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Alarmstufe pink

Corona in Deutschland: Bayerischer Landkreis steuert auf 600er-Inzidenz zu - R-Wert steigt bundesweit

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  • Andreas Schmid
    Andreas Schmid
  • Patrick Huljina
    Patrick Huljina
  • Martina Lippl
    Martina Lippl

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sind hoch. Die Debatte um die möglichen Lockerungen heizt sich auf. Karl Lauterbach macht seinem Ärger Luft. Alle Infos in unserem News-Ticker.

  • In Deutschland steigen seit September die Corona-Fallzahlen. Seit November wurden die Corona-Maßnahmen verschärft.
  • In der Corona-Pandemie zeichnet sich immer noch keine deutliche Trendwende ab.
  • Dieser News-Ticker zum Coronavirus in Deutschland ist beendet (s.u.)

+++ Wir beenden diesen Ticker. Alle weiteren Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Deutschland lesen Sie fortan in diesem News-Ticker. +++

Update vom 6. Dezember, 14.06 Uhr: Bayern verhängt wegen Corona den Katastrophenfall. Das kündigt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag in München an. Die Corona-Infektionszahlen seien weiter zu hoch, die Krankenhäuser in Bayern an ihren Grenzen. Obendrein werden die Corona-Maßnahmen verschärft. Mehr Hintergründe zum Katastrophenfall in Bayern finden Sie hier bei Merkur.de*.

In Thüringen soll es keine Lockerungen der Corona-Maßnahmen über Weihnachten und Silvester geben. Medienberichten zufolge sei wegen der aktuellen Infektionszahlen kein anderes Vorgehen möglich.

Update vom 6. Dezember, 12.05 Uhr: Glühwein ist jetzt ein rotes Tuch für Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Jedenfalls in Köln findet der SPD-Politiker die Glühweinstände „katastrophal“. Via Twitter legt Lauterbach los, teilt seine Beobachtungen und wettert gegen das Treiben an den Glühweinständen. Vielerorts sind Weihnachtsmärkte wegen Corona abgesagt. Glühweinstände gibt es jedoch. Nach einem Spaziergang am Samstagabend (5. Dezember) durch Köln macht Lauterbach seinem Ärger Luft.

Corona in Deutschland: „Katastrophal“ - Lauterbach wettert gegen Glühweinstände

„Glühweinstände sind heute Abend voll im Einsatz. Im Belgischen Viertel zB stehen die Leute ohne Maske und Abstand mit Glühwein/Flaschenbier“, twittert Lauterbach. Obendrein gibt es seiner Meinung nach kaum Kontrolle. „Ordnungskräfte sehe ich keine“, formuliert er knapp. Es sind Szenen, die für ihn kaum zur aktuellen Corona-Lage passen. „Die heute Infizierten stecken in der nächsten Woche andere an“, warnt Lauterbach. Verantwortungsvolles Handeln statt Leichtsinn mahnt der Gesundheitsexperte seit Beginn der Pandemie an. „Ist es in anderen Städten ähnlich katastrophal?“ - mit dieser Frage endet sein Tweet. Zu seinen kritischen Worten hat Lauterbach einen Screenshot aus einem Text über eine „Glühwein-Map“ mit zahlreichen Glühweinständen in ganz Köln eingebettet.

Coronavirus in Deutschland: Bayern berät über schärfere Corona-Regeln

Update vom 6. Dezember, 12.20 Uhr: Bayern liegt bei den Zahlen der Neuinfektionen weiter vorn. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die Zügel im gesamten Freistaat schärfer anziehen. Söder hat am Sonntag sein Kabinett zu einer Corona-Sondersitzung zusammengerufen. „Es braucht jetzt konsequentes Vorgehen“, fordert Söder, berichtet Merkur.de*. Der Teil-Lockdown bringt auch in der Hauptstadt München bisher kaum den gewünschten Erfolg, ist in der tz.de* zu lesen. Die 7-Tage-Inzidenz pendelt in München bei einem Wert noch unter der 200er-Marke. Aber, wie lange noch?  

Update vom 6. Dezember, 9.05 Uhr: Alarmstufe Pink! - Zwei Landkreise überschreiten momentan die 500er-7-Tage-Inzidenz. Dabei steuert der Landkreis Regen (Bayern) auf einen Wert von 600 zu. Nach dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI):

  • Landkreis Regen (Bayern) - 581,3 (Vortag: 503,8)
  • Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (Sachsen) - 534,6 (448,7)
  • Landkreis Bautzen (Sachsen) - 470,0 (Vortag: 446,7)
  • Landkreis Hildburghausen (Thüringen): 452,6 - (Vortag: 458,9)

Im Durchschnitt liegt die 7-Tage-Inzidenz deutschlandweit bei 142 (Vortag: 138) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangen sieben Tage. Das geht aus dem Covid-19-Dashboard des RKI hervor. In den Bundesländern Bayern (175), Berlin, (181,9), Hessen (146), Sachsen (300,6) und Thüringen (166,6) liegt sie darüber; in Nordrhein-Westfalen knapp darunter (139,6). 

Corona-Neuinfektionen: RKI meldet deutlich mehr Fallzahlen als vor einer Woche

Update vom 6. Dezember, 6.50 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 17.767 neue Corona-Fälle binnen eines Tages gemeldet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Vor einer Woche lag der Wert noch bei 14.611 gemeldeten Neuinfektionen binnen 24 Stunden. 255 weitere Menschen sind innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 18.772 (Stand 6. Dezember, 0 Uhr).

Der Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,10 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 110 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona in Deutschland: In Sachsen hat sich der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zu einem Hotspot entwickelt.

