Nach Amoklauf im OEZ in München

Ein Gefälligkeitsgutachen für die Staatsregierung?

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Bei dem Amoklauf in München vor zwei Jahren gab es mehrere Tote und zahlreiche Verletzte.
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München - Neun Tote und 27 Verletzte, das ist die verheerende Bilanz nach dem Amoklauf in München von vor zwei Jahren. Auch heute noch hält der Fall die Justiz und Politik in Atem. Scharfe Kritik gab es jetzt zu einem neuen Gutachten über das Motiv des Täters:

Gut zwei Jahre ist her, dass der damals 18-jährige David S. im Münchener Olympia Einkaufszentrum (OEZ) amok lief und neun Menschen tötete. Und der Fall beschäftigt immer noch die Justiz. Nach der Tat verdichteten sich die Hinweise, dass es sich bei dem Täter um einen Rechtsradikalen handelt. Drei Gutachter seien zu diesem Ergebnis gekommen, dem nun das LKA widerspreche, schreibt unser Partnerportal tz.de

Die beauftrage Gutachterin Britta Brannenburg sei zu dem Schluss gekommen, dass vor allem narzisstische und paranoide Züge des Täters zu dem Amoklauf geführt hätten, so tz.de. 

Für Claudia Stamm, die seit ihrem Ausscheiden bei den Grünen als fraktionsloses Mitglied im Landtag sitzt, ist diese Erklärung des Amoklaufs nicht ausreichend. Vielmehr kritisierte sie dieses neue Gutachten des LKAs in aller Schärfe. Sie spreche sogar von einem "Gefälligkeitsgutachten" für die Staatsregierung, denn die pathologische Geschichte von David S. reiche für die Erklärung des schrecklichen Verbrechens nicht aus, immerhin gebe es eindeutige Chat-Protokolle, die eine starke Radikalisierung des Täters zeigten, so tz.de weiter

Zuerst Terroranschlag vermutet

Zunächst gingen die Behörden von einem Terroranschlag aus, als vor zwei Jahren Schüsse in der Münchener Innenstadt fielen. Sofort befand sich die Stadt im Ausnahmezustand. 

Der 18-jährige Täter eröffnete das Feuer in einem Schnellrestaurant. Anschließend schoss er auch im OEZ selbst um sich. Eine Zivilstreife konnte ihn stellen und auf ihn schiessen. In einer Nebenstraße nahm sich David S. schließlich das Leben.  

Kurz nach dem Amoklauf konnte der Waffenhändler, der den Täter über das "Darknet" mit einer Pistole vom Typ Glock 17 und rund 450 Schuss Munition versorgt hatte, ermittelt werden. Im Chatverlauf der beiden Männer fanden sich zahlreiche Hinweise, dass beide offenbar einen rechtsradikalen Hintergrund hatten. Außerdem stand David S. mit William A. in Kontakt, der im US-amerikanischen Aztec ein Schulmassaker anrichtete. "Wir müssen den Fall von David S. als internationales Phänomen betrachten und wir müssen nun schauen, ob es sich hier nicht um ein virtuelles Netzwerk potentieller Massenmörder handelt.", erklärte damals Florian Hartleb, Gutachter der Stadt München für den Anschlag am OEZ. Der 33-Jährige Waffenhändler aus Marburg wurde in der Zwischenzeit vom Münchener Landgericht I zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt.

Weiterer Anschlag geplant?

Ein anderes Mitglied des Händlerringes des Waffenhändlers soll sogar einen Anschlag auf Bundeskanzlerin Angela Merkel geplant haben. Der Verdächtige selbst soll laut einem Presseberichtt im Darknet aktiv sein und dort über seine Anschlagspläne geschrieben haben. 

Demnach soll geplant gewesen sein, dass ein Diensthubschrauber von Angela Merkel bei der Landung mit einem militärischen Präzisionsgewehr angegriffen werden soll. Auf Nachfrage soll der Mann die Anschlagspläne jedoch abgestritten haben. Vielmehr wolle seine Ex-Frau ihn mit den Beschuldigungen in Schwierigkeiten bringen.

kil

Quelle: rosenheim24.de

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