Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bettnachbarin stellte Sauerstoffgerät ab

Nach unfassbarem Klinik-Angriff: Seniorin (79) ohne Gehirn beigesetzt - Familie geschockt

Mannheim – Weil sich eine 72-jährige Patientin in einer Klinik durch das Geräusch einer Sauerstoffmaschine offenbar massiv gestört fühlte, soll die Frau in einer Klinik ihrer Bettnachbarin kurzerhand das Gerät ausgeschaltet haben. Kurz darauf ist die Dame gestorben.

Update, 4. Januar, 7.55 Uhr – Seniorin ohne Gehirn beigesetzt

Ende Dezember soll eine 79-Jährige in einem Mannheimer Krankenhaus gestorben sein, nachdem ihre Bettnachbarin ihr einen Monat zuvor gleich zweimal das Sauerstoffgerät abgeschaltet hatte. Die Frau soll sich von den Geräuschen gestört gefühlt haben. Die Seniorin wurde zunächst reanimiert, verstarb dann jedoch überraschend.

Wie die „Bild“ nun berichtet, wurde die verstorbene Patientin inzwischen beigesetzt - jedoch ohne Gehirn. Das befinde sich derzeit noch in der Gerichtsmedizin. Dies habe die Staatsanwaltschaft bestätigt. Das Problem: Die Angehörigen der Verstorbenen sollen davon nichts gewusst haben. „Ich bin total geschockt“, zitiert die „Bild“ die Tochter der Frau.

Die Staatsanwältin sagte der Zeitung, sie ginge davon aus, dass die Familie noch informiert werde. Die Tochter hingegen fordert eine Entschuldigung: „Ich fühle mich von den Behörden hintergangen. (...) So geht man doch nicht mit Toten und deren Hinterbliebenen um.“

Update, 27. Dezember, 14.31 Uhr – Patientin verstirbt

Wie die Bild-Zeitung berichtet, hat die 79-jährige Patientin diese Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr nicht überlebt. Nach einer Reanimation sei sie auf dem Weg der Besserung gewesen, doch dann sei sie verstorben. Nun werde der Leichnam von der Gerichtsmedizin obduziert.

„Falls es sich herausstellen sollte, dass die Frau durch Spätfolgen der beiden Anschläge verstorben ist, wird sich ihre Peinigerin für deren Tod verantworten müssen“, so der Anwalt der Opfer-Familie gegenüber dem Blatt.

Die 72-jährige Patientin, welche das Gerät offenbar ausgeschaltet hatte, sitzt im Moment wegen versuchten Totschlags in U-Haft.

Was war geschehen?

Die 72-jährige Frau, welche in einem Krankenhaus in Mannheim untergebracht war, steht im dringenden Verdacht am Dienstag (29. November) den Hauptschalter des Sauerstoffgeräts ihrer 79-jährigen Mitpatientin ausgeschaltet zu haben, obwohl diese auf die maschinelle Sauerstoffversorgung angewiesen war, teilten Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Mannheim in einer gemeinsamen Pressemeldung mit.

Demnach habe die 72-Jährige zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt vor 20 Uhr das Gerät das erste Mal ausgeschaltet, nachdem sie sich durch die von dem Sauerstoffgerät ausgehenden Geräusche gestört gefühlt habe. Zu diesem Zeitpunkt noch ohne Folgen, da die abgeschaltete Maschine bemerkt und wieder aktiviert wurde.

Patientin muss reanimiert werden

Obwohl die Tatverdächtige durch das Krankenhauspersonal im Anschluss an dem ersten Vorfall hingewiesen wurde, dass es sich bei der Sauerstoffzufuhr um eine lebensnotwendige Maßnahme handelte, soll sie das Gerät nur eine Stunde später, gegen 21 Uhr, erneut abgestellt haben.

In der weiteren Folge musste die 79-jährige Patientin vom Klinikpersonal reanimiert werden. „Mittlerweile ist die Frau außer Lebensgefahr, muss jedoch weiterhin intensivmedizinisch behandelt werden“, heißt es in der Mitteilung.

Polizei: „Nicht alltäglich“

„Das ist auch für uns nicht alltäglich“, sagte eine Polizeisprecherin über den Vorfall vom Dienstagabend. Ob die beiden Frauen sich kannten, war zunächst unklar.

Durch die Staatsanwaltschaft Mannheim wurde beim Amtsgericht Mannheim Haftbefehl gegen die 72-Jährige erwirkt. Die Beschuldigte wurde dann am Mittwoch (30. November) dem Haft- und Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Mannheim vorgeführt. Er setzte den Haftbefehl wegen versuchten Totschlags in Vollzug. Im Anschluss wurde die genug genesene 72-jährige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim und des Kriminalkommissariats Mannheim dauern an.

mz

Rubriklistenbild: © Daniel Cole/dpa

Kommentare