Coronavirus in Deutschland: „Hier könnte eine dritte Welle wieder Schwung nehmen“

Update vom 5. Dezember, 16.37 Uhr: Viele Menschen in Deutschland werden sich gefreut haben, als Kanzlerin Merkel nach der Ministerpräsidentenrunde verkündet hat, dass es an Weihnachten und Silvester Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen geben wird. Für einige Mediziner war es jedoch die falsche Entscheidung. „Zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten zuzulassen, erscheint mir zu freizügig, gerade an Silvester, wo ein solches Szenario ja - anders als am Weihnachtsabend - durchaus nicht unrealistisch ist“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGÄI), Bernhard Zwißler, der Deutschen Presse-Agentur. „Hier könnte eine dritte Welle wieder Schwung nehmen.“ 

Für den Mediziner habe der Teil-Lockdown durchaus Wirkung gezeigt - wenn auch nicht so einen große wie erhofft. „Es sieht momentan so aus, als würde sich die Situation etwas beruhigen. Die Situation ist allerdings höchst fragil“, so Zwißler. Betrachte man die aktuellen Zahlen der behandelten Patienten in den Krankenhäusern, dann sei der Scheitelpunkt der zweiten Welle erreicht worden, so der Anästhesiologie-Professor am LMU-Klinikum Großhadern in München. Er gehe davon aus, dass die Zahlen in den kommenden Wochen weiter absinken werden.

Dennoch bleibe die Lage bedenklich. „Bei uns am Klinikum sind zwei komplette Intensivstationen nur mit Covid-Patienten belegt, andere Städte in Deutschland sind noch stärker betroffen.“ Derzeit müssten in Deutschland immer noch deutlich mehr Patienten intensivmedizinisch versorgt werden als in der Spitze im Frühjahr.

Corona-Hilfen können laut Kanzlerin Merkel nicht endlos verlängert werden

Update vom 5. Dezember, 11.55 Uhr: In ihrem Video-Podcast am Samstag stimmte Bundeskanzlerin Angela Merkel darauf ein, dass die enormen öffentlichen Hilfen in der Corona-Krise weniger werden. Das aktuelle Maß an Unterstützung könne nicht endlos fortgesetzt werden warnte sie. Deshalb hätten alle große Verantwortung. „Bund, Länder und Kommunen müssen gut und konstruktiv zusammenarbeiten, um die Pandemie und ihre Folgen bestmöglich zu meistern.“

Die große Koalition will kommendes Jahr fast 180 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen und dafür wieder die Schuldenbremse im Grundgesetz aussetzen. Merkel verteidigte die Neuverschuldung. Seit Beginn der Pandemie sei Ziel, die finanziellen Kräfte zu mobilisieren, um gegenzuhalten. „Noch höher wären die Kosten - finanziell wie sozial-, wenn viele Unternehmen zusammenbrächen und Millionen von Arbeitsplätzen verloren gingen.“ Auch 2021 könne der Bund große Summen einsetzen, weil in den vergangenen Jahren gut gehaushaltet worden sei.

Der Bundestag will von Dienstag an über den neuen Haushalt debattieren. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn fordert mehr Verantwortung und „entschlossenes staatliches Handeln“. Bürger sollten „gerade an trubeligen Adventswochenenden“ die Regeln nicht ausreizen.

Corona-Maßnahmen an Weihnachten: Giffey warnt vor mehr häuslicher Gewalt

Update vom 5. Dezember, 11.08 Uhr: Die Debatte um die Corona-Lockerungen an Weihnachten heizt sich weiter auf. Die aktuellen Corona-Zahlen verharren auf einem hohen Niveau. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) macht sich dabei nicht nur Sorgen um die steigende Zahl der Infektions- und Todesfälle. Sie befürchtet wegen der Corona-Beschränkungen mehr häusliche Gewalt an Frauen um die Weihnachtstage. Während der Kontaktbeschränkungen im Frühjahr seien die Anrufe beim Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen „hochgegangen um etwa 25 Prozent gegenüber 2019, auffällig war es an den Osterfeiertagen“, sagte Giffey am Samstag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Derzeit gebe es bis zu 480 Telefonberatungen in der Woche zu häuslicher Gewalt. Dabei ist laut Giffey von einer großen Dunkelziffer auszugehen.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung werden Betroffene unterstützt - anonym und kostenfrei.

Steigende Corona-Zahlen in Deutschland: Keine Lockerungen an Weihnachten?

Update vom 5. Dezember, 8.56 Uhr: Keine weiteren Lockerungen bei steigenden Corona-Zahlen? Diese Forderung kommt gerade im Bundestag von der SPD. Die für Gesundheit zuständige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Sollten die Zahlen bis zum 20. Dezember auf diesem hohen Niveau bleiben, sollten die Maßnahmen über die Feiertage nicht gelockert werden. Es sollte dann bei den jetzt gültigen Beschränkungen bis in den Januar bleiben.“ Sonst drohten im Januar und Februar noch höhere Infektionszahlen als heute, die weitergehende Beschränkungen nötig machten.

Bas sagte, der „Lockdown-Light“ habe einen weiteren Anstieg der Corona-Neuinfektionen verhindert. „Die Zahlen verharren aber seit Wochen auf einem sehr hohen Niveau.“ Auch die Zahl der Todesfälle sei gestiegen. Die Belastung der Pflegekräfte auf den Intensivstationen sei enorm hoch, genau wie in den Gesundheitsämtern. „Sie brauchen dringend Entlastung.“ Die Infektionszahlen müssten sinken. „Wir müssen die Entwicklung genau beobachten.“

Update vom 5. Dezember, 08.21 Uhr: Nachdem die morgendlichen Corona-Zahlen laut dpa vorerst Fragen aufwarfen und einer Klärung bedurften, wurde der neueste Stand erst am Samstagmorgen gemeldet. Die Ursache der Verwirrung ist unklar, allerdings steigen die Zahlen nach aktuellem Stand weiter an. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben am frühen Samstagmorgen 23.318 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet, so das Robert Koch-Instituts (RKI). Am vorangegangenen Samstag, vor genau einer Woche lag der Wert noch bei 21.695 gemeldete Neuinfektionen.

