Flughafen Salzburg: Kommission zum Schutz gegen Fluglärm

Diese Ergebnisse brachte die Fluglärmkommission 

Freilassing - Vergangene Woche fand die 57. Sitzung der Fluglärmkommission statt. Diese Ergebnisse brachte die Zusammenkunft der Kommission in der vergangenen Woche:

Als Gast konnte der Kommissionsvorsitzende, Bürgermeister Josef Flatscher, die zukünftige Geschäftsführerin des Flughafens Salzburg begrüßen, Frau Bettina Ganghofer. Wenn sie ihre Tätigkeit am Flughafen offiziell aufnimmt, wird sie auch als Mitglied in der Fluglärmkommission bestellt.

Zahl der Flugbewegungen und Passagiere gestiegen

Der Flughafen Salzburg legte die Flugverkehrsstatistik für den Zeitraum Januar bis einschließlich August 2017 vor: Es erfolgten in diesem Zeitraum insgesamt 41.246 Flugbewegungen, 7,7 % mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahrs, in dem 38.291 Flüge zu verzeichnen waren. Auf Linienflüge und auf den touristischen Verkehr entfielen davon 14.021 Bewegungen, 10,2 % mehr als im Vorjahr. Die Allgemeine Luftfahrt hatte einen Anteil von 27.255 Flügen. Die Passagierzahlen haben mit 1,2 Millionen Passagieren gegenüber dem Vorjahr um 9,6 % zugelegt.

Bei der Richtungsverteilung der An- und Abflüge ist immer noch keine Verbesserung festzustellen: Im Zeitraum Januar bis August 2017 erfolgten 96,1 % der Landungen von Norden (2016: 97,9 %) und 86 % der Starts gingen nach Norden (2016: 83 %). Angemerkt werden muss, dass bei den Landungen von Norden (96,1 %) auch diejenigen Landungen aufgeführt sind, die von Norden kommen und etwa auf Höhe von Freilassing über einen sogenannten Circling Approach dann über den Süden herein landen.

Wie schon früher berichtet, wurde Ende 2016 ein „Gemeinsamer Technischer Ausschuss“ unter der Leitung des deutschen und des österreichischen Bundesverkehrsministeriums eingesetzt. Der Ausschuss hatte die Aufgabe technische Möglichkeiten zu erarbeiten, um eine gerechtere Verteilung der An- und Abflugrichtung zu erreichen, sprich eine signifikante Reduktion der Flugbewegungen aus und nach Richtung Norden.

Erarbeitet wurden im Ausschuss zusammengefasst diese Ergebnisse: 

  1. Ein Pistennutzungskonzept, das bei bestimmten Wetterbedingungen die Starts nach Süden mehr als verdoppeln würde und eine Verteilung der An- und Abflüge im Verhältnis Nord zu Süd von 77:23 erwarten lässt. 
  2. Die Veröffentlichung von RNP - Anflügen (aus Richtung Norden und Süden) um Anflüge nur über österreichisches Staatsgebiet häufiger zu ermöglichen.
  3. Die Veröffentlichung von RNP - Abflügen (speziell nach Süden mit Anbindung auch Richtung Norden). Diese ermöglichen Abflüge nach Süden auch bei schlechteren Wetterbedingungen. 

Die von der Austro Control erarbeiteten Möglichkeiten des Pistennutzungskonzeptes wurden aber schon im Vorfeld von Stadt und Land Salzburg als nicht annehmbar bezeichnet. Es wurde zusätzlich ein modifiziertes Pistennutzungskonzept von österreichischer Seite unterbreitet, das in das Abschlusspapier des Ausschusses eingearbeitet wurde, allerdings ohne dass es im Gemeinsamen Ausschuss diskutiert wurde. Dieses modifizierte Pistennutzungskonzept würde zwar auch einige Änderungen mit sich bringen, aber nur eine zu erwartende Verkehrsverteilung Nord zu Süd von 85:15.

14-Punkte-Programm steht bereit

Die Kommission forderte deshalb in ihrer Sitzung im Juli 2017 dasdeutsche und das österreichische Bundesverkehrsministerium auf, wiederin Konsultationen einzusteigen, um das technisch Mögliche zu realisieren. Leider ist hier trotz mehrmaligem Nachhaken bei den Ministerien noch nichts geschehen.

Einvon der Austro Control erarbeitetes 14-Punkte- Programm, was Verbesserungen für die bayerischen Anrainer bringen würde, steht bereit. Es wurde bisher aber nur wenig umgesetzt, da hier nicht alle Anrainer im Bereich des Flughafens dem Programm zustimmen. „Diese 14- Punkte-Programm könnte uns sicherlich Entlastungen bringen“, so Bürgermeister Flatscher. „Wir forderten in der Kommission deshalb, das Programm Schritt für Schritt umzusetzen.“

Dauerärgernis Betriebszeitenüberschreitungen

In diesem Jahr wurden bis einschließlich August 72 Betriebszeitenüberschreitungen festgehalten; soviel waren in manchen früheren Jahren über das Jahr gesehen nicht festzustellen. „Warum können die Flugpläne nicht so gestaltet werden, dass nicht durch geplante Landungen kurz vor 23 Uhr die Verspätungen fast schon vorprogrammiert sind?“ wird von Kommissionsmitgliedern immer wieder gefordert, „es würde alle Anwohner im Bereich des Flughafens entlasten“.

Pressemitteilung Stadt Freilassing

Rubriklistenbild: © picture alliance / Herbert Spies

Zurück zur Übersicht: Vereine & Behörden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweis

Inhalte Drittanbieter
Die in diesem Ressort aufgeführten Artikel und Meldungen stammen nicht von der OVB24-Redaktion, sondern von den Vereinen und Behörden aus der Region. Die Inhalte dieser Pressemeldungen spiegeln nicht die Meinung der Redaktion. Die OVB24-Redaktion übernimmt für die Inhalte der Artikel keine Haftung und behält sich vor, Beiträge zu kürzen oder zu löschen, sollten sie gegen den Pressekodex verstoßen.

Live: Top-Artikel unserer Leser