Foodwatch: Bahn mogelt im Speisewagen

Berlin - Der Verein Foodwatch wirft der Bahn vor, in ihren Speisewagen eine Mogelpackung zu verkaufen.

Bei der Aktion “TV-Köche tischen auf“ werde der Eindruck erweckt, es würden Gerichte besonderer Qualität serviert. Tatsächlich handele es sich um Fertigprodukte, kritisierten die Verbraucherschützer am Donnerstag in Berlin. Die Deutsche Bahn sieht sich zu Unrecht angegriffen. “Wir haben nichts zu verbergen“, sagte eine Sprecherin.


Die Wahl der größten Werbe-Schummeleien

Kandidat 1: Eine Bio-Limonade die laut Foodwatch keine ist. Der Geschmack kommt nicht aus biologisch angebauten Früchten, sondern von Aromen aus dem Labor. © Foodwatch / abgespeist.de
Biologisch sind an Beo laut Foodwatch nur zwei Dinge: Der Zucker und das Gerstenmalz. © Foodwatch / abgespeist.de
Kandidat 2: Seltsame Rezepturverbesserung: Zusätzliche Aroma- und Zusatzstoffe schafften es ins Glas. © Foodwatch / abgespeist.de
Kandidat 3: Physalis-Tee ohne Physalis. In diesem Tee steckt laut Foodwatch nur Aroma. © Foodwatch / abgespeist.de
So viel Zucker steckt in einer Packung des "Gelben Tees". © Foodwatch / abgespeist.de
Da wundert es nicht, dass die Lebensmittel-Ampel - würde sie eingeführt - beim Zucker ganz klar auf rot stehen würde. © Foodwatch / abgespeist.de
Kandidat 4: Spitzenkoch wirbt für Dosensuppe. Statt versprochener "ausgewählter Zutaten" stecken laut Foodwatch nur Trockenpulver, Zusatzstoffe und Aromen drin. © Foodwatch / abgespeist.de
Kandidat 5: Mehr Zucker als Cola. Die gleiche Menge Cola hat laut Foodwatch weniger Zucker als eine Flasche Monte-Drink. © Foodwatch / abgespeist.de
So viel Zucker steckt in einem Monte-Drink. Acht Stück Wüfelzucker enthält eine Flasche. © Foodwatch / abgespeist.de
Die Lebensmittel-Ampel für den Monte-Drink: Rot beim Zucker, gelb beim Fett. © Foodwatch / abgespeist.de
So ging der Wettbewerb im vergangenen Jahr aus: 2009 gewann Actimel mit klaren 47 Prozent den Goldenen Windbeutel. © Foodwatch / abgespeist.de
So könnte es aussehen, wenn es der Goldene Windbeutel 2009 auf die Verpackung des Preisträgers geschafft hätte. © Foodwatch / abgespeist.de
Ungewollter Preis: Danone nahm 2009 den Goldenen Windbeutel für Actimel nicht an. © Foodwatch / abgespeist.de

Foodwatch monierte, die Spitzenköchin Sarah Wiener werbe als “überzeugte Botschafterin gesunder Ernährung“ zum Beispiel für eine gefüllte Schweinefleischroulade. In der Bahn-Speisekarte seien dabei keine Zusatzstoffe oder Aromen deklariert - verwendet würden sie dennoch, etwa gehärtetes Palmfett, der Geschmacksverstärker Hefeextrakt und das Verdickungsmittel Xanthan. Diese “Mogelei“ sei legal, weil nach geltender Verordnung nicht alle Zusatzstoffe aufgeführt werden müssten. Foodwatch verlangte vom Gesetzgeber, dies zu ändern.


Die Bahn bestätigte die Verwendung der genannten Stoffe, nahm jedoch für sich in Anspruch, einer der wenigen “Systemgastronomen“ in Deutschland zu sein, “die, wo immer möglich, auf jegliche Zusatzstoffe bei der Produktion ihrer Gerichte verzichten“.

dpa

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