Maskenpflicht wegen Corona

Klinik verbietet Besuchern mit bestimmten Masken Zutritt - Sie sollen wie eine Virenschleuder wirken 

Corona: Klinik verbietet Besuchern mit bestimmten FFP-Masken Zutritt
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Viele möchten sich mit FFP-Masken mit Ventil vor Corona schützen. Doch diese wirken wie eine Virenschleuder, so ein Experte. Eine Klinik hat sie nun verboten.

Viele möchten sich mit FFP-Masken mit Ventil vor Corona schützen. Doch diese wirken wie eine Virenschleuder, so ein Experte. Eine Klinik hat sie nun verboten.

  • Viele Menschen tragen in der Öffentlichkeit FFP-2- und FFP-3-Masken mit Ventil.
  • Nach Ansicht von Experten, Ordnungsamt und der Stadtklinik in Bad Wildungen (Hessen) laufen sie dem Sinn der Maskenpflicht zuwider.
  • Im Wildunger Krankenhaus sind FFP-Masken mit Ventil für Patienten und Besuch verboten.

Bad Wildungen/Hessen – Sie sind frei verkäuflich; in Baumärkten und anderen Läden oder im Netz: FFP-2 und FFP-3-Masken der höchsten Schutzstufen mit Ventil. Gerne werden sie derzeit von Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher getragen an Orten, an denen Corona-Mund-Nasenschutz-Pflicht gilt – dabei führen Masken mit Ventil den Zweck der Pflicht ad absurdum, denn sie wirken wie eine Virenschleuder.

Corona - Experte: "FFP-Masken mit Ventil gehören nicht in die Öffentlichkeit"

Grund: Sie lassen die Person, die sie trägt, filterfrei ausatmen. Ist der Mensch infiziert, hilft das Ventil den Viren sogar, sich effektiver im Raum zu verteilen, als es ohne Maske der Fall wäre. Durch einen Türspalt zieht die Luft schließlich auch mit höherer Geschwindigkeit, als durch eine weit offen stehende Tür. 


Der gleiche Effekt stellt sich beim Ventil ein, durch das der Atem schneller entweicht und so weiter hinaus in den Raum getragen wird. "Diese Masken gehören nicht in die Öffentlichkeit.“ So formulierte es kürzlich ein Notfallmediziner in einem Interview auf der Nachrichtenseite von t-online.

FFP-Masken mit Ventil gegen Corona: In Wildunger Stadtklinik verboten

So verwundert es nicht, dass die Asklepios-Stadtklinik in Bad Wildungen (Hessen) aus dieser Tatsache längst die Konsequenz gezogen hat. Im Wildunger Krankenhaus sind während der Corona-Krise zweierlei Gesichtsbedeckungen verboten: einfache Schals und Halstücher als Behelf sowie sämtliche Masken mit Ventil.

Und wer von Beschäftigten des Ordnungsamtes in Bad Wildungen (Hessen) mit einer solchen FFP-Maske mit Ventil beispielsweise im Geschäft angetroffen wird, muss ebenfalls damit rechnen, dass er einen anderen Schutz vors Gesicht ziehen oder den Laden verlassen muss. Das erklärt Amtsleiter Martin Segeler auf Anfrage. Daran ändern auch die Lockerungen, die ab Juni gelten, nichts.

Corona-Krise: Mund-Nasenschutz-Pflicht dient dem Fremdschutz

Schließlich streiche die entsprechende Verordnung des Gesundheitsministeriums ausdrücklich heraus, dass es sich beim Mund-Nasenschutz und den damit verbundenen Empfehlungen und Pflichten „um Fremdschutz handelt“. Also um den Schutz der Anderen vor der eventuellen eigenen Corona-Infektion. „Das lässt sich mit einem Austrittsventil nicht vereinbaren“, betont Segeler.

In der breiten Öffentlichkeit haben weder Bundesgesundheitsministerium noch Landesgesundheitsministerium Hessen dieses Dilemma bislang laut und deutlich angesprochen. Auf Nachfrage, weshalb das hessische Ministerium den freien Verkauf etwa der FFP-3-Ventil-Masken nicht unterbindet, verweist das Ministerium auf eventuelle handwerkliche Arbeiten, bei denen sich jemand schützen müsse.

FFP-Masken bei Bremsstaub und radioaktiven Stoffen im Einsatz

Die höchste Schutzklasse der FFP-3-Masken – zumeist mit Ventil – ist wegen der Corona-Krise in Deutschland aktuell nicht selten in der Öffentlichkeit zu entdecken. Sie wird laut Herstellern beispielsweise eingesetzt beim Verarbeiten von Hartholz, beim Umgang mit Brems-Staub, radioaktiven Stoffen oder wenn medizinische Fachkräfte einem Patienten etwa einen Beatmungstubus legen, ihm Sekret absaugen oder ihn an der Lunge oder den Atemwegen operieren.

Für körperlich geschwächte Hoch-Risikogruppen sind diese als Schutz FFP-3-Masken ungeeignet. Grund: Laut Hygienefachkräften erfordert das Überwinden des Widerstandes beim Einatmen über längere Zeit eine hohe körperliche Fitness.

So bestätigt schließlich auch das Landesgesundheitsministerium generell: „Für den Alltagsgebrauch im Rahmen der Maskenpflicht sind die dringend im Gesundheitswesen benötigten FFP-3-Masken nicht einzusetzen.“

Von Matthias Schuldt

Eine Behörde aus Hamburg warnt derzeit vor dem Mundschutz einer bestimmten Firma. Er könnte die Infektionsgefahr erhöhen.

In Göttingen gab es einen Corona-Ausbruch, bisher sind 68 Infektionen bestätigt. In einigen Schulen werden verschärfte Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt.

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