Er leugnete bis zum Schluss

Leonie (6) ermordet: Massive Verletzungen führten zum Tod - Gericht fällt Urteil gegen Stiefvater 

Mordprozess um Leonie.
+
Mordprozess um Leonie.

Der Stiefvater von Leonie muss lebenslang ins Gefängnis. Er hatte vor Gericht verlesen lassen, dass sich das Mädchen ihre Verletzungen bei einem Treppensturz zuzog. 

  • Leonie (6) war am 12. Januar 2019 tot in einer Wohnung in Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern) gefunden worden.
  • Ihr Stiefvater muss sich wegen Mordes, Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen verantworten. 
  • Nun ist er zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 

Neubrandenburg – Knapp ein Jahr, nachdem die sechsjährige Leonie tot in einer Wohnung in Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern) tot aufgefunden worden war, ist ihr Stiefvater nun vom Landgericht Neubrandenburg verurteilt worden. Das Urteil: lebenslange Haft. 

Leonie (6) ermordet: Auch zweijähriger Bruder wurde misshandelt 

Das Gericht sprach den 28 Jahre alten Mann des Mordes durch Unterlassen, der Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung von Schutzbefohlenen schuldig. Auch ihr zweijähriger Bruder war misshandelt worden. Einmal soll er gesehen haben, wie Leonies Mutter nach Weihnachten 2018 das Mädchen so getreten habe, dass es mit dem Kopf gegen eine Wand geprallt sei. Fragen wollte der Angeklagte dazu nicht beantworten.


Die Schwurgerichtskammer folgt mit dem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie hatte eine lebenslange Haftstrafe verlangt. Gestützt wurde die Forderung vor allem auf Angaben von Leonies Mutter. Vor Gericht hatte sie von einer „Spirale der Gewalt“ gesprochen. 

Leonie (6) tot: Stiefvater gab Treppensturz als Todesursache an 

Vor Gericht hatte David H. lediglich eine schriftliche Erklärung verlesen lassen. Darin gab er einen Treppensturz des Mädchens als Ursache für die tödlichen Verletzungen an. Eine Rechtsmedizinerin widersprach: die schwere Kopfverletzung mit der Hirnblutung sei nicht mit einem Treppensturz erklärbar. Das Mädchen sei an „massiver stumpfer Gewalt“ gestorben, wie Bild.de berichtet. Im Anschluss hatte der Stiefvater die Rettungskräfte selbst verständigt. 

Bei einer Vernehmung flüchtete der damals 27-jährige Stiefvater aus der Polizeiwache. Vier Tage fahndete die Polizei mit Fotos nach dem Tatverdächtigen, dann folgte die Festnahme. Leonie musste schon über einen längeren Zeitraum misshandelt worden sein. Am 02. Februar 2019 wurde das kleine Mädchen im Kreis von 80 Gästen beigesetzt. Nach der öffentlichen Feier ließen die Trauergäste Luftballons in Herzform in den Himmel steigen.

mit dpa 

Kommentare