Auch die Todesfälle steigen weiter an. Binnen 24 Stunden wurden 483 neuen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet - der zweithöchste Stand seit dem Ausbruch der Pandemie. Am vergangenen Mittwoch war der bisherige Höchstwert mit 487 Todesfällen erreicht worden. Insgesamt sind demnach an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 18.517 Menschen in Deutschland gestorben (Stand: 05.12., 00.00 Uhr). Seit dem Beginn der Pandemie haben sich nach Angaben des RKI insgesamt 1.153.556 Menschen mit dem Virus infiziert.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert* lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,04 (Vortag: 0,94). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 104 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Update vom 4. Dezember, 21.41 Uhr: Die Corona-Karte des Robert-Koch-Instituts ist von rotem Ton geprägt. Vielerorts liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über der 100er-Marke.

Der Blick auf die Inzidenz-Werte in den jeweiligen Bundesländern zeigt, dass neben Bayern auch der Osten immer stärker von der zweiten Corona-Welle erfasst wird. Vor Wochen waren die neuen Bundesländer um Sachsen oder Thüringen noch vergleichsweise milde von der Pandemie betroffen. Im Hier und Jetzt gestaltet sich die Lage jedoch prekärer. Die wenigsten Corona-Fälle verzeichnen derweil nach wie vor Deutschlands Nordlichter Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

  • Sachsen: 276 Fälle pro 100.000 Einwohner
  • Bayern: 171
  • Thüringen: 160
  • Berlin: 160
  • Hessen: 146
  • Nordrhein-Westfalen: 138
  • GESAMTDEUTSCHER WERT: 135
  • Baden-Württemberg: 134
  • Rheinland-Pfalz: 123
  • Bremen: 109
  • Sachsen-Anhalt: 103
  • Brandenburg: 102
  • Saarland: 96
  • Hamburg: 70
  • Niedersachsen: 67
  • Mecklenburg-Vorpommern: 47
  • Schleswig-Holstein: 44

Corona in Deutschland: Ausgangssperren auch in Rheinland-Pfalz

Update vom 4. Dezember, 20.12 Uhr: Zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie wird es in Teilen Rheinland-Pfalzs eine nächtliche Ausgangssperre geben. In der Stadt Ludwigshafen gelte die Regelung ab Samstag zwischen 21 und 5 Uhr, in den Städten Speyer und Frankenthal sowie dem angrenzende Rhein-Pfalz-Kreis spätestens zum kommenden Donnerstag.

Corona in Deutschland: R-Wert um 1 - Hotspots weiter in Niederbayern und Sachsen

Update vom 4. Dezember, 18.12 Uhr: Das Robert-Koch-Institut hat die aktuelle Reproduktionszahl für Deutschland bekannt gegeben. Im RKI-Lagebericht vom Freitag wird sie mit 1,0 (Vier-Tage-R) beziehunsgweise 1,04 (Sieben-Tage-R) angegeben. Der R-Wert schwankt damit weiterhin konstant um 1. Eine infizierte Person steckt also durchschnittlich eine weitere an. „Da die Zahl der infizierten Personen derzeit in Deutschland sehr hoch ist“, schreibt das RKI, „bedeutet dies weiterhin eine hohe Zahl von täglichen Neuinfektionen.“ Damit das Infektionsgeschehen langfristig abnimmt, müsste sich der R-Wert langfristig unter der kritischen Marke von 1 befinden.

Ebenso berichtet das RKI über die Lage in den Corona-Hotspots des Landes. Brennpunkt Nummer eins bleibt weiterhin Niederbayern. In der Stadt Passau sowie dem Kreis Regen ist die Lage momentan am prekärstem, aber auch der Osten ist betroffen. Insgesamt knacken acht der 401 deutschen Stadt- und Landkreise die Inzidenz-Marke von 400.

  • Stadt Passau: 482,9 Fälle pro 100.000 Einwohner
  • Kreis Regen: 475,4
  • Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge: 470,3
  • Kreis Bautzen: 441,0
  • Kreis Hildburghausen: 414,6
  • Kreis Zwickau: 400,0

Corona in Deutschland: Baden-Württemberg verschärft Regeln für Hotspots - drei Orte betroffen

Update vom 4. Dezember, 17.16 Uhr: In Baden-Württemberg gelten in Corona-Hotspots künftig verschärfte Maßnahmen. Hotspots sind Kreise ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Sieben Tagen und gleichzeitig „diffusem Infektionsgeschehen“, wie das Sozialministerium des Landes am Freitag mitteilte.

Wird der Inzidenzwert von 200 an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten, dürfen sich demnach nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten im öffentlichen und auch im privaten Raum treffen. Kinder bis 14 Jahre aus diesen Haushalten sind von der Regelung ausgenommen, direkte Angehörige und Lebensgefährten jedoch nicht.

Zudem gilt dann eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr. Die eigene Wohnung darf in dieser Zeit nur aus „triftigen Gründen“ wie etwa Berufstätigkeit, Arztbesuch, Begleitung von hilfsbedürftigen Menschen und Versorgung von Tieren verlassen werden.

Laut dem Lagebericht des Landesgesundheitsamts vom Donnerstag liegt die Inzidenz in drei baden-württembergischen Orten bei über 200. Einen Wert von unter 50 kann kein einziger Stadt- oder Landkreis vermelden. Im Landesschnitt beträgt die Inzidenz 133,6.

