Nach tödlichem Vorfall in Rietberg

Mann stirbt bei Polizeieinsatz: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

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Nachdem ein 46-Jähriger bei einem Polizeieinsatz in Rietberg ums Leben kam, stellte die Staatsanwaltschaft nun die Ermittlungen ein.

Unter mysteriösen Umständen starb im vergangenen Jahr Pawel Iljenko im westfälischen Rietberg während eines Polizeieinsatzes. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Polizisten und weitere Beteiligte ermittelt – nun aber den Fall zu den Akten gelegt.

  • Pawel Iljenko starb bei Polizeieinsatz in Rietberg
  • Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
  • Familie fordert Aufklärung

Rietberg – Am 9. Juli 2018 kam es in Rietberg-Mastholte zu einem Polizeieinsatz: In der Schillerstraße randalierte ein Mann, der dort mit seinem Wagen liegengeblieben war. Er habe mit Steinen geworfen und versucht, einen Gullydeckel aus der Straße zu heben. Zunächst hielten ihn Anwohner fest, später fixierte ihn die Polizei. Im Laufe des Einsatzes starb der Mann auf der Schillerstraße, wie owl24.de* berichtete

Mysteriöser Tod in Rietberg: Wie starb Pawel Iljenko?

Pawel Iljenko wurde nur 46 Jahre alt – und sein Tod in Rietberg gab Rätsel auf. Die Obduktion in der Gerichtsmedizin ergab, dass der Familienvater weder Drogen noch Alkohol konsumiert hatte. Doch kurz bevor er von den Einsatzkräften zu Boden gerungen wurde, habe er immense körperliche Kraft bewiesen, er sei wie von Sinnen gewesen. Die Gerichtsmedizin schließt deswegen auf das Excited-Delirium-Syndrom (EDS). Es könnte also sein, dass Iljenko sich so massiv wehrte, weil er dem Erstickungstod entgehen wollte.

Doch die Familie glaubt, dass sich an diesem Abend in Rietberg noch mehr zugetragen hat: Sie glauben, dass Iljenko wiederholt gegen den Kopf getreten wurde. Laut einem Bericht der Neuen Westfälischen zeigen Fotos des Toten deutliche Hämatome an dessen Kopf. Könnte Iljenko also aufgrund von Polizeigewalt gestorben sein? Den Ermittlungen zufolge wäre der Erstickungstod auf jeden Fall erfolgt, weswegen man den Beamten keine eindeutige Schuld an dem Todesfall in Rietberg nachweisen könne, berichtete owl24.de*. 

Nach Todesfall in Mastholte: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Die Staatsanwaltschaft in Bielefeld leitete gegen acht Personen Ermittlungen ein – fünf Polizeibeamte und drei Anwohner. Doch zu Anklagen kam es nicht: Veit Walter, der zuständige Staatsanwalt, legte den Fall nun zu den Akten. Der Anwalt der Hinterbliebenen von Pawl Iljenko, Alexander Kin, legte sofort Widerspruch ein. Eine ausführliche Begründung würde noch nachgereicht, wie die Glocke berichtet.

Zudem kritisiere der Rechtsanwalt die bisherigen Ermittlungsarbeiten. Sie sein zu schleppend verlaufen, die Ermittler hätten den Aussagen der Beschuldigten mehr Gewicht gegeben, als denen der Belastungszeugen. Zudem gab es keine Videoaufnahmen von dem Vorfall, da die Bordkameras der Polizeiwagen ausgeschaltet waren. Es bleibt zu hoffen, dass die Familie des toten Pawel Iljenko irgendwann Gewissheit darüber haben wird, was genau sich in jener Nacht in Rietberg abspielte. 

Währenddessen geht ein anderer, aufsehenerregender Fall in die Schlussphase: In der Verhandlung um den Missbrauchsskandal in Lügde soll das Urteil gesprochen werden. Der genaue Termin wurde nun bekannt gegeben, wie owl24.de* bericnhtet. 

*owl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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