Tausende Menschen erwartet

Corona im Freistaat: Demos in bayerischen Metropolen - Ausschreitungen während Kundgebungen

In München gab es einen Massenprotest auf der Theresienwiese gegen die Corona-Maßnahmen - und auch in weiteren bayerischen Städten.

Update vom 29. Mai, 15.50 Uhr: In München soll eine weitere „Corona-Demo“ auf der Theresienwiese stattfinden. Die Veranstalter beklagen Schikanen - und könnten jetzt einen drastischen Schritt gehen*.


Corona im Freistaat: Demos in bayerischen Metropolen - Ausschreitungen während Kundgebungen

Update von 18.42 Uhr: Wie die Polizei München berichtet, sei die Demonstration auf der Münchner Theresienwiese größtenteils friedlich verlaufen. Einige Demonstranten sollen jedoch die Abstandsregeln ignoriert haben, weswegen einzelne Personen in Gewahrsam genommen werden mussten.

Corona in Bayern: Demonstrationen im Freistaat weitesgehend friedlich

Ohne Zwischenfälle verlief die Demonstration in Augsburg, wie BR24 berichtet. Knapp 500 Personen waren an der Kundgebung beteiligt gewesen. Auch in Niederbayern und der Oberpfalz sind Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen friedlich verlaufen. In Regensburg kamen laut Polizeiangaben rund 250 Menschen zusammen, um die Pandemie-Maßnahmen zu kritisieren. In Amberg seien BR24 nach rund 30 Personen auf die Straße gegangen, in Weiden rund 50. 


An der Demonstration an der Nürnberger Wöhrder Wiese sollen rund 200 Menschen beteiligt gewesen sein. Den Angaben der Polizei nach soll die Kundgebung auch hier weitesgehend friedlich verlaufen sein.

Übrigens: Bei einer Corona-Demo in Deggendorf war auch AfD-Politikerin Katrin Ebner-Steiner zu sehen. Ein Foto der 41-Jährigen bei dem Protest sorgte anschließend für Empörung.

In Stuttgart ist es in der Nacht zum Sonntag (21. Juni 2020) ebenfalls zu heftigen Krawallen gekommen. Mehrere Kleingruppen lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Die Situation geriet außer Kontrolle.

Corona in Bayern: Demos in Metropolen laufen - Polizei München muss durchgreifen

Update von 16.02 Uhr: Seit gut einer Stunde läuft die groß angekündigte Demonstration auf der Münchner Theresienwiese.

Wie die Polizei mitteilte, waren die maximal zugelassenen tausend Demonstranten schnell erreicht. Mehrere hundert Schaulustige versammelten sich demnach auf dem Gelände rund um den abgesperrten Bereich, um das Geschehen zu beobachten. Die Polizei muss mittlerweile durchgreifen.

Doch wer sind die Veranstalter, „Widerstand 2020“ und Co.? Verschwörungstheorien „bis in die Mitte“? Wer wirklich Fäden zieht. Einer der bekanntesten Verschwörungstheoretiker rief zu einem Autokorso zum Kanzleramt auf.

Update von 15.44 Uhr: Die Versammlungen in Nürnberg haben mittlerweile begonnen. Die Polizei schreibt dazu, dass man die Versammlung nur in Kleingruppen verlassen könne, sonst müssten die Beamten einschreiten. Kurz darauf bekräftigte die Polizei, dass ein Aufzug angehalten wurde und stellte klar: „Ein gemeinsames Gehen zur Wöhrder Wiese ist NICHT möglich!“

Coronavirus in Bayern: Demonstrationen im ganzen Freistaat

Update von 15.17 Uhr: Kurz vor Beginn mehrerer Demos gegen die Corona-Politik ist es in den bayerischen Städten ruhig. Insgesamt wollen am Wochenende Kritiker und Gegner der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ihren Unmut bei rund 70 Demonstrationen kundtun. In Nürnberg sei die Lage unauffällig, sagte ein Sprecher der Polizei, vier Demonstrationen seien angemeldet. Allerdings „ist keine Versammlung zugelassen“, sagte der Sprecher. Daher habe man hierauf ein besonderes Augenmerk und sei mit einem erhöhten Kräfteeinsatz vor Ort.

