1. EuRegio Kinder- und Jugendfilmfest im Stadtkino Trostberg

Großes Lob für ambitionierten Filmnachwuchs

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Das erste Filmfest explizit für Kinder und Jugendliche ist bestens angekommen. Die jungen Besucher konnten im Stadtkino Trostberg Filme von Gleichaltrigen auf der großen Leinwand verfolgen und zum Thema Filme drehen und schneiden dazulernen. Die Jury und die Filmfest-Organisatoren im Bild mit Valentin Birner (von links): Julia Fraunberger von Akzente Salzburg, Schauspielerin Marie-Theres Kroetz-Relin, Q3- Geschäftsführer Danilo Dietsch, Gewinner Valentin Birner, die Initiatorin der 1. Trostberger Filmtage Manuela Federl und Matthäus Weißenbacher von der Salzburger Produktionsfirma 24 Millimeter.

Trostberg - Beim 1. EuRegio Kinder- und Jugendfilmfest hat Valentin Birner (17) aus Seeon den Wettbewerb für Nachwuchsfilmer gewonnen. Theresa Klotz (19) aus Salzburg und Quirin Kellerer (10) aus Trostberg wählte die Jury auf Platz zwei und drei. Sonderpreise gingen an die Grundschule Freilassing, die Grundschule Heiligkreuz und die Brückenschule Trostberg.

Das erste Filmfest explizit für Kinder und Jugendliche ist bestens angekommen.

Mehr als 40 Filme und über 200 Besucher haben das 1. EuRegio Kinder- und Jugendfilmfest zu einem Erfolg auf ganzer Linie gemacht. Das Festival ging am vergangenen Freitag erstmals im Stadtkino Trostberg über die Bühne – im Rahmen der 1. Trostberger Filmtage. Die Organisation übernahm Q3. Die gemeinnützige Gesellschaft mit Sitz in Traunstein ist Fachstelle der Medienfachberatung des Bezirksjugendrings Oberbayern und hat sich die Stärkung der Medienkompetenz der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen auf die Fahnen geschrieben. Die Q3-Medienpädagogen führen an Schulen Seminare zum Beispiel zur Internetsicherheit und den Grundlagen des Journalismus durch, sie betreuen Jugendradiosender und stellen eben auch Veranstaltungen wie das Kinder- und Jugendfilmfest auf die Beine. „Die enorme Nachfrage bestätigt unsere Erkenntnis, dass die Filmemacherei unter Kindern und Jugendlichen zum beliebten Hobby geworden ist“, so Q3-Geschäftsführer Danilo Dietsch.Er hat das Kinder- und Jugendfilmfest gemeinsam mit Christoph Loster vom Stadkino Trostberg initiiert, unterstützt durch die EuRegio Traunstein – Berchtesgadener Land – Salzburg und das Interreg-Programm der EU. 

Vielfältiges Programm für Nachwuchs-Regisseure

Das erste Filmfest explizit für Kinder und Jugendliche ist bestens angekommen.

Das Festival dient alsPlattform für Nachwuchs-Regisseure, um ihre Filme auf großer Leinwand zu präsentieren und ihre Kenntnisse mit Hilfe von Profis zu verbessern. „Die Technik steckt mittlerweile in jedem Smartphone. Videoclips zu drehen macht Kindern und Jugendlichen großen Spaß. Und genau das wollen wir fördern“, so Dietsch. Am Vormittag herrschte Hochbetrieb in den drei Kinosälen:120 Schüler aus Schulen in der EuRegio besuchten die Workshops und Filmvorführungen. Zahlreiche Jugendgruppen aus dem Umkreis kamen am Nachmittag ins Kino, außerdem die Film-Crews, die für Preise nominiert waren. Michaela Binner vom Bezirksjugendring zeigte den jungen Besuchern Tricks, wie sich mit dem Smartphone und Tablet Filme aufnehmen und schneiden lassen. Nachwuchsregisseur und Filmemacher Amon Ritz erzählte in seinem Kurs über Filmsprache und schilderte, wie man ein Filmprojekt am besten angeht. Den Umgang mit der Kamera zeigte Lawrence Martin vom Q3-Team den Kindern und Jugendlichen. Viele nutzten die Gelegenheit, um dem Dokumentarfilmer aus England Fragen rund ums Filmen zu stellen. Mit reichlich Popcorn sahen sich die Schüler die Wettbewerbsfilme auf der großen Leinwand an. Die Jury hatte im Vorfeld des Filmfests Nachtschichten einlegen müssen, weil mehr als 40 Filme eingereicht worden waren, die alle zu bewerten waren. Danilo Dietsch moderierte gemeinsam mit Manuel Federl, der Initiatorin der 1. Trostberger Filmtage, sie verlasen auch die Anmerkungen der Jurymitglieder zu jedem Film. 

Lob gab es für Einfallsreichtum, Kameraführung und Schnitt, Kritik für schlechten Ton oder das Nichtbeachten der Urheberrechte. Filmbeiträge gab es quer durch alle Altersklassen und Landkreise: Der Obinger Jugendtreff beteiligte sich zum Beispiel am Wettbewerb mit einem Film über das Jugendzeltlager. Im Rahmen der Kinderstadt Freilassing war ein Animationsfilm entstanden, der eine Reise zum Mond darstellt. Die Mittelschule Freilassing hatte gleich mehrere Filme eingereicht, die sich mit kultureller Vielfalt und Cybermobbing beschäftigen. 