  • Stadt Pforzheim: 270,7 Fälle pro 100.000 Einwohner
  • Stadt Mannheim: 221,8
  • Kreis Calw: 204,8

Corona in Deutschland: Bundesregierung steht zu Weihnachts-Lockerungen

Update vom 4. Dezember, 16.01 Uhr: Ungeachtet der anhaltend hohen Zahlen von Corona-Neuinfektionen und -Todesfällen will die Bundesregierung an den geplanten Lockerungen über Weihnachten festhalten. „Aus unserer Sicht ist es richtig, bei den Vereinbarungen für die Weihnachtsfeiertage zu bleiben“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Allerdings mahnte er zu einem „umsichtigen und verantwortungsvollen Verhalten.“

Die Möglichkeit, sich über Weihnachten wieder mit bis zu zehn Menschen aus unterschiedlichen Haushalten zu treffen, sei „keine Aufforderung, dies auch zu tun“, betonte Seibert. Jeder solle sich genau überlegen, wie er damit umgehe und „wie wir verhindern, dass aus dem Weihnachtsfest eine Infektionsquelle wird.“

Corona in Deutschland: Intensivbetten werden immer knapper - Todesfälle weiterhin extrem hoch

Update vom 4. Dezember, 15.21 Uhr: Die Zahl der Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen hat erstmals die Schwelle von 4000 überschritten. Am Freitag meldete die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 4011 Menschen in intensivmedizinischer Behandlung. Das waren 31 mehr als am Vortag, wie aus dem DIVI-Tagesbericht hervorgeht. 60 Prozent der Patienten werden invasiv beatmet (Stand: 4. Dezember, 12.15 Uhr).

Die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle erreichte am Freitag laut Robert Koch-Institut mit 432 den dritthöchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden lag am Freitag bei 23.449. Damit liegt der Wert knapp über den 22.806 Fällen der Vorwoche.

Corona in Deutschland: Massentests in der Bundesrepublik keine Option

Update vom 4. Dezember, 14.30 Uhr: Die Bundesregierung hält Massentests, wie sie heute in Österreich gestartet sind, nicht für sinnvoll. Bund und Länder stützten sich bei ihrer Test-Strategie auf eine „sehr ausdifferenzierte Empfehlung des Robert Koch-Instituts“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag in Berlin.

Diese sehe vor, dass man gezielt teste und nicht in der Fläche. Virologen und andere Experten hätten der Bundesregierung versichert, dass Massentests wenig Aussagekraft hätten. Es sei besser, „immer dort hinzugehen, wo Infektionsfälle auftreten“.

Darüber hinaus versicherte der Sprecher, dass alle, die sich gegen Corona impfen lassen wollen, Anspruch auf eine kostenlose Impfung erhalten. „Die Impfung wird kostenlos sein, egal ob und wie jemand versichert ist“, sagte er. Regierungssprecher Steffen Seibert wiederholte noch einmal, dass die Impfung freiwillig sein werde. Er kündigte eine „sehr umfangreiche“ Informationskampagne der Regierung zu allen Fragen der Impfung an. Man hoffe, damit sehr viele Menschen überzeugen zu können. Es gebe keine Pläne, Menschen dafür zu bezahlen, sich impfen zu lassen, sagte Seibert auf eine entsprechende Nachfrage.

Corona in Deutschland: Virologe Kekulé findet Verlängerung des Teil-Lockdowns überraschend

Update vom 4. Dezember, 11.30 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé hält die Verlängerung des Teil-Lockdowns für nicht sinnvoll. Maßnahmen gegen das Coronavirus wirkten am stärksten, wenn sie gerade beschlossen würden, erklärte Kekulé im Podcast von MDR-Aktuell. Durch das Aufrechterhalten der gleichen Maßnahme würde man in der Regel keine stärkere Bremsung hinkriegen.

Die Entscheidung über die Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar empfand der Virologe als überraschend. Für Kekulé hätte es zwei Optionen gegeben: entweder ein Abwarten bis kurz nach Silvester oder ein sofortiges Nachjustieren. „Dann muss man aber jetzt schärfere Maßnahmen ergreifen und nicht bis 11. Januar warten“, sagte er.

Corona in Deutschland: Patientenschützer schätzt Lage „viel dramatischer als im März“ ein

Update vom 4. Dezember, 9.47 Uhr: Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz hat mehr praktische Hilfe für das Personal in Pflegeheimen zur Bewältigung der Corona-Pandemie gefordert. „Wir brauchen keine Ratschläge für die Altenpflege, wir brauchen tatsächlich praktische Hilfe“, sagte Eugen Brysch am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Die derzeitige Lage sei „viel dramatischer“ als im März oder April.

Es müsse dringend geklärt werden, wo Schnelltests zu bekommen sind, wer die Qualität der Tests sicherstelle und wer die Tests vornehme - sowohl bei Besucherinnen und Besuchern als auch beim Personal. Brysch sprach sich dafür aus, Pflegeheimen spezielle „Taskforces“ an die Seite zu stellen. Die Bundeswehr und freiwillige Sanitätsdienste könnten hier aushelfen, sagte Brysch. Zudem seien FFP2-Schutzmasken in den Heimen weiterhin Mangelware.

Ein Helfer nimmt eine Probe für einen Corona-Schnelltest.

Corona in Deutschland: Mehr als 23.000 Neuinfektionen - 432 neue Todesfälle

Update vom 4. Dezember, 6.56 Uhr: Bei den Corona-Neuinfektionen gibt es weiterhin keine Entspannung. Das Robert-Koch-Institut* meldete am Freitagmorgen 23.449 neue Infektionen binnen 24 Stunden. Der Wert ist damit im Vergleich zur Vorwoche etwas erhöht. Es gab 432 neue Todesfälle an einem Tag. Das ist der dritthöchste Stand seit Beginn der Pandemie.

