In Baden-Württemberg

Höhlen-Drama: Retter erheben Vorwürfe gegen die zwei Männer

+
Rettungsaktion in der Falkensteiner Höhle.

Beide Männer, die in der Falkensteiner Höhle in Grabenstetten (Baden-Württemberg) eingeschlossen waren, konnten gerettet werden. Doch Retter machen dem Guide schwere Vorwürfe.

22.34 Uhr: Jetzt spricht einer der Höhlenretter über die Befreiungsaktion. Max Fahr (29) ist unter anderem Berufssoldat und war während der Rettung mit den Touristen abgeschlossen von der Außenwelt. Der Bild erzählte er von den langen Stunden: „Die Bedingungen waren Horror. Es war schwierig, in die Höhle zu kommen. Wir haben keine Sekunde geschlafen. Ich habe das Unfallopfer in zwei Schlafsäcke und eine Rettungsdecke gepackt, ihm gut zugeredet, versucht, die Angst zu nehmen. Insgesamt saßen wir fast 14 Stunden zusammen da drin. In der Höhle war es kalt, nass, unangenehm, laut. Es hat nach Urin und Schweiß gestunken. Kein Ort, an dem man lange bleiben mag.“

Ein Drama spielt sich in einer Höhle im Tatra-Gebirge in Polen ab. Zwei Forschern sind vermisst. Bergretter befürchten das Schlimmste.

Höhlen-Drama: Aus 650 Metern Tiefe gerettet - jetzt droht Bürgermeister dem Guide wegen „Dummheit“

14.10 Uhr: Noch einmal gut gegangen. Am Morgen konnten die Helfer auch den von Wassermassen in die Enge getriebenen Touristen retten. Doch doch so langsam hagelt es Kritik am bereits in der Nacht zum Montag geretteten Guide. Nach der Malteser Höhlenrettung (s.u.) legt nun Bürgermeister Roland Deh (56, parteilos) nach: „Dafür gibt es nur ein Wort: Dummheit. Wir prüfen, ob wir dem Guide oder dem Anbieter die Genehmigung entziehen.“ Das berichtet die Bild-Zeitung.

Feuerwehr-Chef Harald Herrmann (60) dazu: „Der Guide und der Tourist wurden offenbar vom ansteigenden Wasser durch den Starkregen der vergangenen Tage überrascht.“

11.15 Uhr: Gute Nachrichten von der Rettungsaktion in der Falkensteiner Höhle: Auch der Tourist wurde nun gerettet. Vor wenigen Minuten konnten Helfer ihn aus der Höhle bringen. Das berichten verschiedene Medien übereinstimmend. Kurz vorher hieß es: „Der in der Höhle Verbliebene frühstückt gerade, um zu Kräften zu kommen“, sagte der Einsatzleiter der Höhlenrettung, Michael Hottinger, der Bild-Zeitung. Es gab Nudelsuppe mit Kraftbrühe und Tee.

Höhlen-Drama in Baden-Württemberg: Tourist noch eingesperrt - Guide gerettet - doch Retter kritisieren ihn

Update, 9.47 Uhr: Auch der zweite Mann soll noch am Montagvormittag (29. Juli 2019) aus der Falkensteiner Höhle befreit werden, erklärte der Einsatzleiter der Höhlenrettung, Michael Hottinger gegenüber der Deutschen Presseagentur. Über Twitter teilte die Polizei Reutlingen in Baden-Württemberg außerdem mit, dass es dem Mann in der Höhle gut gehe und dieser von Rettungstauchern betreut werde. 

Update vom 29. Juli 2019, 8.10 Uhr: Gute Nachrichten aus der Falkensteiner Höhle: Einer der beiden eingeschlossenen Männer ist gerettet. Das sagte der Einsatzleiter der Bergwacht an der Falkensteiner Höhle in Baden-Württemberg der Deutschen Presse-Agentur am Montagmorgen. Wie die Bild berichtet, konnte der Guide gerettet werden, während der Wanderer weiter in 650 Metern Tiefe festsitzt. 

Für den Einstieg bei steigendem Wasser kritisierte Jens Hornung von der Malteser Höhenrettung den verantwortlichen Höhlenführer: „Da kommt man als Profi nicht drauf“, erklärte er.

Falkensteiner Höhle in Baden-Württemberg: Höhlen-Guide und Tourist sitzen in überschwemmter Höhle fest

Unsere Erstmeldung vom 29. Juli 2019, 6.08 Uhr: Grabenstetten - Die von den Wassermassen in der Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb eingeschlossenen Männer müssen nach Auskunft der Rettungskräfte nicht um ihr Leben bangen. 

„Es besteht definitiv keine Lebensgefahr“, sagte der Einsatzleiter der Höhlenrettung, Michael Hottinger, der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Montag. Vier Höhlenretter seien zu den beiden Männern vorgedrungen und würden sie derzeit betreuen. Ein Rettungszelt aus Wärmedecken sei aufgebaut und warmes Essen verteilt worden. Den Männern - einem Höhlen-Guide und dessen Kunde - gehe es gut, derzeit würden sie schlafen.

In der Falkensteiner Höhle in Baden-Württemberg sind zwei Menschen von ansteigenden Wassermassen überrascht und dadurch eingeschlossen worden.

Baden-Württemberg: Zwei Männer sind 650 Meter tief in Falkensteiner Höhle eingeschlossen

Am Morgen soll dann je nach Wetterlage die eigentliche Rettung aus der Höhle beginnen. Dafür müssen laut Hottinger zwei von den Wassermassen versperrte Höhlenpassagen durchtaucht werden. Die seit Sonntagabend festsitzenden Männer befänden sich etwa 650 Meter tief in der Höhle. Derzeit sei eine Rettung aufgrund der starken Strömung unmöglich. „Für geübte Taucher ist das jetzt bei der Wasserlage schon ein Problem. Für Ungeübte wird es fast unmöglich.“ Nach einer kleinen Einweisung sollen sich die Höhlengänger dann jeweils in Begleitung von zwei Tauchern den Weg durch das Wasser bahnen. Die letzte Entscheidung träfen aber die Rettungskräfte in der Höhle.

Höhlen-Drama auf der schwäbischen Alp: Männer gingen leichtsinnig in Falkensteiner Höhle

Leichtsinn sei Grund für die Notlage der beiden Männer gewesen, sagte Hottinger. Bei der Wetterlage und dem starken Regen hätten sie wissen müssen, dass die siphonartigen Senken in der Höhle volllaufen und so den Rückweg versperren könnten.

Bei dem Höhlen-Drama in Thailand machte sich Tesla-Chef Elon Musk mit einem Vorschlag ziemlich unbeliebt. 

Zurück zur Übersicht: Deutschland

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT