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Wichtige Tipps vom Profi

Obstbäume schneiden: Wann und wie?

Schere ansetzen, ohne den Baum unnötig zu verletzen: Vor dem Obstbaumschnitt sollte man sich genau überlegen, ob man zum Beispiel einen vergreisten Baum verjüngen oder einen jungen Baum zu einer bestimmten Wuchsform „erziehen“ möchte.
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Schere ansetzen, ohne den betreffenden Baum unnötig zu verletzen: Vor dem Obstbaumschnitt sollte man sich ziemlich genau überlegen, ob man zum Beispiel einen vergreisten Baum verjüngen oder einen jungen Baum zu einer bestimmten Wuchsform „erziehen“ möchte.

Wenn die Obstäume im Garten kurz vor dem Austrieb stehen, ist die richtige Zeit für den fachgerechten Schnitt. Hier gibt es wichtige Tipps als Übersicht,

Während junge Bäume durch kräftiges Zurückschneiden im Wachstum gefördert werden, sollte man bei älteren Bäumen jetzt eher zurückhaltend schneiden, um die Bildung von unerwünschten Wassertrieben zu vermeiden. *HNA.de gibt wichtige Tipps für Gartenliebhaber.

Wie kann man Obstbäume schneiden?

Es klingt paradox, ist aber logisch: Je mehr man einen Baum schneidet, desto mehr wächst er. Wer also – nach bestem Wissen und Gewissen – seinen Apfelbaum im Garten mit Säge und Schere in Form bringt, wird von ihm im Laufe der folgenden Monate genau gezeigt bekommen, was er davon hält. Zur Sicherheit lässt der schlaue Baum (so lehrte ihn die Evolution) den neuen Ast womöglich noch etwas größer wachsen, als den alten. Wer weiß schon was kommt?

Wer einen Obstbaum schneiden möchte, dem rät Dieter Levin-Schröder von der Gartenakademie Kassel im Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, erst mal zu überlegen, was er damit erreichen will. Verjüngung? Auslichtung? Leichtere Pflege? Größere Äpfel?

Vielen Gartenbesitzern sei nicht bewusst, dass nicht nur die Technik, sondern auch der Zeitpunkt des Schnitts großen Einfluss auf den Wuchs, also das Schnittergebnis hat, sagt der Gartenexperte, der regelmäßig Obstbaumschnittkurse veranstaltet und am Kasseler Gartentelefon Tipps gibt.

Bis wann kann man Obstbäume schneiden?

Es gibt verschiedene Arten von Schnitt bei Obstbäumen. So werden sie aufgeteilt:

  • Der Winterschnitt fördert das Wachstum und eignet sich daher gut zur Verjüngung für vergreiste Bäume und für Jungbäume, die noch zur gewünschten Form „erzogen“ werden müssen. Nur bei Regen (besonders Steinobst wie Kirschen droht dann Rindenbrand) oder Frost unter minus 5 Grad (dann ist das Holz gefroren) sollte nicht geschnitten werden.
  • Der Sommerschnitt (Juni-September) bremst dagegen das Wachstum und ist daher sinnvoll bei sehr starkwüchsigen Bäumen und empfindlichen Obstgehölzen wie Süßkirsche (bester Schnittzeitpunkt nach der Ernte) und Walnuss (Schnitt von Juni bis September. Außerdem ist dann die beste Zeit zur Entfernung von Wassertrieben.
  • Neugepflanzte Bäume erhalten durch den sogenannten Pflanzschnitt ihre spätere Kronenform: Dabei werden neben dem Mitteltrieb (Stamm) drei bis vier kräftige und gesunde Leitäste ausgewählt und um 30 bis 50 Prozent auf gleicher Höhe (um die „Saftwaage“ zu gewährleisten) eingekürzt. Von den Leitästen werden in der Folgezeit über mehrere Jahre hin jeweils zwei bis drei Fruchtäste „erzogen“.
  • Weitere Erziehungsschnitte in den nächsten vier bis sechs Jahren sorgen für bessere Lichtausbeute und damit höhere Qualität der Früchte. 
  • Ziel beim Pflege- und Verjüngungsschnitt an älteren Bäumen ist es, die Kronenform wieder herauszuarbeiten und die Vitalität des Baumes zu verbessern. Dabei werden kranke Triebe und Totholz im Bauminnern sowie vergreiste Fruchtäste, ins Innere wachsende oder sich überkreuzende Triebe entfernt.

Im Zweifelsfall sollte man sich aber an einen Profi wenden. In örtlichen Gärtnereien wird das Zurückschneiden von Bäumen oftmals als Dienstleistung angeboten.

Wie Obstbäume schneiden?

Je nach Obstart sei eine unterschiedliche Schnitt-Intensität nötig: So benötigten Kernobstarten wie Apfel und Birne (ausgenommen die Quitte) eher einen intensiven Schnitt, ebenso Sauerkirschen und Pfirsich, welche schnell überaltern, sagt Levin-Schröder. Dagegen ist bei Süßkirschen und Zwetschen weniger Schnittpflege nötig, ebenso bei Halb- und Hochstämmen (Schnitt etwa alle drei bis fünf Jahre). Bei „Säulenobst“ (schmal wachsend gezüchtete Obstsorten, die kaum Seitenholz ausbilden) kann man auf einen Rückschnitt sogar weitgehend ganz verzichten. Durch Rückschnitt, so hat Levin-Schröder in vielen Kursen erfahren, wollten die Gartenbesitzer zumeist „die Bäume klein halten oder verkleinern“ und den Ernteertrag steigern. Der wachstumsfördernde Winterschnitt sollte daher in diesem Fall eher moderat ausfallen.

Auch führe der Obstbaumschnitt nicht zu höheren Erträgen, klärt Levin-Schröder dann auf. „Beim Frisör werden die Haare ja auch nicht länger!“ Dagegen werde, etwa durch mehr Licht durch Ausdünnen der Krone, die Fruchtqualität verbessert. Beim Schnitt müsse auch die Stellung der Triebe beachtet werden, welche die Saftverteilung im Baum beeinflusst und damit auch Einfluss auf den Ertrag hat. Vereinfacht gelte diese Regel:

  • Steiler Ast = wächst (trägt aber auch)
  • Flacher Ast = trägt (wächst aber wenig)
  • Hängender Ast = vergreist (kleine Früchte, wächst nicht)

Die Stellung eines Astes ist auch für den Laien erkennbar und somit ein guter Anhaltspunkt.

Welche Fehler kann man beim Baumschnitt machen?

Wichtig sei es, dem Baum keine größeren Wunden direkt am Stamm oder den Astoberseiten zuzufügen. Auch radikale Kappungen sollten in jedem Fall vermieden und eine größere Baumsanierung eventuell auf zwei Jahre verteilt werden: Im ersten Jahr erfolgt der Formschnitt mit der Säge, im zweiten Jahr der Auslichtungsschnitt.

Um praktische Erfahrungen zu sammeln – schließlich sieht der Apfelbaum daheim kaum jemals so aus wie der im Lehrbuch – empfiehlt Levin-Schröder unbedingt die Teilnahme an einem Obstbaumschnittkurs, wie sie derzeit von vielen Vereinen und Verbänden angeboten werden.

Von Gisela Busch

*HNA.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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