Freispruch für Lieferant der Sauerlandgruppe

Verden - Ein Händler, der verdächtigt worden war, der Sauerlandgruppe Chemikalien für Sprengsätzen geliefert zu haben, wurde von diesem Vorwurf freigesprochen. Verurteilt wurde er trotzdem.

Der Chemie-Lieferant der terroristischen Sauerland-Gruppe ist von dem Vorwurf freigesprochen worden, bewusst Chemikalien für Sprengstoff an die Islamisten geliefert zu haben. Der Chemikalienhändler aus dem niedersächsischen Hodenhagen habe die geplante Verwendung der Stoffe nicht erkennen müssen, stellte das Verdener Landgericht am Mittwoch in seinem Urteil fest, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Staatsanwaltschaft Verden hatte dem Mann unter anderem vorgeworfen, den im März 2010 verurteilten Mitgliedern der Sauerlandgruppen 585 Kilogramm Wasserstoffperoxid geliefert zu haben. Das Landgericht konnte aber keinen Vorsatz erkennen.


Die Bilder vom Terrorprozess gegen die Sauerlandgruppe

Bewaffnete Polizisten sichern die Eingänge des Oberlandesgerichts in Düsseldorf. Hier findet der Prozess gegen die Sauerlandgruppe statt.
Bewaffnete Polizisten sichern die Eingänge des Oberlandesgerichts in Düsseldorf. Hier findet der Prozess gegen die Sauerlandgruppe statt. © dpa
Der Prozess findet in einem extra abgesicherten Saal statt.
Der Prozess findet in einem extra stark abgesicherten Saal statt. © ap
Die Anwälte der Terrorverdächtigen Rosenkranz und Pausch auf dem Weg ins Gericht.
Die Anwälte der Terrorverdächtigen, Rosenkranz und Pausch, auf dem Weg ins Gericht. © dpa
Journalisten und Zuschauer warten auf den Einlass ins Gericht.
Journalisten und Zuschauer warten auf den Einlass zu einem der größten Terrorprozesse in der Bundesrepublik seit Jahren. © dpa
Im Gerichtssaal sitzen die Angeklagten von Polizisten bewacht hinter dickem Sicherheitsglas.
Im Gerichtssaal sitzen die Angeklagten von Polizisten bewacht hinter dickem Sicherheitsglas. Mit ihren Anwälten sprechen sie durch die Scheibe. © dpa
Adem Yilmaz
Die Angeklagten werden ins Gericht geführt, hier Adem Yilmaz. Anschlagsziele waren vor allem amerikanische Gebäude. © dpa
Atilla Selek im Gerichtssaal.
Atilla Selek umringt von Polizisten. Die Angeklagten wollten, dass so viele Menschen wie möglich sterben. © dpa
Fritz Gelowicz und die drei weiteren Angeklagten sitzen hinter Sicherheitsglas im Gericht.
Fritz Gelowicz und die drei weiteren Angeklagten sitzen hinter Sicherheitsglas im Gericht.  © dpa
Terrorprozess gegen Sauerlandgruppe
Der Angeklagte Daniel Schneider spricht mit seinem Anwalt. © dpa
Offenbar hat Daniel Schneider beim Terrorprozess Grund zu lachen.
Offenbar hat er beim Terrorprozess noch Grund zu lachen. © dpa
Hinter Gittern, Mauern und kameraüberwacht wird den Terrorverdächtigen der Prozess gemacht.
Hinter Gittern, Mauern und kameraüberwacht wird den Terrorverdächtigen der Prozess gemacht. © dpa
Richter Ottmar Breidling führt die Verhandlung gegen die Sauerlandgruppe.
Richter Ottmar Breidling führt die Verhandlung gegen die Sauerlandgruppe. © dpa
Allein die Anklageschrift umfasst 40 Seiten. Hier die Ermittlungsakten.
Allein die Anklageschrift umfasst 40 Seiten. Hier die Ermittlungsakten. © dpa
In diesem Ferienhaus in Oberschledorn wurden die Terrorverdächtigen festgenommen.
In diesem Ferienhaus in Oberschledorn im Sauerland wurden die Terrorverdächtigen festgenommen. © ap
Im September 2007 wird ein Verdächtiger abgeführt.
Im September 2007 wird einer von ihnen abgeführt. © ap
Die Polizei stellte bei der Festnahme mit Chemikalien gefüllte Kanister sicher.
Die Polizei stellte bei der Festnahme mit Chemikalien gefüllte Kanister sicher. © ap

Auch ein Sachverständiger erklärte, der Chemikalienhändler habe nicht erkennen müssen, wozu seine Lieferungen verwandt werden sollten. Beispielsweise hätten zur Herstellung von Sprengstoff noch andere Chemikalien gefehlt. Der Mann wurde aber wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt, zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung. Über seinen Handel vertrieb er illegal Stoffe, aus denen sich Betäubungsmittel herstellen ließen. Die vier islamistischen Terroristen der Sauerlandgruppe hatten den größten Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik geplant. Sie wurden mit Strafen bis zu zwölf Jahren Haft bestraft. Sie hatten in Deutschland Autobomben-Anschläge auf US-Soldaten in Discos, Kasernen und Flughäfen geplant. Dabei sollten mindestens 150 amerikanische Militärangehörige sterben.

DAPD

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