Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bürgerinitiative will Duisburg-OB zu Fall bringen

+
Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland lehnt einen freiwilligen Rücktritt weiterhin ab.

Dusiburg - Schlamperei, Fehlplanung, mangelndes Verantwortungsbewusstsein: Im Rahmen der Loveparade-Katastrophe, bei der 21 Menschen starben, droht Duisburgs Oberbürgermeister Sauerland die Abwahl.

Knapp 15 Monate nach der Katastrophe bei der Loveparade muss der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wegen des Unglücks um sein Amt bangen. Die Bürgerinitiative “Neuanfang für Duisburg“ legte am Montag mehr als 79 000 Unterschriften Duisburger Bürger für ein Abwahlverfahren vor. Nach der NRW-Gemeindeordnung reichen 55 000 gültige Stimmen, damit das Verfahren in Gang gesetzt wird. Die Kritiker machen Sauerland für die Genehmigung der Techno-Party verantwortlich, bei der am im Juli 2010 21 Menschen in einer Massenpanik erdrückt und Hunderte verletzt worden waren.

Sauerland: "Ich bin gewählt bis zum Jahre 2015"

Sauerland erklärte im Rathaus, an seinem Amt festhalten zu wollen: "Ich bin gewählt bis zum Jahre 2015 und werde so lange Oberbürgermeister sein, bis es ein anderes demokratisches Votum gibt." Während Sauerlands kurzen Statements gab es Pfiffe, Buhrufe und Zwischenrufe “Schäm Dich“. Das sei ein “Tiefpunkt von politischer Moral“, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Theo Steegmann. Die Unterschriftensammlung schade nicht dem Ruf der Stadt - im Gegenteil: “Wir haben angefangen, der Stadt die politische Würde zurückzugeben.“

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Viele Besucher der Loveparade können noch gar nicht fassen, was gerade passiert ist. © ap
Loveparade
In diesem Tunnel... © ap
Loveparade
...trafen die Besucher, die das Gelände verließen, auf die,... © dpa
Loveparade
...die gerade angekommen waren, um mitzufeiern. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade kümmern sich um einen kollabierten Mann. © ap
Loveparade
Eine verletzte Frau wird auf einer Bahre abtransportiert. © dpa
Loveparade
Ein Krankenwagen vor einem Sanitätszelt am Rande des Festgeländes. © dpa
Loveparade
Am Rand des Geländes stehen Krankenwagen und Sanitätszelte. © dpa
Loveparade
Rettungshubschrauber landeten auf der Autobahnbrücke. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade kümmern sich um Verletzte. © ap
Loveparade
Menschen stehen unter Schock, brechen weinend zusammen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Die Toten wurden mit Laken abgedeckt. © dpa

Die Unterschriften sollten am Nachmittag dem Rat übergeben werden, dann öffentlich ausgezählt und in den folgenden Wochen auf ihre Gültigkeit überprüft werden. Dafür verlangt die Stadt beispielsweise eine vollständige Adresse der Unterzeichner mit Hausnummer. Am 12. Dezember wird bei einer Ratssitzung offiziell das Ergebnis der Stimmenauszählung verkündet. Bei mindestens 55 000 gültigen Stimmen muss dann innerhalb von drei Monaten das Abwahlverfahren stattfinden.

Der einst beliebte Verwaltungschef Sauerland war 2009 mit gut 74 000 Stimmen in Direktwahl in seinem Amt bestätigt worden. Die Zahl der jetzigen Unterschriften gegen ihn sei deutlich höher als die Zahl der Menschen, die ihn vor zwei Jahren gewählt haben, argumentierten Mitglieder der Bürgerinitiative. “Der Rücktritt ist die einzige mögliche Konsequenz daraus“, sagte Steegmann. Die Kritik richte sich nicht nur gegen Sauerland, sondern gegen die ganze Stadtspitze.

Wegen der Genehmigung der Loveparade und des Ablaufs ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 16 Beschuldigte, darunter zahlreiche städtische Mitarbeiter. Sauerland ist aber nicht darunter.

Kommt es - wie allgemein erwartet - zum Abwahlverfahren, müssen mindestens 92 000 Bürger dafür stimmen. Das ergibt sich aus der Gemeindeordnung. Sie schreibt vor, dass die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen für die Abwahl votiert. Zweite Hürde: Die Zahl dieser Abwahlstimmen muss mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten rund 368 000 Duisburger erreichen. Ist das der Fall, muss Sauerland seinen Sessel räumen. Angesichts der großen Mobilisierung in den vergangenen drei Monaten gebe es dafür große Chancen, sagte Steegmann: “Wir brauchen 92 000 Stimmen und die kriegen wir auch.“ Ein Abwahlantrag im Rat gegen Sauerland war im September 2010 an den Stimmen der CDU-Fraktion gescheitert.

dpa

Kommentare