Update von 13.49 Uhr: Bereits gestern Abend hat die Polizei Mittelfranken auf Twitter auf die heutigen Demonstrationen hingewiesen und an die Teilnehmer appelliert: „Bitte bleibt vernünftig und beachtet die infektionsschutzrechtlichen Bestimmungen. Lasst euch nicht für rechtswidrige Zwecke missbrauchen!“

Update von 12 Uhr: Am Samstag (9. Mai) kam es in Nürnberg zu unschönen Szenen. Im Bereich der Lorenzkirche fanden genehmigte Veranstaltungen statt, dabei kam es jedoch zu Verstößen gegen die Beschränkungen der Stadt Nürnberg sowie gegen infektionsrechtliche Vorschriften. Am heutigen Samstag soll es in Nürnberg erneut zu Demonstrationen kommen. Der neue Oberbürgermeister Marcus König stellte deshalb klar: „Eine solche Missachtung von bestehendem Recht und des Infektionsschutzes kann nicht hingenommen werden und ist auch von der Versammlungs- und Meinungsfreiheit nicht mehr gedeckt.“ In einer Pressemitteilung wird außerdem eine mögliche Konsequenz angedroht: „Versammlungen können auch außerhalb der derzeitigen Infektionsschutzregeln beschränkt oder ganz verboten werden, wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung unmittelbar gefährdet ist.“

Die heutigen Demonstrationen wurden deshalb - in Abstimmung mit dem Polizeipräsidium Mittelfranken sowie den Anmeldern der Veranstaltungen - in Bereiche außerhalb der Innenstadt verlegt. Dadurch soll die Einhaltung der Abstandsregeln besser gewährleistet werden. Außerdem wurde die Versammlungsdauer auf eine Stunde begrenzt. Szenen wie letzte Woche soll es heute nicht mehr geben: „Die Polizei wird die Einhaltung der angeordneten rechtlichen Beschränkungen bei den Versammlungen überwachen und bei nicht angemeldeten Versammlungen oder unzulässigen Ansammlungen konsequent einschreiten.“

Corona-Demos im ganzen Freistaat: Veranstaltungen in München und Nürnberg angekündigt

Update vom 16. Mai, 9.15 Uhr: Im ganzen Freistaat kommt es an diesem Wochenende wieder zu Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. Eine der größten Veranstaltungen wird auf der Münchner Theresienwiese erwartet. Dort findet ab 15 Uhr eine Demonstration zum Thema „Grundrechte“ statt. Die Veranstalter hatten 10.000 Teilnehmer angemeldet, die Stadt hatte die Anzahl jedoch auf 1000 begrenzt - unter Auflagen. Dazu gehören der Mindestabstand sowie eine zeitliche Begrenzung auf zwei Stunden. Auch in Nürnberg, Regensburg und Erlangen sind Demonstrationen angemeldet.

Am vergangenen Wochenende liefen mehrere Demonstrationen aus dem Ruder. So gab es in Nürnberg eine Kundgebung, zu der mehr als 2000 Menschen erschienen - angemeldet waren 50. Auch in München kamen mit 3000 Menschen weit mehr als erlaubt. Abstands- und andere Regeln zum Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus wurden nicht mehr eingehalten. Daraufhin kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an, das Polizeiaufgebot an diesem Wochenende deutlich zu erhöhen.

Der Vatertag steht bevor. Ausflüge mit dem Bollerwagen sind möglich. Doch aufgrund der Corona-Krise gelten Einschränkungen. Das ist erlaubt - eine Übersicht.

Corona-Demos in Bayern: Große Demonstration auf Münchner Theresienwiese erwartet

Update vom 15. Mai, 21.55 Uhr: Auch in München wird eine große Demonstration für Samstag (16. Mai) erwartet. Tausend Menschen werden ab 15 Uhr auf der Theresienwiese erwartet. Dem Veranstalter sind jetzt strenge Auflagen verordnet worden. Mit Lautsprecher sollen die Teilnehmer etwa auf die Infektionsschutzgesetze aufmerksam gemacht werden. Die Polizei will mit einem Großaufgebot anwesend sein.

Update von 15.29 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rief am Freitag besorgte Bürger dazu auf, sich bei den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen klar von Verschwörungstheoretikern und Extremisten zu distanzieren. Die Forderung vieler Menschen nach der Erklärung der Corona-Maßnahmen sei zwar legitim. Verschwörungstheorien und Hasstiraden gegenüber müsse sich die Politik aber direkt konsequent positionieren. „Wir dürfen nicht den gleichen Fehler machen wie bei Pegida am Anfang“, forderte Söder mit Blick auf den damaligen, nachsichtigen Kurs. Ab in den Urlaub! Bayern will die Quarantäne-Regel kippen – Welche Länder wann aufsperren lesen Sie hier.*

Corona-Demos in Bayern: Veranstalter planen Massenprotest in München - ziehen andere Städte im Freistaat nach?

Erstmeldung vom 15. Mai, 9.49 Uhr

München - In Bayern sind erste Lockerungen in der Corona-Krise bereits in Kraft getreten. Weitere Maßnahmen stehen in der kommenden Zeit noch an. Doch immer mehr Menschen im Freistaat gehen die Lockerungen der Regeln nicht weit genug: Auf Demonstrationen protestieren sie gegen die Corona-Maßnahmen.

