Zahlreiche Anträge im Bau- und Umweltausschuss

Wohin mit dem Wasser vom Sillersdorfer Kirchhang?

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Wohin fließt das Oberflächenwasser vom Sillersdorfer Kirchhang? Im Bereich des roten Pfeils soll ein Zaun mit Betonsockel errichtet werden.

Saaldorf-Surheim - Einige Anträge standen auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Im Zusammenhang mit der Errichtung eines Zaunes in der Sillersdorfer Weiherstraße kam die Problematik „Ableitung des Oberflächenwassers an Sillersdorfer Kirchhang“ aufs Tablett.

Die Eheleute Franz und Christa Mooser, Saaldorf, Weiherstraße, planen den Abbruch des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebsgebäudes und den Umbau mit Erweiterung des bestehenden Wohnhauses zum Dreifamilienhaus. Wegen geringfügiger Abweichung vom Bebauungsplan wird eine Befreiung beantragt. Bauamtsleiter Toni Eder erläuterte, dass der zukünftige Baukörper kleiner wird, als der bestehende. Der rückwertige Bereich (ehemalige Widerkehr) soll durch einen Neubau mit zwei Wohneinheiten im Obergeschoss und im Dachgeschoss ersetzt werden. Ebenerdig sind Garagen und Betriebsräume geplant. Die Abweichungen beziehen sich auf die vorgesehenen Dachgauben und auf die Geschossflächenzahl, die von jetzt 0,56 auf 0,62 erhöht werden soll. Mit dem Hinweis auf Innenverdichtung und die Schaffung von Wohnraum schlug die Verwaltung eine Genehmigung des Bauantrages vor. Das Gremium folgte dem Vorschlag bei einer Enthaltung. 

Einbau einer zweiten Wohneinheit und Errichtung einer Garage

Bernhard Wallner, Stützing, beantragt für das bestehende Einfamilienhaus den Einbau einer zweiten Wohneinheit im Obergeschoss und die Errichtung einer Garage mit Geräteschuppen und Holzlege. Das Vorhaben befindet sich baurechtlich im Außenbereich. Eine Teilprivilegierung, die eine Erweiterung des Wohngebäudes auf zwei Wohnungen erlaubt, ist gegeben, ebenso werden die erforderlichen Stellplätze nachgewiesen. Einstimmig befürwortete der Ausschuss den Antrag. 

Den Teilabbruch des bestehenden Zweifamilienwohnhauses und die Neuerrichtung eines erweiterten Ersatzbaues in Kleingerstetten beantragt Johannes Hauthaler. Für dieses Vorhaben gibt es bereits einen genehmigten Vorbescheid des Ladratsamtes. Der Nachweis für die erforderliche Abstandsfläche kann durch den Erwerb von 12,5 Quadratmeter Gemeindegrund geführt werden. Auch dieser Bauantrag wurde einstimmig durchgewunken. 

Zum bestehenden Wohnhaus in Breitenloh 6 ist laut Baugenehmigung die Errichtung einer Doppelgarage vorgesehen. Konstantin Krause hat dazu eine Bauvoranfrage bezüglich einer Änderung der Planung eingereicht. Danach ist nunmehr der Neubau eines Carports geplant, wobei der Stauraum zur Straße von fünf auf drei Meter verkürzt werden soll. Als Hauptgrund für seinen Änderungswunsch gibt der Antragsteller den Erhalt zweier alter Bäume an. Toni Eder erläuterte, dass zwar in den Bebauungsplänen der Gemeinde eine Zufahrt von fünf Metern vorgesehen sei, dass dies aber im vorliegenden Fall nicht greife, weil es sich um einen Außenbereich handle. Danach ist laut Garagen- und Stellplatzverordnung ein Abstand von drei Metern zulässig. Dem folgte auch dasGremium und beschied die Anfrage positiv. 

Eine längere Diskussion gab es zum Antrag von Gertraud Hofmann, die beim Anwesen am Sillersdorfer Mühlenweg eine Grundstückseinfriedung errichten will. Aufgrund der geplanten Zaunhöhe von 1,20 Meter beantragt Frau Hofmann eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes. Es war dann nicht die Zaunhöhe, die das Gremium beschäftigte, sondern der durchgehende 20 Zentimeter hohe Betonsockel. Toni Eder verlas dazu ein Schreiben, welches im Rahmen der Nachbarschaftsbeteiligung eingegangen war. Demnachbefürchtet ein anliegender Nachbar, dass durch den Sockel anstehendes Oberflächenwasser auf sein Grundstück geleitet werden könne. Statt des durchgehenden Sockels sollten Punktfundamente gesetzt werden. Laut Eder sei der Sockel baurechtlich genehmigungsfähig, allerdings könnten privatrechtliche Bedenken eingebracht werden. Einstimmig befürwortete der Ausschuss eine Zaunhöhe von 1,20 Metern, versehen mit dem Hinweis, statt des durchgehenden Sockels Einzelfundamente zu setzen. 

"Für die Wasserableitung ist der obere Grundstücksbesitzer verantwortlich"

Albert Gaugler (FÜW) verwies auf die Gesamtproblematik am Sillersdorfer Kirchhang: „Für die Wasserableitung ist der obere Grundstücksbesitzer verantwortlich. Der darf das Wasser nicht in andere Grundstücke einleiten.“ Seiner Meinung nach liegt das Problem darin, dass der Hang verändert wurde. „Durch Verdichtung und die Zuschüttung einer Mulde ist das Problem erst entstanden.“ 

Sein Parteikollege Robert Eder pflichtete ihm bei: „Im Rahmen der Hangsanierung wurde eine Mulde aufgefüllt, die zur Rückhaltung des Oberflächenwassers diente.“ Stefan Gruber (CSU) befürchte:„Wir werden dort zukünftig große Probleme haben, wenn die Gemeinde keine Lösung anstrebt.“ Toni Eder stellte klar, dass die Gemeinde für die Straße zuständig sei, nicht aber für Privatgrundstücke. Dr. Notker Mallach (Grüne) sah dies anders: „Die Antragstellerin ist Verursacher, also muss sie auch für die Folgen gerade stehen.“ 

Grünes Licht gab es auch für den Antrag von Annemarie Moosleitner, die beim Anwesen in der Surheimer Gaisbergstraße einen sechs Meter langen Sichtschutzzaun mit einer Höhe von 1,60 Metern errichten will. Da das Vorhaben von der festgesetzten Länge von Fünf Metern abweicht, wird eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes „Surheim-Südost 1“ beantragt.

Pressemeldung Norbert Höhn

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