. 

Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft sei es normal, dass sich solche Ermittlungsverfahren über Monate oder sogar Jahre ziehen. Gemäß des Strafgesetzbuches kann eine Nötigung eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren nach sich ziehen.   

Bei der Frankfurter Polizei gab es im Jahr 2018 einen großen Nazi-Skandal. Am Stuttgarter Flughafen entdecken Zollbeamte einen Tierschmuggel

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dh

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