Die Gesamtzahl der verstorbenen Menschen stieg auf 18.034. Das 7-Tage-R lag laut Lagebericht bei 0,94. Das bedeutet, dass eine Person im Schnitt etwas weniger als eine andere Person ansteckt.

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki äußerte Kritik über die Orientierung an den Inzidenzwerten für Neuinfektionen. Er stellte die seriöse Ermittlung dieser Zahlen in Frage. „Das Festhalten an den Inzidenzwerten als ausschlaggebendem Faktor der Corona-Bekämpfung wird immer absurder“, sagte er. „Nicht allein das Infektionsgeschehen bestimmt die Höhe der erfassten Neuinfektionen, sondern vor allem auch die jeweilige Teststrategie. Das gibt die Bundesregierung verhältnismäßig unverblümt zu.“

Die „historisch beispiellosen Grundrechtseinschränkungen“ müssten ständig überprüft werden, meint der FDP-Politiker.

Coronavirus in Deutschland: Reha-Klinik nach 66 Infektionen geräumt

Update vom 3. Dezember, 20.35 Uhr: Eine Reha-Klinik auf der Insel Usedom wurde vom Gesundheitsamt geräumt. Die gesamte Einrichtung ist jetzt geschlossen.

In der „Rehabilitionsklinik Seebad Ahlbeck“, das berichten Medien übereinstimmend, haben sich 53 Patienten und 13 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Alle Patienten wurden nach Hause geschickt. Die örtlichen Gesundheitsämtern über das Kommen der Erkrankten informiert. Bis sämtliche Mitarbeiter wieder als völlig genesen gelten, hat die Klinik einen Belegungsstopp verhängt.

Coronavirus in Deutschland: Leichter Anstieg der Fallzahlen - RKI fürchtet um Nachvollziehbarkeit

Update vom 3. Dezember, 19.33 Uhr: 22.046 neue bestätigte Corona-Fälle meldet das Robert-Koch-Institut am Donnerstag. Im Vergleich zum Vortag ist das eine Steigerung von fast 5.000 positiven Tests. Die bundesweite 7-Tage Inzidenz bestätigt, dass sich das Virus weiterhin ausbreitet. Sie liegt bei 134 Fällen pro 100.000 Einwohner.

In Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen liegt die 7-Tage-Inzidenz sogar noch darüber. Nur in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben sich in der letzten Woche weniger als 50 Menschen pro 100.000 Einwohner angesteckt. Die hohen Zahlen erklärt das RKI mit Ausbrüchen in Haushalten, Alten- und Pflegeheimen sowie Schulen- und Kitas. Auch am Arbeitsplatz. Vor allem um Menschen über 60 Jahren sorgen sich die Experten. Der Inzidenzwert steigt in dieser Altersgruppe weiterhin, während sich jüngere Menschen seltener infizieren.

Das RKI fürchtet aber auch um die Kontrolle. Die Mediziner beschreiben zahlreiche „diffuse Ausbreitungen“. Es kam demnach oftmals zu Ansteckungen „ohne dass Infektionsketten eindeutig nachvollziehbar sind. Das genaue Infektionsumfeld lässt sich häufig nicht ermitteln.“ Das erklärte Ziel des Lockdown-„light“ war, diese Nachvollziehbarkeit wieder zu garantieren. Dass das Infektionsgeschehen nun eine schwer zu überwachende Form annimmt, wirkt dem natürlich entgegen. Rückt ein Ende nun weiter in die Ferne?

Update vom 3. Dezember, 16.50 Uhr: Baden-Württemberg geht im Corona-Lockdown weiter einen harten Weg. Für Covid-19-Hotspots gilt im drittgrößten deutschen Bundesland ab sofort eine nächtliche Ausgangssperre.

Corona-Pandemie in Deutschland: Jens Spahn will Lehrern Covid-19-Selbsttests ermöglichen

Update vom 3. Dezember, 15.20 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn will Lehrerinnen und Lehrern regelmäßige Selbsttests ermöglichen. Auch Erzieher und Erzieherinnen sollen sich wöchentlich eigenständig auf eine Corona-Infektion überprüfen können. Am Freitag werde eine diesbezügliche Verordnung in Kraft treten, kündigt der CDU-Politiker an.

Kitas und Schulen beziehungsweise ihre Träger können von Freitag an eigenständig Schnelltests beziehen und nutzen“, erklärte Spahn der Funke Mediengruppe. Das Ziel sei, die Pädagoginnen und Pädagogen sowie die Kinder und Jugendlichen besser vor dem Virus zu schützen.

Hals-Nasen-Ohrenärzte und Chirurgen warnen allerdings massiv vor den Selbsttests. „Unsachgemäß durchgeführte Testungen durch Laienhände bergen das Risiko falsch-negativer Testergebnisse“, erläutern die Präsidenten der Berufsverbände der Deutschen Presse-Agentur, „die Sensitivität sämtlicher Corona-Tests hängt entscheidend von der Qualität der Abstrichentnahme ab.“

„Getestete Personen mit einem falsch-negativen Testergebnis erhöhen das Risiko der Ausbreitung des Corona-Virus. Wenn sich jemand in Sicherheit wähnt, nicht infiziert zu sein, verhält er sich in der Regel unvorsichtiger als vor dem Test. Genau dies kann zu gefährlichen Clusterbildungen und Super-Spreader-Ereignissen führen“, befürchten die Ärzte das Schlimmste. Ohne sachkundige Schulung seien die Selbsttests wenig sinnvoll. Die Berufsverbände schlagen vor, die Einrichtungen stattdessen besser auszustatten, sodass die Hygienekonzepte eingehalten werden könnten.

