Jungtiere saugen sich voll und haben keine Chance

Drama um ertrunkene Entenküken auf BUGA 2019: Nun gibt es eine Lösung

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Erneut muss die Tierrettung auf dem Buga-Gelände anrücken und Küken retten.

Mehrere Küken waren auf der Buga ertrunken. Nach mehreren Einsätzen der Tierrettung kochte die Stimmung hoch. Nun gibt es eine Lösung.

Update vom 26.04.2019, 16 Uhr: Nachdem die Tierrettung Unterland am Donnerstagabend wiederholt zur Buga gerufen wurde, weil mehrere Entenküken in einem angelegten See festsaßen und zu ertrinken drohten, empörten sich im Netz hunderte Nutzer. Damit die Enten und ihre Küken nun sicher wieder aus dem Wasser gelangen können, hat die Buga vier Schotter-Inseln erschaffen. Dazu wurden 2,6 Tonnen Schotter aufgeschüttet. Es gibt außerdem sechs Ausstiegshilfen.

Jan Franke, Leiter der Tierrettung Unterland sagt zu der neuen Lösung: "Das ist genau das, was wir uns gewünscht hatten. Es kommt zwar neun Tage und über zehn tote Küken später, aber aus Tierretter-Sicht ist diese Lösung nun optimal."

Drama um ertrunkene Entenküken auf BUGA 2019: Streit zwischen Tierrettung und Verantwortlichen eskaliert

Die Bundesgartenschau 2019 macht von sich reden, in diesem Fall leider vollkommen unerfreulich. In einem auf dem Gelände angelegten See sind bereits mehrere Entenküken ertrunken, da ihnen die Möglichkeit fehlte, aus dem Wasser herauszukommen. 

Wie echo24.de* berichtet, eskalierte die Situation am Donnerstagabend bei einem Einsatz der Tierrettung Unterland. Bereits am ersten Tag der Bundesgartenschau musste die Tierrettung anrücken, da mehrere Küken einer Entenfamilie bereits im künstlich angelegten See "Floßhafen" ertrunken waren. Die Tiere konnten zwar auf dem Wasser landen oder hineingleiten, da es aber keine Rampe gab, nicht wieder herauskommen.

BUGA 2019: Künstlich angelegter See für Entenküken offenbar gefährlich

Jan Franke von der Tierrettung Unterland erklärt gegenüber echo24.de: "Bereits nach dem ersten Vorfall haben wir mehrere Buga-Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass der Floßhafen eine große Gefahr für die Tiere darstellt. Besonders für Küken. Diese saugen sich ohne die Möglichkeit, Gefiederpflege an Land zu betreiben, voll und ertrinken jämmerlich."

Die Buga zeigte sich nach dem ersten Vorfall einsichtig und versicherte offenbar, Bretter anzubringen, sodass die Tiere sicher das Wasser verlassen können. 

BUGA 2019: Weitere Einsätze wegen gefährdeter Entenküken notwendig

Trotzdem wurde die Tierrettung bereits am Mittwoch erneut aufs Gelände gerufen, weil aufmerksame Besucher bemängelten, dass keine Bretter oder Rampen angebracht seien, sich allerdings schon wieder Jungtiere auf dem Wasser festsäßen.

Jan Franke: "Uns wurde versichert, dass sofort wieder Bretter angebracht werden. Am Donnerstag dann erneut das gleiche Spiel, obwohl über Facebook mitgeteilt wurde, es ginge den Enten gut." Die Bundesgartenschau hatte mit einem Post versichert, für die Entenküken sei gesorgt.

Ertrunkene Entenküken: Erneuter Einsatz der Tierrettung mit traurigem Fazit

Auch am Donnerstag bot sich der Tierrettung nach eigenen Angaben ein trauriges Bild. "Wir konnten sehen, wie die Enten einmal am Rand des Sees entlang geschwommen sind, kein Brett gefunden haben und versuchten, die Mauer hoch und aus dem Wasser zu hüpfen, natürlich ohne Chance", erklärte Jan Franke. 

Beim Einsatz wurden eine Enten-Mutter und sechs Küken aus dem Wasser gerettet. Traurig: Am Mittwoch waren laut Tierrettung noch sieben Jungtiere gesichtet worden.

Diese Holzrampe wurde für die Entenküken installiert. Zeitweise trieb sie allerdings im Wasser und bot den Enten keine Ausstiegsshilfe.

Tierrettung und BUGA 2019: Situation um gefährdete Entenküken eskaliert

Dann folgte für die Tierrettung offenbar eine böse Überraschung: Sie hätten gerade ihren Einsatz beendet, als sie von BUGA-Chef Hanspeter Faas persönlich des Geländes verwiesen worden seien. Franke: "Wir wurden gefragt, warum wir hier so ein Tamtam veranstalten und was das für eine Art sei. Dabei haben wir nur unseren Job gemacht. Uns wär's lieber gewesen, wir hätten nicht anrücken brauchen. Dazu hätte die Buga eben wie versprochen vernünftige Rampen anbringen müssen."

Besonder ärgert sich Franke über einen Satz: "Da wurde unter Zeugen gesagt 'Das sind doch nur Enten'. Ich dachte ich höre nicht richtig." Der Leiter der Tierrettung Unterland ist richtig sauer. "Wir werden uns weiter um Tiere in Not auf der Buga kümmern. Tiere sind keine Sache und wenn sie Hilfe brauchen, können wir nicht warten, bis es bei der Buga jemandem passt."

Vorwürfe wegen ertrunkener Entenküken: BUGA reagiert auf Facebook

In einem Facebook-Post nimmt die Buga nun Stellung zu den Vorwürfen, dass sich nicht ausreichend um die Sicherhheit der Enten gekümmert wurde. Online heißt es: "Das Wohl der Tiere liegt der BUGA sehr am Herzen, auf dem Gelände hat sie etliche Maßnahmen zu deren Schutz getroffen. Für die Entenküken wurden bereits Ausstiegshilfen ausgelegt. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung werden schnellstmöglich umgesetzt."

Ein Hausverbot für die Tierrettung gäbe es nicht. Für die Zukunft wünsche sich BUGA-Geschäftsführer Hanspeter Faas in Abstimmung mit den Tierrettern eine dauerhafte und praktikable Lösung bei Einsätzen. Der Buga-Chef wird bei Facebook zitiert: "Wir schätzen die Arbeit der Tierrettung Unterland e.V. sehr. Wenn das Gespräch zu emotional verlaufen sein sollte, bedauere ich das."

*echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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