Corona-Demos in Bayern: Proteste gegen Maßnahmen in München, Nürnberg und Rosenheim

Am vergangenen Samstag (9. Mai) hatten jene Anti-Maßnahmen-Demos in Bayern hohe Wellen geschlagen. In München hatten sich rund 3000 Menschen auf dem Marienplatz versammelt - teils, ohne Masken zu tragen und die vorgeschriebenen Abstandsregeln einzuhalten. Auch in anderen Städten wie Nürnberg, Rosenheim oder Traunstein gingen Demonstranten auf die Straße: unter ihnen auch Verschwörungstheoretiker und Impfgegner

Für das kommende Wochenende sind erneut Proteste geplant. Die Polizei in Bayern will aufgrund der Erfahrungen vom vergangenen Wochenende ihre Präsenz massiv verstärken. „Allein am Samstag setzen wir alle zur Verfügung stehenden Einsatzzüge der Bayerischen Bereitschaftspolizei für die zu erwartenden Versammlungslagen sowie zur Überwachung der Infektionsschutzmaßnahmen ein“, so Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Auch am Sonntag (17. Mai) werde es ein starkes Polizeiaufgebot geben. 

Massen-Corona-Demonstration in München geplant - OB Reiter bezieht Stellung

Für Aufregung sorgte vor einigen Tagen die Ankündigung einer Groß-Demo mit 10.000 Teilnehmern* auf der Theresienwiese in München. Zunächst war unklar, ob die Veranstaltung gegen die Coronavirus*-Maßnahmen am Samstag (16. Mai) genehmigt wird. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter äußerte sich schließlich: Er wolle die Teilnehmerzahl auf „höchstens tausend“ begrenzen. Man sei im Gespräch mit den Anmeldern, die 10.000 Menschen angemeldet hätten, so Reiter am vergangenen Donnerstag (14. Mai). Auf der Theresienwiese könnten auf 400.000 Quadratmetern tausend Menschen mit den gebotenen Abständen demonstrieren. „Wenn man hier keine Einigkeit erzielt, dann werden wir uns vor Gericht treffen.“ Die Münchner Polizei, die jetzt mit emotionalen Worten auf einen fulminanten TV-Beitrag reagiert hat, wird am Samstag die Einhaltung der Gesetze kontrollieren.

Auch in weiteren Städten im Freistaat könnte der Samstag wieder für Demonstrationen genutzt werden. In anderen deutschen Bundesländern in Deutschland kam es bei sogenannten Hygienedemos bereits zu Ausschreitungen: im sächsischen Pirna kam es zuletzt zu Angriffen auf Polizeibeamte

Demonstrationen gegen Coronavirus-Maßnahmen in Bayern: Innenminister äußert sich deutlich

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) äußerte sich vorab schon einmal zu den Demonstrationen im Freistaat. Aktuell arbeite man in Zusammenarbeit mit den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden an einem Konzept, wie Versammlungen möglich sind, ohne Dritte zu gefährden. Demonstranten sollen ihre Meinung zum Ausdruck bringen dürfen - allerdings ohne „dem Rechtsstaat auf der Nase herumzutanzen“, fügte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) hinzu. Gesundheitsminister Jens Spahn äußert sich verständnisvoll gegenüber Demonstranten.

Meinungsäußerungen sollen nicht unterdrückt werden, stellte Hermann deutlich klar. Problematisch war etwa in München und Nürnberg, dass Tausende Menschen zu den Demos gekommen waren. Angemeldet waren deutlich weniger Personen. 

Corona in Bayern: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ruft den 18. Mai als „Wendepunkt in der Corona-Krise“ aus.* Der Grund? Die Öffnung der Biergärten ... 

Coronavirus in Bayern: Diese Regelungen gelten aktuell für Demonstrationen

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation sind seit 4. Mai Versammlungen mit maximal 50 Teilnehmern und Sicherheitsabständen von 1,5 Metern zwischen den Demonstranten erlaubt. Die Staatsregierung empfiehlt einen Mundschutz. Aktuell gilt außerdem, dass Veranstalter maximal eine Versammlung pro Tag anmelden dürfen. Diese sollte auf 60 Minuten beschränkt sein.

nema

Das Coronavirus ist an bayerischen Schlachthöfen angekommen. Bei Wiesenhof in Bogen läuft eine Reihentestung. Doch warum sind Schlachthöfe ein Infektionsherd?* Bundesweit kippt die Corona-Stimmung der deutschen. Tausende wollen am Samstag wieder auf die Straße gehen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren

Mit der Lockerung der Corona-Maßnahmen beginnt auch auf Bayerns Berghütten die Saison. Hüttenwirte sind erleichtert – und rüsten sich für einen Ansturm mit Abstand.*

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