Corona in Deutschland: Krankschreibung per Telefon verlängert

Update vom 3. Dezember, 12.57 Uhr: Eine Krankschreibung per Telefon bei Erkältungen ist bis Ende März möglich. Die Sonderregelung wird bis zum 31. März 2021 verlängert. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken reagiert damit nach eigenen Angaben auf die „deutschlandweit anhaltend hohen Covid-​19-Infektionszahlen“.

Corona in Deutschland: „Jedem Karnevalisten blutet das Herz...“

Update vom 3. Dezember, 12 Uhr: Der traditionelle Rosenmontagsumzug in Düsseldorf fällt 2021 aus.  Es bleibe wegen der Coronakrise keine andere Wahl, erklärte die Karnevalsgesellschaft. 

Jedem Karnevalisten blutet das Herz, wenn er den Höhepunkt einer Session ersatzlos streichen muss“, erklärte CC-Präsident Michael Laumen. Die Gesundheit der Menschen habe aber absoluten Vorrang. Das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) sagte den für den 15. Februar 2021 geplanten Zug per Mitteilung vom Donnerstag endgültig ab.

Laut dem WDR wurde der Düsseldorfer Zug bisher erst zweimal abgesagt - 1991 aus Protest gegen den Golfkrieg und 2016 wegen eines Unwetters. Der Rosenmontagsumzug in Mainz wurde bereits im November abgesagt. Auch in Köln wird es wohl keinen wie üblich geben.

Update vom 3. Dezember, 11.15 Uhr: Die RKI-Pressekonferenz ist beendet. Die wichtigsten Punkte haben wir hier zusammengefasst:

  • Die Lage bleibt weiter sehr angespannt“, sagte RKI-Chef Lothar Wieler. Die Fallzahlen hätten sich stabilisiert, seien aber immer noch zu hoch.
  • In Alten- und Pflegeheimen sind aktuell besonders von Corona-Ausbrüchen betroffen.
  • Die Zahl der schweren Verläufe und Todesfälle steige von Woche zu Woche. RKI-Präsident Wieler erwartet „viele weitere Tote“.
  • AHA +L-Regeln: Wieler appelliert Regen zu Abstand, Hygiene und Alltagsmasken - und besonders auch das Lüften „immer und überall“ zu beherzigen.
  • Es sei „prinzipiell machbar“ die 7-Tage-Inzidenz auf einen Wert von 50 zu senken.

Update vom 3. Dezember, 11.07 Uhr: „Zunächst möchte ich dieses Virus bekämpfen“, antwortet RKI-Chef Wieler auf die Frage, ob MERS, der nächste Pandemie-Kandidat sei. Virologe Christian Drosten hatte das tödliche MERS-CoV wieder ins Gespräch gebracht.

Was sicher kommt, sei die Influenza. Unklar sei bisher, wie stark die Grippe-Welle dieses Jahr ausfallen würde, räumt er ein. Die aktuellen Corona-Maßnahmen seien aber auch ein Grippe-Schutz. „Bei der Influenza wissen wir, dass Kinder die Treiber in der Grippewelle sind“, so Wieler. In Schulen schlägt er einen Hygienebeauftragten für Corona-Schnelltests vor.

Corona in Deutschland: „Es muss nicht eine große Party sein“, so RKI-Chef Wieler

Update vom 3. Dezember, 10.40 Uhr: Ein Problem mit den Corona-Zahlen und aktuellen Daten liegt, laut Wieler, am Meldesystem. „Es gibt in Deutschland keine einheitliche Meldesoftware. Es gibt leider verschiedene. Das verlangsamt den Prozess“, erklärt er. Mehr als die Hälfte seien angeschlossen.

Update vom 3. Dezember, 10.31 Uhr: Eine Inzidenz von 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb sieben Tage sei möglich, sagt Dr. Ute Rexroth auf die Frage einer Journalistin. Hamburg sei ein gutes Beispiel. „Hier sehen wir einen rückläufigen Trend“, so Rexroth. Allerdings müsse sich die Bevölkerung an die Hygienemaßnahmen und Regeln halten.

Kontakte zu reduzieren sei das A und O. „Das Virus verbreitet sich überall, wo Menschen zusammenkommen. Es muss nicht immer eine große Party sein“, betont RKI-Chef Wieler. Der Schutz der besonders gefährdeten Gruppen sei wichtig.

Corona in Deutschland: RKI-Chef Wieler mahnt - „Sie tun es auch für Oma und Opa“

Update vom 3. Dezember, 10.10 Uhr: „Das Virus zirkuliert derzeit in den jüngeren Altersgruppen“, erklärt Dr. Ute Rexroth vom RKI. Dadurch würden die verletzlichen Altersgruppen besonders gefährdet. Im aktuellen RKI-Lagebericht seien die Altersgruppen jetzt in unterschiedlichere eingeteilt. Dort lasse sich erkennen, dass bei jungen Erwachsenen (15 bis 29-Jährigen) sehr hoch sei. Auch in der Altersgruppe der über 60-Jährigen steigen die Corona-Fälle.

Sie tun es auch für Oma und Opa.

RKI-Chef Lothar Wieler

Dies ist sehr gefährlich, warnt RKI-Chef Wieler. Denn in Pflege- und Altenheimen würden sich immer mehr Menschen anstecken und auch sterben. Bewohner und auch Pfleger infizieren sich mit dem Coronavirus. Die Fälle seien derzeit so hoch wie im Frühjahr. „Es gelingt nicht die Ausbreitung in den Alten- und Pflegeheimen einzudämmen“, sagt Wieler. In den Krankenhäusern sei es mit Blick auf die RKI-Daten gelungen. „Schützen Sie Opa und Oma“, mahnt der RKI-Chef. „Halten Sie sich bitte an die AHAL-Regeln.“

Update vom 3. Dezember, 10 Uhr: „Die Zahlen sind immer noch zu hoch“, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. In Senioren- und Pflegeheimen sind die Corona-Infektionszahlen gestiegen. Jeder solle sich an die Hygienemaßnahmen einhalten. Auch Lüften sei wichtig, wenn der Nachbar einmal für einen kurzen Besuch vorbeikommt, betont Wieler.