Valentin Birner aus Seeon belegte 1. Platz

Im Surberger Ferienprogramm drehten Schüler außerdemzwei Märchenfilme, für die sich die jungen Schauspieler historisch einkleideten und erstmals vor die Kamera trauten – was das Publikum mit tosendem Applaus zu würdigen wusste. Zur Preisverleihung am Abend kam auch Trostbergs 1. Bürgermeister, Karl Schleid, um dem erfolgreichen Nachwuchsregisseuren zu gratulieren. Filmerfahrung habe er keine, so der Rathauschef. Aber das hohe Maß an Kreativität der jungen Filmer beeindrucke ihn sehr. Und so belohnte die Jury ein Filmtalent aus Seeon mit dem 1. Platz: Valentin Birner beleuchtet in seinem Film „Hinterwelten“ den Kontrast zwischen grauem Alltag und dem Ausbrechen daraus. „Es geht darum, nicht immer nur den Alltag so zu akzeptieren, wie er ist, sondern auch seinen Träumen nachzugehen.“ Der 17-jährige Schüler des Gymnasiums Ising hatte seinen Film auch schon zum Deutschen Jugendfilmpreis eingereicht. „Gewonnen habe ich aber erst hier, wahrscheinlich wegen der besseren Jury“, scherzte der 17-Jährige. Filmisch ist Valentin Birner kein Anfänger. In Stuttgart beim Katholischen Jugendmedienpreis holte er mit seinem Film „Kennen Sie den Neuen?“ schon einmal einen Sieg bei einem Filmfest. Zum Animationsfilm kam er durch seine Comics, die er für das Magazin „Muh“ zeichnet. Besonders der Filmschnitt und Animationsfilme haben es ihm angetan, sagt er: „Realfilme sind nicht meine Welt. Ich schneide viel für Projekte von Freunden. Für das Seminar in der zwölften Klasse habe ich auch einen Animationsfilm produziert. Und ich bin momentan schon am nächsten Film dran.“ Klar, dass er in seiner Leidenschaft auch seine berufliche Zukunft sieht: Nach dem Abitur im nächsten Jahr möchte Valentin etwas in der Richtung Filmschnitt und Animation studieren. 

Platz 2 für Salzburgerin, Platz 3 ging an Trostberger

Das erste Filmfest explizit für Kinder und Jugendliche ist bestens angekommen.

Diesen Weg hat Theresa Klotz bereits eingeschlagen. Die 19-Jährige aus Salzburg holte den 2. Platz mit „Über den Dächern“. Sie lässt dabei eine gezeichnete Figur durch die Mozartstadt springen. Dazu kreierte sie eine Stop-Motion-Technik, für die sie 170 Zeichnungen anfertigte. „Das waren einige Nachtschichten“, erzählt die Salzburgerin. Ihr Film öffnete ihr als Bewerbung gleichzeitig die Türen zum Studiengang MultiMediaArt an der FH Salzburg. Halb so alt und nicht minder erfolgreich ist Quirin Kellerer. Der quirlige Zehnjährige hat einen eigenen YouTube-Kanal gegründet und die Pilotfolge „Wasser“ zum Wettbewerb eingereicht – was die Jury mit Platz 3 würdigte. „Wir haben durch deinen Film gelernt, dass man das Intro eines Film auch gut selbst singen kann“, so Jury-Mitglied Matthäus Weißenbacher von der Produktionsfirma 24 Millimeter aus Salzburg. Der Kameramann tauschte sich mit Quirin sogar über dessen Kameraeinstellung aus, was den Fünftklässler vom Herzhaimer-Gymnasium Trostberg sichtlich stolz machte. Sein Erfolg spornt ihn an: Quirin möchte jetzt weitere Folgen für seinen YouTube-Kanal „QTV“ drehen. 

Mehrere Sonderpreise zum Thema "Wasser"

Zum Thema „Wasser“ gab es gleich mehrere Sonderpreise, etwa für die Dokumentation „Wasserwerk“ der Grundschule Heiligkreuz, was für Jubelschreie der Film-Crew im Kinosaal sorgte. „Schau genau, werd schlau“ nannten die Schüler der Grundschule Freilassing ihr Werk, in dem sie den Zusammenhang zwischen Wald und Wasser darstellen – mit Hilfe der Trickfilmtechnik und Knetmasse. Für „Wasser in Afghanistan“ bekam auch die Brückenschule Trostberg eine Auszeichnung. „Dieser Film hat uns emotional abgeholt und uns gezeigt, dass Heimat auch woanders sein kann, als hier in Bayern“, so Jury-Mitglied Marie-Theres Kroetz-Relin, die Schauspielerin ist die Tochter von Maria Schell. Einen Preis bekam auch die Schule in Offenbach am Main, die „Wasser als Menschenrecht“ verfilmt hatte.

Festival auch in 2018 geplant

Für die Organisatoren gab es am Ende des Festivals von allen Beteiligten großes Lob. Danilo Dietsch gab es an seine Partner und Helfer weiter. „So eine Veranstaltung ist nur mit viel Idealismus und Unterstützung machbar. Es freut mich sehr, dass wir mit der Organisatorin der Trostberger Filmtage, Manuela Federl, und Christoph Loster vom Stadtkino Trostberg so tolle Partner haben. Stefan Stadler und Mia Schwarzenböck vom Jugendtreff Traunreut sind Q3 auch stets ein große Hilfe. Mit Partnern wie der EuRegio und der Sparda-Bank ist auch die Finanzierung sichergestellt. Mit so viel Unterstützung bin ich mir sicher, dass das Festival 2018 in die nächste Runde gehen kann.“ Für den Filmnachwuchs bedeutet das: Weiter fleißig Filme drehen.

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