Verletzung der Menschenrechte

Junger Frankfurter stirbt in USA - Trauerfeier wird zur Protestaktion

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Frankfurter stirbt in den USA

Ein 20-Jähriger stirbt in den USA. Der Vater, ein Iraner, veranstaltet nun in Frankfurt eine Trauerfeier - inklusive Protestaktion gegen Trump und die USA.

Update, 9. Juli, 14.36 Uhr: Bis zum Schluss kämpfte Vater Sharam Iranbomy um ein Visum "aus humanitären Gründen", um zur Beerdigung seines Sohnes nach Washington einreisen zu dürfen. Vergeblich. Der Rechtsanwalt veranstaltete drei Tage nach dem Begräbnis seines Sohnes eine Abschiedsfeier mit 120 Gästen im Café Melange. Dabei war das Bild des Verstorbenen lebensgroß über dem Traueraltar zu sehen, daneben das von US-Präsident Donald Trump. Der eingeblendete Vorwurf: "Human Rights Violence" - Verletzung der Menschenrechte, die Iranbomy als Protestaktion anprangert. 

"Wenn Eltern nicht am Grab eines verstorbenen Kindes Abschied nehmen dürfen, dann ist das der Horror", betont die Bundestagsabgeordnete Uli Nissen (SPD). Sie engagierte sich ebenso wie Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), die Europaabgeordnete Nicola Beer (FDP), German American Business Club und viele andere politische Vertreter und Freunde für ein Einreisevisum. Dem deutschen Staatsbürger iranischer Herkunft war das US-Dauervisum gekündigt und die Einreise verweigert worden.

Unfall in Washington: Trauerfeier in Frankfurt

Irman, der in den USA studierte, wurde mit nur 20 Jahren Opfer eines Unfalls in Washington. In seiner Heimatstadt Frankfurt war der Abgeordnete des Deutschen Jugend-Bundestages Sprecher der Justus-Liebig-Schule und Kommandant der Jugendfeuerwehr Berkersheim. Die dazugehörige Uniform gibt Irman auf den eingeblendeten Lebensbildern etwas Stolzes und Edles. "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut", fasst der Rhein-Main-Network-Vorsitzende Andreas Heuberger Irmans Gesinnung mit einem Goethezitat zusammen. "Irman lebte als Brückenbauer und Netzwerker für religiöse Toleranz, Einheit der Menschheit und Beseitigung der Menschenrechtsverletzungen und holte als Schulsprecher die Holocaust-Überlebende Trude Simonsohn nach Frankfurt", betont Daniel Hofmann von der Jüdischen Gemeinde.

Sharam Iranbomy, der als Anwalt auch für Iraner und Afghanen das Recht erstritt, zur Beerdigung von Angehörigen nach Deutschland einzureisen, wird juristisch weiterkämpfen, um am Grab seines Sohnes Abschied zu nehmen und dafür auch die US-Regierung anklagen, wie er ankündigt.

Erstmeldung, 25. Juni, 10.44 Uhr: Seyed Iranbomy ist in Tränen aufgelöst: "Er war doch noch so jung. Er hat sich immer für alle eingesetzt." Den unerwarteten Tod seines Sohnes Irman Iranbomy verkraftet er nur schwer. "Irman war ein Kämpfer für Gerechtigkeit, Mitglied des Jugendparlaments im Deutschen Bundestag, Kommandant der Freiwilligen Frankfurter Jugendfeuerwehr, Schulsprecher, Gründer und Präsident des Marshall German HS Clubs", zählt Iranbomy auf. "Er hat sich immer ehrenamtlich engagiert."

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Nach Unfalltod in USA: Visum des Vaters wurde abgelehnt

Die ganze Familie ist fassungslos über den Unfalltod des erst 20-jährigen Studenten, der tot in Washington DC aufgefunden wurde. Der Frankfurter Rechtsanwalt wollte die in Washington lebende Mutter Irmans unterstützen und für die Trauerfeier und die Beisetzung in die Vereinigten Staaten fliegen. Doch das wird ihm verwehrt.

"Ich bin seit 40 Jahren deutscher Staatsbürger. Ich bin gebürtiger Iraner. Ich hatte ein Zehn-Jahres-Visum für die USA. Es ist vor zwei Jahren, als Trump Präsident wurde, gekündigt worden." Seine Bitte an das US-Konsulat, ihm jetzt wenigstens ein auch nur dreitägiges Visum zu gewähren, wurde jetzt abgelehnt. Die Konsularbeamten hätten - so berichtet Iranbomy - darauf verwiesen, dass er keine Wurzeln in Deutschland habe und in die USA einwandern wolle. Die Begründung seines Visabegehrens - der Tod seines 20-jährigen Sohnes - sei vorgeschoben.

"Ich bin fassungslos. Wie kann denn das sein? Es ist die letzte Möglichkeit, von meinem Sohn Abschied zu nehmen." Der Menschenrechtsanwalt ringt um Fassung. "Ich habe Fälle vertreten, Leute aus Iran, Afghanistan, von überall her, die binnen Tagen nach Deutschland einreisen durften, wenn hier Angehörige in Not oder gestorben waren." Doch das Auswärtige Amt machte ihm keine Hoffnung. Die USA unter Donald Trump verfolgen eine andere Politik.

Brückenbauer zwischen Orient und Okzident

"Mein Sohn war ein Brückenbauer zwischen Orient und Okzident. Ich werde eine Feier für ihn in Frankfurt ausrichten.*" Iranbomy lädt alle Freunde und Bekannten seines Sohnes ins Café Melange ein. "Es gibt sieben Himmel. Deswegen habe ich den Termin gewählt. Am 7.7. um 19 Uhr", sagt Iranbomy.

tjs/got

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