Update vom 3. Dezember, 9.25 Uhr: Zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland kündigt das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Pressekonferenz an. RKI-Chef Lothar Wieler (59) äußerst sich zur Entwicklung der Pandemie.

Update vom 3. Dezember, 9.10 Uhr: Flixbus nimmt seinen Betrieb wieder auf, zumindest vorübergehend. Das Fernbus-Unternehmen will ab dem 17. Dezember 150 Ziele anfahren. Das Angebot bleibe zunächst bis zum 11. Januar begrenzt, teilt Flixbus mit. Wegen der neuen Corona-Kontaktbeschränkungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hatte das Busunternehmen seinen Betrieb am 3. November vorübergehend eingestellt.

Corona in Deutschland - RKI meldet rund 289.100 aktive Fälle in Deutschland

Update vom 3. Dezember, 6.19 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnet 22.046 neue Corona-Infektionen (Vortag: 17.270/Vorwoche: 22.268) innerhalb 24 Stunden. 479 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden waren, sind verstorben. Allein aus Nordrhein-Westfalen werden 100 Todesfälle gemeldet. In Deutschland gibt es momentan rund 289.187 aktive Corona-Fälle.

Der sogenannte 7-Tage-R liegt laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 0,89 (Vortag: ebenfalls 0,89). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

  • Bisher haben sich in Deutschland 1.106.789 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.
  • Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Sars-CoV-2 liegt laut RKI bei 17.602.
  • Rund 800.000 Infizierte sind nach Schätzungen des RKI genesen.
  • Derzeit gibt es in Deutschland rund 289.187 aktive Corona-Fälle.

Corona in Deutschland - Beschränkungen werden bis 10. Januar verlängert

Update vom 2. Dezember, 20.16 Uhr: Der Teil-Lockdown in Deutschland mit geschlossenen Restaurants, Museen, Theatern und Freizeiteinrichtungen wird bis zum 10. Januar verlängert. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihren Beratungen am Mittwoch beschlossen, wie die CDU-Politikerin im Anschluss mitteilte. „Im Grundsatz bleibt der Zustand, wie er jetzt ist“, sagte Merkel.

Corona in Deutschland: Hotspots im Land unter 500er-Marke, zwölf Kreise weiter besonders betroffen

Update vom 2. Dezember, 18.36 Uhr: Positive Nachrichten von Deutschlands Corona-Hotspots. Die Stadt Passau sowie der Landkreis Hildburghausen liegen in puncto Sieben-Tages-Inzidenz nicht mehr über der 500er-Marke. Wie aus dem aktuellen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts hervorgeht, ist die Lage mit 479,1 beziehungsweise 458,9 Fällen pro 100.000 Einwohner jedoch immer noch angespannt. Insgesamt zwölf der 401 deutschen Stadt- und Landkreise weisen momentan eine Inzidenz von mehr als 300 auf.

  • Stadt Passau: 479,1 Fälle pro 100.000 Einwohner
  • Kreis Hildburghausen: 458,9
  • Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge: 440,2
  • Erzgebirgskreis: 411,4
  • Kreis Bautzen: 382,6
  • Kreis Regen: 382,4
  • Stadt Nürnberg: 365,0
  • Kreis Freyung-Grafenau: 365,0
  • Kreisfreie Stadt Schwabach: 341,6
  • Kreis Passau: 331,2
  • Kreis Zwickau: 331,1
  • Kreis Görlitz: 317,3

Corona in Deutschland: Steinmeier sorgt sich vor seelischen Folgen der Pandemie

Update vom 2. Dezember, 14.54 Uhr: „Wir alle sind jetzt seit langer Zeit wieder ernsthaft mit der Verletzlichkeit unseres Lebens konfrontiert“, sagt Frank-Walter Steinmeier im Interview mit der Zeit. „Viele erleben das als Angriff auf ihr Selbstwertgefühl, als Verunsicherung, und bei manchen ruft das Ablehnung hervor.“ Dem Bundespräsidenten machen die seelischen Folgen der Corona-Pandemie Sorgen. Das Jahr 2020 habe viele Belastungsproben verursacht, „für den eigenen Gefühlshaushalt, für den Zusammenhalt der Gesellschaft, eine Belastungsprobe für die Demokratie, für Europa sowie die internationalen Beziehungen.“

Der Bundespräsident beklagt die großen Opfer, die die Pandemie fordere. Viele Menschen seien „einen bitteren, einsamen Tod gestorben“. Die Situation habe gewichtige Auswirkungen auf die Menschen. Um das als Gesellschaft besser verarbeiten zu können wünscht er sich zur gegebenen Zeit „öffentliches Trauergedenken für die vielen Toten der Corona-Pandemie und ihre Angehörigen, die häufig noch nicht einmal Beistand leisten konnten“.

Schwer tut er sich auch mit Extremismus und Antisemitismus der sich hinter vermeintlichen Corona-Protesten verbirgt.  „Ich zwinge mich dann, mir zu sagen: Das ist unerträglich, aber es ist nur eine kleine Minderheit.“

Corona in Deutschland: Sachsen fährt einen harten Kurs und verhängt Ausgangsbeschränkungen

Update vom 2. Dezember, 10.39 Uhr: Sachsen fährt in Sachen Corona nach Angaben von Ministerpräsident Michael Kretschmer einen harten Kurs. „Es gilt nahezu im gesamten Freistaat bis auf die drei großen Städte, die ein anderes Infektionsgeschehen haben, eine Ausgangsbeschränkung“, sagt er im ZDF-„Morgenmagazin“. Haus oder Wohnung dürfen nur noch mit triftigem Grund verlassen werden. Zudem wurden die Maskenpflicht ausgeweitet und Alkoholverbote erlassen. Sachsen Ministerpräsident hält die Schließung von Gastronomie und Hotels auch bis in den Januar wahrscheinlich.

