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Konzern verweigert Unterlassung

„Audianer_innen“: Audi AG wegen Genderpolitik vor Gericht – Mitarbeiter fühlt sich diskriminiert

Weil er sich von der Gender-Sprache der Audi AG diskriminiert fühlt, klagt ein VW-Mitarbeiter nun gegen den Tochterkonzern des Automobilherstellers. Der Prozess in Ingolstadt beginnt am Dienstag, 14. Juni 2022.

Ingolstadt – BürgerInnen, ArbeitnehmerInnen, MitarbeiterInnen – die gendergerechte Sprache ist allgegenwärtig. Auch die Autobauerin Audi AG, Tochterkonzern von VW, hat unter anderem entschieden, die Belegschaft als „Audianer_innen“ zu betiteln. Einem Mitarbeiter stößt der Begriff sauer auf. Unwillig, die Vorgaben anzuerkennen, klagt der Mann nun gegen den Automobilfabrikanten.

Audi AG: Mitarbeiter klagt wegen Gendern gegen den Autohersteller – „Frage, die die Gesellschaft berührt“

Einem Mitarbetier gefällt die 2021 von der Audi AG eingeführte Unternehmensrichtlinie zu gendersensibler Sprache offensichtlich nicht. Durch den Leitfaden werde „massiv in die freie Persönlichkeitsentfaltung eingegriffen“, äußerte der VW-Mitarbeiter gegenüber Bild. Grund seines Ärgers sind die, von „zur besseren Sichtbarkeit geschlechtlicher Vielfalt“ erlassenen Vorgaben, die die Belegschaft im Rahmen schriftlichen Austausches einhalten soll. Entweder solle man geschlechtsneutrale Worte, wie beispielsweise „Führungskraft“, wählen, oder die Adressaten gendergerecht ansprechen. Die Verbindung der Nomen solle, wie dpa berichtet, hierbei durch einen Unterstrich erfolgen, sodass auch die Bezeichnung für alle, bei der Audi AG Beschäftigten künftig von „Audianern“ zu „Audianer_innen“ werde.

Der Kläger stößtsich am zum Zwecke der Gendergerechtigkeit nun veröffentlichte Neuerung. Die Begrifflichkeiten, so äußerte er Bild gegenüber, seien eine Gefahr für den „Schutz der geschlechtlichen Identität“, da die Vorgaben nicht nur einseitig seien, sondern Männer darüber hinaus diskriminierten. Diese Problematik sei, so Dirk Giesen, einer der beiden Anwälte des Klägers, „eine Frage, die die Gesellschaft berührt“, wie er in der Bild angab. Der Prozess könnte unter Umständen als Blaupause für den Umgang mit strittigem Gender-Vokabular – zumindest im deutschen Arbeitsrecht – dienen.

Audi AG vor Gericht: Mitarbeiter wähnt sich diskriminiert – Ingolstädter Gericht hofft wohl auf Einigung

Am Dienstag, 14. Juni 2022, beginnt nun der Prozess gegen die Audi AG vor einer Zivilkammer des Ingolstädter Landgerichts. Dieses hatte bereits im Rahmen des Dieselskandals des Öfteren mit der Beklagten zu tun. Die Klage lautet mutmaßlich auf Unterlassung; einer vorausgegangenen Aufforderung gegenüber der Audi AG, hinsichtlich der strittigen Thematik eine Unterlassungserklärung abzugeben, kam der Autobauer nämlich nicht nach. Gestützt wird der geltend gemachte Anspruch auf die Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, welches im Rahmen des allgemeinen Unterlassungsanspruchs als „sonstiges Recht“ anerkannt ist.

Während die Audi AG sich zu dem Verfahren nicht konkret äußern will, gab Konzern-Sprecher Wolfgang Schmid indes zu bedenken, dass „die Verwendung gendersensibler Sprache“, so also auch der Begriff „Audianer_innen“, „eine Kommunikation, die alle Geschlechter und geschlechtlichen Identitäten wertschätzt und berücksichtigt“ darstelle. Gerichtsinformationen zufolge sei das Landgericht entschlossen, der Hauptverhandlung ein Bemühen um die gütliche Einigung vorausgehen zu lassen. (askl)

Rubriklistenbild: © Collage aus IMAGO / YAY Images und IMAGO / Christian Ohde

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