Kinderschänder muss neun Jahre hinter Gitter

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Mit neun Jahren Haft folgte das Gericht der Foderung der Staatsanwaltschaft.

Koblenz - Das Landgericht Koblenz hat gegen einen Kinderschänder eine lange Haftstrafe verhängt. Der Angeklagte ist einer von drei mutmaßlichen Freiern, an die der bereits verurteilte Detlef S. seine Tochter und Stieftochter verkauft haben soll.

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Im zweiten Prozess um den Missbrauchsfall im Westerwaldort Fluterschen hat das Landgericht Koblenz wieder eine hohe Haftstrafe verhängt. Es verurteilte am Donnerstag einen 61-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Minderjährigen in 53 Fällen zu neun Jahren Haft. Das Gericht folgte damit der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung war dagegen von sehr viel weniger Fällen ausgegangen und hatte daher auf eine Bewährungsstrafe plädiert.


Hilflosigkeit der Mädchen ausgenutzt

Der Angeklagte ist einer von drei mutmaßlichen Freiern, an die der bereits verurteilte Familienvater Detlef S. seine leibliche Tochter und seine Stieftochter verkauft haben soll. Der Angeklagte habe die Hilflosigkeit der Mädchen, die von ihrem Vater tyrannisiert wurden, ausgenutzt, urteilte das Gericht. Bereits im Alter von 12 beziehungsweise 14 Jahren seien die Mädchen erstmals zum Sex mit dem ihnen unbekannten Mann gezwungen worden. Ihr Vater hat in einigen Fällen dabei zugesehen.

Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern

Die neunjährige Corinna wurde am 29.07.2009 tot in einem Seitenarm des Flusses Mulde unweit ihres Elternhauses in Eilenburg gefunden. Sie fiel vermutlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer. Die Ermittlungen dauern noch an. © ap
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Der neunjährige Dennis aus Scharmbeckstotel wurde am 05. September 2001 aus dem Schullandheim Wulsbüttel entführt. Am 19.09.2001 wurde die Leiche von Dennis in einem Waldstück bei Kirchtimke entdeckt. © dpa
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Die achtjährige Michelle aus Leipzig wurde am 17. August 2008 auf dem Heimweg entführt. Am 21. August wurde ihre Leiche in einem Teich gefunden. © dpa
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Der heute 73-Jährige Josef Fritzl hielt seine Tochter Elisabeth Jahrzehnte in einem Kellerverlies unter seinem Haus gefangen. Immer wieder vergewaltigte er sie und zeugte in der Zeit mit ihr sieben Kinder. © dpa
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In diesem Kellerverlies wurden die Opfer von Fritzl gefangen gehalten. © dpa
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Im Jahr 2006 gelang Natascha Kampusch die Flucht von ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil. Er begann daraufhin Selbstmord. © dpa
Die 6-jaehrige Ayla aus Zwickau wurde 17. Mai 2005 in der Naehe ihrer Wohnung von einem Mann in ein Auto gezogen worden.
Die sechsjährige Ayla aus Zwickau wurde am 17. Mai 2005 in der Naehe ihrer Wohnung von einem Mann in ein Auto gezogen, sexuell missbraucht und ermordet.. © dpa
Der Mörder von Ayla, Michael L. hat die Tat wenig später gestanden.
Der Mörder von Ayla, Michael L. hat die Tat wenig später gestanden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Der jüngste traurige Fall: Die achtjährige Kardelen aus Paderborn wurde seit 12. Januar 2009 vermisst. Vier Tage später die traurige Gewissheit. Kardelen wurde sexuell missbraucht und getötet. © dpa
Die zehnjährige Adelina aus Bremen verschwand am 26. Juni 2001 nach dem Besuch beim Ur-Großvater. Ihre Leiche wurde später in einem Wald gefunden.
Die zehnjährige Adelina aus Bremen verschwand am 26. Juni 2001 nach dem Besuch beim Ur-Großvater. Ihre Leiche wurde später in einem Wald gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Die achtjährige Levke aus Cuxhaven wurde seit dem 6. Mai 2004 vermisst. Dreieinhalb Monate später wird ihre Leiche in einem Waldstück in Attendorn gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Die vier Jahre alte Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 spurlos aus einer Ferienwohnung in Südportugal verschwunden. Bis heute ist der Fall ungelöst. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Gestanden hat der Mörder des neunjährigen Mitja vor Gericht in Leipzig. Der damals 43-Jährige hat den neunjährigen Buben mit in seine Wohnung genommen, vergewaltigt und erdrosselt. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
Immer noch auf freiem Fuß sind die Täter, die das Leben des damals fünfjährigen Pascal auf dem Gewissen haben. Der Bub wurde 2001 in einer Kneipe in Saarbrücken vergewaltigt und erstickt. Seine Leiche wurde nie gefunden. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
In Riekofen im Landkreis Regensburg wird 2007 bekannt, dass der örtliche Pfarrer sich an einem Kind vergangen haben soll. Wie sich herausstellte war es nicht der erste Fall: Der Geistliche war bereits wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft. Das Ordinariat schweigt zu den Vorwürfen. © dpa
Am 15. September 1981 wird die zehnjährige Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee entführt.
Am 15. September 1981 wurde die zehnjährige Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee entführt. © dpa
Grausame Fälle: Verbrechen an Kindern
In dieser Kiste wurde sie von dem Täter gesteckt, in der sie qualvoll erstickte. © dpa

Die Verteidigung argumentierte dagegen, der Angeklagte habe zugegeben, dass er viermal mit einem der Mädchen sexuellen Kontakt hatte. Über ihr Alter sei ihm aber nichts bekannt gewesen. Diese Angaben des Angeklagten hatte die Staatsanwaltschaft als “nicht glaubhaft“ gewertet.

Verteidigung zweifelt Zeugenaussagen an

Die Verteidigung verwies auf angebliche Widersprüche in den Aussagen der beiden jungen Frauen, die auch als Nebenklägerinnen auftraten. Ihre Angaben seien daher anzuzweifeln. Einen entsprechenden Antrag der Verteidigung hatte das Gericht allerdings bereits zum Beginn der Verhandlung am Donnerstag abgewiesen.

In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte, es tue ihm “echt leid“. Zugleich betonte er, dass er keine Gewalt angewendet habe und “nur Sex gegen Geld“ haben wollte.

Weiterer Prozess anhängig

Das Landgericht hatte den 48-jährigen Detlef S. Ende März wegen jahrzehntelangen Missbrauchs seiner leiblichen Tochter und zwei seiner Stiefkinder zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren und 6 Monaten verurteilt und anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Mit seiner Stieftochter zeugte er zudem acht Kinder, was aber nicht Gegenstand des Prozesses war. Die Verteidigung von Detlef S. hat gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt.

Der Prozess gegen einen weiteren, 64 Jahre alten Mann, der die Kinder gegen Geld missbraucht haben soll, war am Dienstag dieser Woche eröffnet worden. Der dritte mutmaßliche Freier ist bereits verstorben.

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