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Lea-Marie: Gericht sieht Fehler beim Jugendamt

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Vor Beginn des Zivilprozesses um Schmerzensgeld für die jahrelang schwer misshandelte Lea-Marie aus Teterow stellt am Donnerstag (17.03.2011) im Landgericht Rostock der Anwalt der Ergänzungspflegerin seinen Aktenkoffer auf den Tisch.

Rostock - Im Zivilprozess um 25 000 Euro Schmerzensgeld für die jahrelang schwer misshandelte Lea-Marie aus Teterow hat das Landgericht Rostock Fehler beim Jugendamt des Landkreises Güstrow festgestellt.

Nach Ansicht des Gerichts habe das Jugendamt seine Pflicht einzuschreiten verletzt, sagte der Richter am Donnerstag zum Prozessauftakt. Fraglich sei auch die Rolle der Ärzte, die das Kind behandelten. Eine Entscheidung will das Gericht am 29. April fällen.

Die inzwischen zu neun Jahren Haft verurteilte Mutter hatte der im November 2001 geborenen Lea-Marie mehr als 20 Mal ätzende Flüssigkeiten eingeflößt. Im Jahr 2003 übergoss die Mutter das Kind mit kochendem Wasser, um eine Versicherungsprämie zu kassieren. Lea-Marie musste sich danach einer Hauttransplantation unterziehen. Im Mai 2003 meldete eine behandelnde Ärztin die Verletzungen beim Jugendamt. Eine Mitarbeiterin nahm den Anruf an und hinterließ für die zuständige Kollegin einen Zettel - dieser verschwand jedoch ungelesen.

Nach Worten des Richters liegt das überwiegende Schweigen der behandelnden Ärzte in einer rechtlichen Grauzone. War in diesem Fall die ärztliche Schweigepflicht geboten oder hätte es wegen des Notstandes Lea-Maries die Pflicht zur Mitteilung gegeben? “Wir neigen dazu, dass es keine Pflicht der Ärzte gab, eine Meldung zu machen“, sagte er mit Blick auf unterschiedliche Länderregelungen.

dpa

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