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„Riesengroße Staubwolke“

Prozess zum eingestürzten Kölner Stadtarchiv: Augenzeugen schildern Unglück

Eingestürztes Stadtarchiv Köln
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Unter Flutlicht arbeiten in Köln (Nordrhein-Westfalen) Rettungskräfte in den Trümmern des eingestürzten Historischen Stadtarchivs (Archivfoto vom 9.März 2009).

Vor neun Jahren stürzte das Kölner Stadtarchiv plötzlich ein. Zwei Anwohner wurden damals von den Trümmern erschlagen. Vor Gericht schildern Augenzeugen, wie sie das Unglück erlebt haben.

Köln - „Schon auf der Anfahrt habe ich eine riesengroße Staubwolke wahrgenommen“, sagte am Mittwoch ein Polizist, der am 3. März 2009 mit seinem Motorrad als erster Beamter am Einsatzort eintraf. „Vor mir sah ich einen meterhoch verschütteten Straßenzug. Unmittelbar vor diesem Trümmerberg stand ein Bus, und eine Vielzahl von flüchtenden Personen lief mir entgegen“, sagte der 44-Jährige vor dem Kölner Landgericht. „Ich habe erst nicht verstanden, was da passiert ist.“

Bauzäune rutschten plötzlich in die Tiefe

Ein Bauingenieur, der kurz vor dem Einsturz auf dem Weg zu einer Besprechung war, berichtete, dass jemand von den Bauarbeitern die Straße versperrt habe. Als er aus dem Auto ausgestiegen sei, seien vom Rande der Baugrube plötzlich Bauzäune und -material in die Tiefe gerutscht. „Dann riss das Archivgebäude in der Mitte auseinander und verschwand - so wie man das kennt, wenn ein Gebäude gesprengt wird.“

Beim Einsturz des Archivs waren zwei Anwohner ums Leben gekommen. In dem Prozess sind fünf Mitarbeiter von Baufirmen wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung angeklagt. Ein Fehler bei den U-Bahn-Bauarbeiten hat nach Darstellung der Staatsanwaltschaft den Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor neun Jahren ausgelöst.

Kölner Stadtarchiv Prozess - die Zeit drängt

Für den Prozess hat das Landgericht mehr als 100 Verhandlungstage bis ins nächste Jahr hinein angesetzt. Wenn bis März 2019 kein erstinstanzliches Urteil ergangen ist, verjährt die Sache.

Mehr als acht Jahre nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs lag endlich das Gutachten der Staatsanwaltschaft zur Unglücksursache vor.

Ein Jahr nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs sind drei Klagen auf Schadenersatz vom Landgericht Köln abgewiesen worden, wie tz.de* berichtete. Grund: Die Stadt trifft keine Schuld.

dpa

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