Sachsen verzeichnet derzeit eine 7-Tage-Inzidenz von 257 und damit bundesweit die höchste Rate an Neuinfektionen binnen 7 Tagen je 100.000 Einwohner. Laut dem RKI-Dashboard überschreitet inzwischen auch Chemnitz (219,6) die kritische 200er-Marke. In Chemnitz gelten ab diesem Mittwoch auch Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. In Dresden ( 187,9) treten strengeren Corona-Regeln erst in Kraft, wenn an fünf Tagen hintereinander die 200er-Grenze gerissen wurde. Leipzig (113,3) will heute schon neue Corona-Regeln veröffentlichen, teilt der MDR Sachsen mit.

Corona in Deutschland: Situation in den Krankenhäusern unter Kontrolle - aber Sorge wegen Lockerungen

Update vom 2. Dezember, 9.55 Uhr: Trotz einer Rekordzahl von Corona-Todesfällen sieht der Chef der Intensivmediziner-Vereinigung Divi, Uwe Janssens, die Situation in den Krankenhäusern unter Kontrolle.

„Wir hoffen sehr stark, und wir sehen es in den letzten Tagen auch, dass wir in eine sehr hohe Stabilisierungsphase auf deutschen Intensivstationen eintreten“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“.

Die Zuwächse bei den Zahlen seien nicht mehr in dem Umfang da, „das heißt, wir kommen auf ein Plateau“. Wenn es so bliebe, könnte es in 14 bis 20 Tagen einen leichten Rückgang der Belastung geben.

Janssens sagte, die hohen Sterbezahlen seien Ergebnis der hohen Infektionszahlen der letzten Wochen. „Es dauert halt, bis ein an Covid-19 erkrankter Patient leider Gottes diesen schweren Weg nimmt und verstirbt“, sagte er.

Coronavirus in Deutschland: In einigen Regionen noch 20 bis 30 Prozent freie Intensivbetten

In einigen Regionen Deutschlands seien noch viele Intensivbetten frei, 20 bis 30 Prozent etwa in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. Im theoretischen Fall wieder steigender Infektionszahlen müsste man demnach erst diese Ressourcen durch Verlegungen ausnutzen. Erst dann sei man an einer Grenze angekommen, er und viele seiner Kollegen gingen aber nicht davon aus, dass es so weit komme.

Gleichzeitig erneuerte der Intensivmediziner seine Sorge über die Lockerung der Corona-Maßnahmen über die Feiertage.

Uwe Janssens, Chef der Intensivmediziner-Vereinigung Divi.

Corona in Deutschland: RKI meldet neuen Rekord an Todesfällen - neue Situation in den beiden Super-Hotspots

Erstmeldung vom 2. Dezember 2020

Berlin - Das Robert-Koch-Institut* (RKI) hat innerhalb 24 Stunden 17.270 neue Corona-Infektionen verzeichnet. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben 487 Menschen - das ist ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie.

Der bisherige Höchstwert war am Freitag mit 426 Todesfällen erreicht worden. Nach dem steilen Anstieg der Corona-Fälle war von Experten auch eine Zunahme bei den Todesfällen erwartet worden.

Corona in Deutschland: RKI meldet fast 500 Todesfälle

  • Bislang sind 17.123 Menschen mit oder an einer Virusinfektion gestorben, teilt das RKI mit.
  • Seit Beginn der Pandemie wurden 1.084.743 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Datenstand: 2. Dezember, 0 Uhr) registriert.
  • Nach Schätzungen sind rund 779. 500 Menschen inzwischen genesen. So gibt es in Deutschland momentan etwa 288.120 aktive Corona-Fälle.

Corona in Deutschland: R-Wert bei 0,89

Der sogenannte 7-Tage-R-Wert* liegt laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,89 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert spiegelt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der 7-Tage-Wert längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona-Hotspots in Deutschland

Die aktuelle Corona-Lage in Deutschland bliebt dynamisch. Landkreis Hildburghausen und die Stadt Passau hatten schon die 500er-Marke bei der Inzidenz gerissen. Am Mittwoch sind die beiden Mega-Hotspots nach RKI-Daten wieder deutlich unter diesen Wert gerutscht. Auf dem RKI-Dashboard sind momentan keine Regionen in Deutschland pink markiert.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt deutschlandweit bei 137 Fällen pro 100.000 Einwohner (EW). In den Bundesländern Bayern (171), Berlin (180), Hessen (153), Nordrhein-Westfalen (143), Sachsen (257) und Thüringen (143) liegt sie darüber.

  • Stadt Passau: 479,1 (Vortag: 549,2) Fälle pro 100.000 Einwohner
  • Kreis Hildburghausen: 458,9 (Vortag: 519,0)
  • Kreis Bautzen: 382,6 (Vortag: 413,7)
  • Erzgebirgskreis: 411,4 (Vortag: 400,1)
  • Kreis Regen: 382,4 (Vortag: 377,2)
  • Kreis Passau: 331,2 (Vortag: 344,7)
  • Kreis Görlitz: 317,3 (Vortag: 328,8)
  • Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge: 440,2 (Vortag: 377,2)
  • Stadt Nürnberg: 365,0 (Vortag: 306,7)
  • Kreis Zwickau: 331,1 (Vortag: 344,1)

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