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Pressemitteilung vom Haus- und Grundbesitzerverein Berchtesgaden und Umgebung

Der Schlüssel ist weg. Und nun?

Musterbild Schlüsselbund
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Musterbild Schlüsselbund

Berchtesgaden - Jeder kennt es: Das panische Kramen in der Jacken- oder Handtasche nach dem Wohnungsschlüssel. Meist hat sich der Schüssel nur in den Tiefen der Tasche versteckt. Doch was, wenn er tatsächlich nicht wieder auftaucht und verloren ist?

Im Rahmen seiner Obhutspflicht muss der Mieter auf die Sachen, die ihm vom Vermieter für die Dauer des Mietverhältnisses übergeben wurden, aufpassen, Schäden vermeiden und die Sachen bei Verlust ersetzen. Dies gilt also auch für die Wohnungsschlüssel. Zunächst hat der Mieter dem Vermieter den Verlust schnellstmöglich zu melden.

Dem Vermieter obliegt dann die Entscheidung, ob der Schlüssel ersetzt oder die Schließanlage des Mehrfamilienhauses ausgetauscht werden soll. „Eigenmächtig darf der Mieter die verlorenen Schlüssel nicht nachmachen lassen. Hierzu ist stets die Zustimmung des Vermieters erforderlich“, erklärt Armin Nowak, Vorsitzender vom Haus- und Grundbesitzerverein Berchtesgaden und Umgebung.

Die entscheidende Frage ist anschließend meist, welche Kosten der Vermieter vom Mieter ersetzt verlangen kann. „Maßgeblich ist dabei zweierlei: Zum einen das Verschulden des Mieters am Schlüsselverlust und zum anderen die konkrete Missbrauchsgefahr aufgrund des Verlusts“, informiert der Vorstand. Hat der Mieter also den Schlüssel fahrlässig verloren und kann ein Missbrauch nicht ausgeschlossen werden, macht sich der Mieter gegenüber dem Vermieter schadensersatzpflichtig. Demgegenüber kann der Mieter beispielsweise dann nicht in Anspruch genommen werden, wenn er den Verlust nicht zu vertreten hat (z.B. wegen Diebstahls) oder ein Missbrauch (so etwa ein Einbruch) ausgeschlossen ist.

Letzteres ist z.B. dann der Fall, wenn der Schlüssel bei einer Schifffahrt ins Meer fällt und damit unwiederbringlich verloren ist. „Zudem sollten Vermieter folgendes zwingend beachten: Handelt es sich um eine nicht erweiterbare Schließanlage, so ist der Vermieter verpflichtet, den Mieter hierüber und über die damit verbundenen hohen Schäden im Falle eines Schlüsselverlustes aufzuklären, da ihn ansonsten eine erhebliche Mitschuld treffen, die dazu führt, dass der Vermieter die Kosten des Schadensfalls selbst zu tragen hat“, erklärt der Immobilienexperte Armin Nowak weiter. So entschied etwa das LG München in einer jüngsten Entscheidung (Urteil v. 18.6.2020; Az. 31 S 12365/19). Schließlich können die Kosten für einen Austausch der Schließanlage nur dann geltend gemacht werden, wenn sie auch tatsächlich entstanden sind – der Austausch also tatsächlich stattgefunden hat. Fiktive Kosten sind nicht ersatzfähig.

Pressemitteilung vom Haus- und Grundbesitzerverein Berchtesgaden und Umgebung

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