Saaldorf-Surheim: Bebauungsplan "Loh" soll abgeändert werden

Heftige Diskussionen um die Firmenerweiterung von "Helminger"

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Werksgelände Loh. Im rechten Bildbereich sollte laut Forderung von Gemeinderat Mallach eine Wanderweg- Verbindung geschaffen werden.

Saaldorf-Surheim - Erneut gab es heftige Diskussionen um den Bebauungsplan „Loh". Der Planentwurf wurde gegen die Stimme von Dr. Notker Mallach beschlossen.

Laut Gemeinderat Dr. Notker Mallach (Grüne) soll es sich dereinst um einen Pilgerweg gehandelt haben, der von Steinbrünning nach Triebenbach führte. Bei Grundstücksumschichtungen in der Vergangenheit wurde dieser Weg im Bereich Loh unterbrochen und dem dort ansässigenBaustoffwerk Helminger einverleibt. Da sich die Firma erweitern, respektive eine neue Halle errichten will, steht derzeit eine Änderung des Bebauungsplanes „Loh“ auf der Agenda.

Kompromiss für den nördlichen Bereich gefunden

In diesem Zusammenhang plädiert Notker Mallach leidenschaftlich für eine Reaktivierung des vormaligen Feld- und Waldweges. Bei der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses vom vergangenen Dienstag wurden die unterschiedlichen Sichtweisen zum wiederholten Mal heftig diskutiert. Zunächst berichtete Bürgermeister Bernhard Kern, dass zwischenzeitlich, wie in der September-Sitzung beschlossen, Gespräche mit den betroffenen Landwirten, Firmeninhaber und Gemeinde stattgefunden haben. Dabei wurde ein Kompromiss für den nördlichen Bereich gefunden, wo der öffentliche Weg in die Hangleite einmündet. Die Bebauungslinien wurden so verändert, dass drei Meter Abstand zur öffentlichen Fläche gewährleistet sind. Damit sich die geplante Halle harmonisch ins Landschaftsbild einfügt, werden abgestufte Höhen vorgegeben. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wird auch eine neue schalltechnische Untersuchung erforderlich. 

Auf diesem alten Plan ist die Feld- und Waldwegverbindung zur ehemaligen B20 (jetzt Kreisstraße) zu erkennen.

Kern fasste zusammen: „Alle Bedenken konnten bei den Gesprächen ausgeräumt werden.“ Dem widersprach Notker Mallach vehement: „Im Rahmen der Bauleitplanung hat die Gemeinde die Aufgabe, öffentliche und private Interessen sorgsam abzuwägen.“ Er schlug vor, den ehemaligen Wanderweg im nördlichen Teil des Planungsbereiches, „an der engsten Stelle“, quer durch das Firmengelände wiederherzustellen. Seiner Meinung nach entstünden dem Betrieb dadurch keinerlei Nachteile. Für die innerbetrieblichen Verkehrsabläufe würde sich eine solche Verbindung sogar positiv auswirken. Weiters forderte Mallach die Einrichtung eines Wanderparkplatzes. „Wir geben was her und erhalten dafür etwas“, fasste er seine Anliegen zusammen. Bürgermeister Kern wies darauf hin, dass es sich um ein Privatgrundstück handle, auf das die Gemeinde keinerlei Zugriffsrecht habe. Zudem sei ein öffentlicher Weg im Betriebsgelände allein aus haftungsrechtlichen Gründen nicht denkbar.

Bauamtsleiter Toni Eder verwies auf das bevorstehende Anhörungsverfahren, bei dem sich alle Beteiligten äußern könnten. Der Bauausschuss habe am Ende des Verfahrens die verschiedenen Argumente abzuwägen. Kundig gemacht habe sich die Verwaltung zudem in Sachen „Pilgerweg“. Laut Recherche von Ortschronistin Maria Hafner gäbe es in den Archiven keinen Hinweis auf einen Weg mit derlei historischer Bedeutung. Damit wollte sich Dr. Mallach nicht zufriedengeben: „Die Gemeinde hat eine Hol- und Bringschuld. Wir dürfen nicht die Interessen des Betriebes einseitig unterstützen.“ 

"Ein Fußweg durchs Werksgelände ist Unsinn!"

Als Mallach andeutet, er wolle auch im nichtöffentlichen Teil der Sitzung noch was zum Thema sagen, wurde es Bürgermeister Kern zu bunt: „Wir beraten alles, was zum Tagesordnungspunkt zu sagen ist, heute öffentlich und dann wird ein Beschluss gefasst.“ Im Verlauf der weiteren Diskussion stieß der Vorschlag von Notker Mallach auf wenig Gegenliebe. „Ein Fußweg durchs Werksgelände ist Unsinn“, bekundete etwa Stefan Gruber (CSU) seine Meinung. Dem pflichtete auch sein Parteikollege Markus Wallner bei und verwies auf die Haftungsfrage. Albert Gaugler (FÜW) verwies darauf, dass der bestehende öffentliche Weg nach wie vor von jedermann benutzt werden könne. Blasius Standl (Junge Liste) war der Meinung, dass sich die innerbetrieblichen Verkehrsabläufe zukünftig vereinfachen würden. Er forderte:„Der Betrieb soll endlich zum Bauen kommen“. Bei der Gegenstimme von Notker Mallach beschloss der Ausschuss mit dem vorliegenden Planentwurf ins weitere Verfahren zu gehen.

Pressemeldung Norbert Höhn

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